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Mehrere aktuelle Anlässe haben mich dazu bewogen, mich mit dem Thema Dankbarkeit zu befassen. Einer dieser Anlässe ist das Thanksgiving-Fest der Nordamerikaner, die laut vieler Studien eher auf Diät-, als auf Festmahl-Tage zurückgreifen sollten, aber sei’s drum. Jedes Jahr frage ich mich aufs Neue, was es mit Dankbarkeit zu tun hat, einen Sechs-Kilo-Truthahn zu verspeisen – idealerweise auch noch einen aus Massentierhaltung. Aber vielleicht spricht doch eher der Neid aus mir: tonnenweise gutes Essen, ein zusätzlicher Feiertag zudem und ein bisschen wie ein vorgelagertes Weihnachtsfest.

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Aber zurück zum Thema Dankbarkeit: Habt ihr denn heute schon „Danke“ gesagt? Und habt ihr es auch so gemeint? Ich spreche nämlich nicht von dem in euren dicken Wollschal genuschelten Danke, das an den Fasern eben genannten Textilstücks feuchte Tröpfchen hinterlässt und das ihr beim Erhalt eurer Brötchentüte gedankenverloren von euch gegeben habt, während ihr in Wirklichkeit damit beschäftigt wart, das Wechselgeld zu kontrollieren. Das ist jenes Danke, das einem die Frau Mama mit herzensguten Absichten schon versucht hat anzutrainieren als man rein vom evolutionären Standpunkt aus betrachtet noch gar nicht in der Lage war Danke zu sagen. Und von dem wir vermutlich genau deshalb so genervt sind: „Wie sagt man da, Janine? Ach naja, sie ist schüchtern. Wir lernen das schon noch.“ (Dass das arme Kind erst 18 Monate alt ist – irrelevant.)

Glaube zum Beispiel hat viel mit Dankbarkeit zu tun. Nicht immer nur zu sagen: „Lieber Gott, ich hätte gerne ein neues Fahrrad, ein heißer Freund wäre auch nicht verkehrt und warum läuft es im Job eigentlich gerade so beschwerlich – was habe ich dir getan?“ Nein, es geht darum, sich auf das zu besinnen, was man hat, darauf, wie gut es einem eigentlich geht und mal innezuhalten. Und dafür muss man nicht mal an Gott glauben und hat auch Mutti nicht im Nacken – wie befreiend.

Was das Ganze nun mit einem PR-Beruf zu tun hat? Viel. Ich sehe hier das Thema Dankbarkeit auf zwei Ebenen:

  1. Dankbarkeit, die von mir ausgeht: Ich habe einen Job! Dann handelt es sich in meinem bescheidenen Fall auch noch um einen, der mir Spaß macht und damit habe ich etlichen Arbeitnehmern viel Voraus, für das ich dankbar sein sollte. Hinzu kommt – wieder auf meine persönliche Situation bezogen: ein Team, das mich unterstützt, fördert und in dem ich mich sehr wohl fühle.
  2. Dankbarkeit, die von anderen ausgeht: Wir machen die Arbeit, die uns manchmal zu erschlagen scheint, nicht nur, um am Ende des Monats unsere Miete und alle drei Monate eine atomgroße Shopping-Tour zu bezahlen – nein, wir machen sie, weil sie uns Spaß macht, weil wir das Gefühl haben, einen Beitrag zu leisten und einem Team anzugehören, mit dem wir gemeinsam auf ein Ziel hin arbeiten. Umso schöner ist es, wenn unsere Leistungen anerkannt werden.

Deshalb möchte ich diesen Blogpost nutzen, um in der stressigen Vorweihnachtszeit mal ehrlich gemeint Danke zu sagen:

Danke meinem Team, das nicht müde wird, mir alles beizubringen, was ich für den manchmal beschwerlichen PR-Weg können und wissen muss, mich dabei unterstützt und mir auch dann den Rücken stärkt, wenn ich den Anprüchen mal nicht gerecht werden kann. (HR-Team, you rock!)

Danke meinen Kollegen, die alle ähnlich anspruchsvolle Wochen hinter sich haben und trotzdem jederzeit für ein Späßchen und aufmunternde Gespräche bereit stehen und mich mit dem liebevollen Aufruf „Komm, Mara, wir gehen Gassi“ an die frische Luft begleiten.

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Danke meinen Freunden, die mir Mini-Ruhe-Oasen ermöglichen, mir zuhören und mich gedanklich komplett von allem ablenken, was offiziell nichts mit meinem wohl verdienten Feierabend zu tun hat.

Danke meinen Eltern, die schon seit fast 27 Jahren die besten und liebevollsten Eltern sind, die ich mir wünschen kann und mir erst beigebracht haben, „Danke“ zu sagen als ich schon sprechen konnte – und es dann wenigstens auch so zu meinen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen besinnlichen, aber vor allem fröhlichen Advent!