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Dass Menschen durch Maschinen ersetzt werden, ist nichts Neues – zumindest was körperliches Arbeiten betrifft. Doch trifft es jetzt auch den Journalismus? Seit gut 1,5 Jahren gibt es immer wieder Meldungen über sogenannte Roboter-Reporter, die zum Beispiel die „perfekte 1000-Wort-Meldung – in 60 Sekunden“ schreiben – ein Ding der Unmöglichkeit für einen menschlichen Journalisten.

Was ist Robo-Journalismus überhaupt?

Erst einmal: Was ist Robo-Journalismus NICHT? Roboter-Reporter haben nicht das Geringste zu tun mit menschähnlichen Robotern, wie zum Beispiel die in Dubai eingesetzten Robo-Cops. Am einfachsten ist Robo-Journalismus zu übersetzen mit automatisiertem Journalismus. Denn nichts anderes ist es: ein Software-Tool, welches mittels Algorithmen Texte aus vorab eingepflegten Daten generiert.

Quelle: reutersinstitute (2017)

Quelle: reutersinstitute (2017)

Was bleibt ist die Angst, durch eine Software ersetzt zu werden. Denn immer wieder gibt es Schlagzeilen wie „Roboterjournalismus ist im Vormarsch und verdrängt Journalisten“. Und auch die von Alexander Fanta für das Reuters Institute der Oxford University erstellte Europa-Karte über die Verbreitung von Robo-Journalismus schürt Zweifel.

Und nicht nur das hat Alexander Fanta in seiner Studie herausgefunden, sondern auch: Leser können die von Roboter-Reportern erstellten Geschichten nicht unterscheiden von denen die Menschen geschrieben haben.

Zu guter Letzt kommt noch hinzu, dass Automated Insights, eine Textgenerierungs-Software, in einem Jahr mehr Artikel erstellt, als die großen klassischen Medienunternehmen weltweit zusammen.

Journalismus: Beruf ohne Zukunft?

Bedeutet das jetzt, dass der Journalismus ein Beruf ist, der vom Aussterben bedroht ist? Hier kann eine eindeutige Antwort gegeben werden: NEIN! Denn auch wenn heute schon täglich tausende Storys von Roboter-Reportern erstellt werden, die kaum zu unterscheiden sind von den menschgeschriebenen, finden sich diese Artikel hauptsächlich in Bereichen wieder, die über klar strukturierte Datensätze verfügen, wie Sport, Finanzdaten, Unternehmenszahlen und dem Wetter.

Anstatt als Bedrohung kann Robo-Journalismus viel eher als Chance gesehen werden. Denn zum einen ist der Robo-Journalismus (noch) sehr limitiert. So können die Roboter-Reporter keine Geschichten planen bzw. Schlagzeilen erahnen. Sie können ihre Texte ausschließlich auf vorab eingepflegte Daten stützen. Das Ergebnis: Oft liegen sie mit ihrer Einschätzung falsch. Und selbst wenn all dies in Zukunft möglich sein sollte, gibt es etwas, das den Robotern immer fehlen wird: die menschliche Meinung, unsere Gefühle und unsere persönlichen Erfahrungen.

Es ist das Herzblut, welches jeder Texteschreiber täglich in seine Texte steckt und das die Texte spannend macht. Einem Text ist meist sofort anzumerken, ob dieser mit Leidenschaft geschrieben wurde.

Was bedeutet das nun für die PR?

Auch wenn PR und Journalismus zwei unterschiedliche Berufsfelder sind, haben Trends in der einen Branche oft auch direkte Auswirkungen auf die andere. Umso wichtiger ist es, auch Trends in der jeweils anderen Branche frühzeitig zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Denn auch, wenn der Robo-Journalismus aufgrund seiner noch eher geringen Verbreitung noch keine merkbaren Auswirkungen auf die PR hat, kann sich dies schnell ändern.

Wenn sich der Robo-Journalismus jedoch etabliert, könnte dies für die PR bedeuten, dass:

  • sich Gewichtungen ändern,
  • sich die Art zu Schreiben ändert,
  • Texte datengetriebener werden,
  • mitreißend geschriebene Geschichten stärker an Bedeutung gewinnen und
  • neue Tools entstehen, die in der PR gewinnbringend einsetzt werden können.

Mein Fazit

Für mich in der PR ist Robo-Journalismus somit erst einmal nur ein spannender Trend, den es zu beobachten gilt und eine Chance: Durch daraus möglicherweise entstehende neue Tools könnte sich für mich die Art des Schreibens irgendwann ändern. Durch die Hilfe der Roboter-Reporter könnte ich mehr Zeit in emotionale und mitreißende Texte investieren – denn das kann ein Roboter nicht.

Damit ein solcher Text gelingt, ist es hilfreich, wenn Begeisterung für das Thema vorhanden ist. Natürlich braucht es Zeit herauszufinden für welche Themen wir brennen, unter anderem auch, weil nicht nur die Branchen unterschiedlich sind, sondern auch die Kunden und damit ihre Themen innerhalb einer Branche. Bei Maisberger haben wir die Möglichkeit, uns an den unterschiedlichsten Themen auszuprobieren und unseren Horizont beständig zu erweitern.  Dies bring viel Abwechslung in unseren Arbeitsalltag und neue Einsichten.

Wenn auch du dich ausprobieren willst und der Welt zeigen willst, dass du viel besser schreiben kannst als ein Roboter, dann melde dich doch einfach bei uns.

Isabelle Herbertz

Isabelle Herbertz

Account Executive bei Maisberger
nach ihrem Psychologiestudium und ersten Erfahrungen im Bereich Change Management & Communications, unterstützt sie seit Februar 2018 bei Maiberger das HC2-Team.
Isabelle Herbertz