qooly

In wenigen Tagen ist das Jahr 2015 zu Ende – und damit auch mein Trainee-Jahr bei Maisberger. Aufregend war es, arbeits- und lehrreich und hat vor allem viel Spaß gemacht. Bevor ich mich aber sang- und klanglos vom Trainee-Blog in die Welt der „Großen“ verabschiede, habe ich meine Kolleginnen und Kollegen gebeten, mit mir gemeinsam auf das letzte Jahr zu blicken.

Dazu haben wir unseren ganz persönlichen Jahresrückblick zusammengestellt: Die Themen und Trends des Jahres, aufbereitet in unseren Lieblingstexten aus dem letzten Jahr. Welche Themen waren aktuell, welchen Trends sind wir gefolgt? Welcher Artikel hat uns bewegt, berührt, fasziniert oder empört? Welche Schlagzeile fanden wir gelungen, welche Reportage besonders gut recherchiert?

Hier kommt sie, unsere persönliche Top 6 der Themen, Trends und Pressetexte aus dem Jahr 2015:

AlexJatscha_Alexander

Kulturelle Digitalisierung

An Alaska Native group decided to make a video game von Eric March

Der überwiegende Großteil aller Nachrichten, die über das Jahr verteilt auf einen einstürmen, sind ja eher dazu geeignet, einen das Vertrauen in die Menschheit verlieren zu lassen. Ärgerlich finde ich es besonders dann, wenn der Autor eines Texts dann auch noch versucht, mir ein Gefühl der Empörung aufzuzwingen. Wenn der Schock zur sensationellen Show wird. Unterdrückte indigene Völker und aussterbende Sprachen sind zum Beispiel so wiederkehrende Lieblingsthemen, über die sich der Leser alle Jahre wieder gepflegt erschrecken und sie anschließend vergessen kann. Da finde ich es wichtig, regelmäßig auch mal über etwas zu lesen, was gut läuft in der Welt. In diesem Artikel etwa geht es um eine Gruppe Menschen, die so offen und bodenständig waren, ihre Herzensangelegenheit anzugehen und in einem neuen Medium zu kommunizieren. Auch wenn mir der Text stellenweise etwas zu reißerisch geschrieben ist, das geht inhaltlich in die richtige Richtung. Über solche Initiativen möchte ich gerne mehr erfahren! (Und wer noch ein deutsches Beispiel für etwas, das gut läuft, lesen möchte, der klicke gerne mal hier).

 

AnnaTrips_von_Anna

Gender Gap

Why Do I Make Less Than My Male Co‑Stars? von Jennifer Lawrence

Sie ist aus Hollywood, Mode-Magazinen und der Rainbow-Press nicht mehr wegzudenken: Jennifer Lawrence. Doch sie macht nicht nur großartige Filme, die Massen ins Kino ziehen. Sie hat auch mit den ganz normalen Problemen einer arbeitenden Frau zu kämpfen. Das Problem ihrer Bezahlung spielte Ende 2014, Anfang 2015 eine besonders große Rolle. Als Sony gehackt wurde, kamen E-Mails an die Öffentlichkeit, in denen schwarz auf weiß stand, dass sie weniger verdient als ihre männlichen Co-Stars. In diesem Artikel schreibt die Schauspielerin selbst darüber, wie sie sich als Frau in ihrem Beruf tagtäglich behaupten muss. Ein angenehmer Einblick in den Backstage-Bereich Hollywoods, der zeigt, dass sich auch die berühmtesten Frauen dem Gender Gap stellen müssen.

 

BrigitteGaliger_Brigitte

Digitalisierung

Mein halbes digitales Leben von Max Scharnigg

Generation Y, Generation Praktikum, Millenials, Digital Natives: Über unsere Generation ist viel geschrieben worden. Max Scharnigg beleuchtet sie aus einer anderen Perspektive – treffend, (selbst)kritisch und ehrlich. Er gehört zu der Generation, die die Digitalisierung und den Aufstieg des Internets live miterlebt hat. Deshalb kennt und reflektiert er beides: die analoge und digitale Welt, das Offline-Leben und Online-Sein. Und am Ende steht man selbst vor der Frage: Bin ich eigentlich der Gleiche, der ich analog gewesen wäre?

 

HeikeHeike

Thema: Literatur

Ende mit Wende von Dorothea Wagner und Marc Baumann

Jeder von uns hat ein Lieblingsbuch und genauso hat jeder von uns Bücher, die er aufgrund ihres Endes nicht mag. Ein Ende, das uns vollkommen überrascht hat und uns dadurch oft das ganze Buch vermiest hat. In diesem Artikel werden Autoren gefragt, wie sie ihre Lieblingsbücher umschreiben würden. Welches Ende hätte, ihrer Meinung nach, besser zu der Harry Potter-Reihe gepasst? Hätte sich Anna Karenina wirklich vor einen Zug werfen müssen? Vielleicht können manche Bücher gar nicht anders enden, auch wenn wir es gerne wollten. Oft hat große Weltliteratur einen Schluss, der uns nicht gefällt. Aber vielleicht trägt auch genau dieser Schluss dazu bei, dass ein Werk Berühmtheit erlangt. Wäre „Romeo und Julia“ so erfolgreich geworden, wenn die Flucht der beiden funktioniert hätte und sie an einem anderen Ort glücklich bis an ihr Lebensende gewesen wären? Es gibt Gründe warum sich Autoren für ein bestimmtes Ende für ihr Buch (und ihren Protagonisten) entscheiden. Ein Happy End kann tröstlich sein, doch bleibt uns meist die Katastrophe länger im Gedächtnis.

 

ManuelOsiander_Manuelaa

Selbstverwirklichung im Job

Salt & Silver: Wie Surfen und Kochen zur Erfolgsstory wird von Sabine Danek

Wer hat noch nicht davon geträumt aus seinem jetzigen Leben auszubrechen und sein Ding zu machen? Neben der digitalen Abhängigkeit, die Brigittes Top-Beitrag thematisiert, kennzeichnet dieser Wunsch auch einen großen Teil unserer Generation. In diesem Artikel geht es um zwei Jungs, die ihr berufliches Können – Art Design, Film, Fotografie – und ihre Leidenschaft für Kochen, Surfen und Reisen kombiniert haben und zu ihrem großen Traum aufgebrochen sind. Jo und Cozy waren ein Jahr in Lateinamerika unterwegs und haben daraus ein Buch gemacht. So kann sie auch gehen, die Selbstverwirklichung im Job.

 

WeraOtterbach_Wera

Liberia

Liberia’s Ebola Battle Over – but Pain Lingers for Survivors von Wade C. L. Williams

Am 09. Mai 2015 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Liberia zur Ebola-freien Zone. Auch wenn der Virus eingedämmt zu sein scheint, bestimmen die Krankheit und ihre Folgen nach wie vor das tägliche Leben vieler Menschen. Die liberianische Journalistin Wade C. L. Williams erinnert mit ihren Reportagen an die Opfer und deren Schicksale. Eindrucksvoll und unverblümt lässt sie diejenigen zu Wort kommen, die sonst nicht gehört werden. 2013 wurde Williams mit dem „Deutschen Medienpreis Entwicklungspolitik“ ausgezeichnet. Sie ist Redakteurin der Zeitung FrontPageAfrica und schreibt regelmäßig Artikel zur politischen und gesellschaftlichen Lage in ihrem Heimatland. Ihre journalistische Arbeit begreift Williams als einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung: “It is our responsibility to tell people what’s going on. Then they will learn how to move forward.“

 

Brigitte Galiger

Brigitte Galiger

Hat Politikwissenschaft und Französisch an der Uni Heidelberg studiert. Ist seit Januar 2015 PR-Trainee bei Maisberger und Mitglied im IT-Team. Beschäftigt sich mit Netzwerkthemen, innovativen Softwarelösungen und Big Data Analytik.
Brigitte Galiger