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In zehn Sekunden blinzelt ein Mensch im Durchschnitt zwei Mal. Sinngemäß entsprechen zehn Sekunden also zwei Augenblicken. Eigentlich eine kurze Zeitspanne, doch beim Online Lesen reicht sie häufig schon für ein erfolgsentscheidendes Urteil: Erscheint ein Beitrag interessant genug, um einen User zu halten oder springt er direkt wieder ab?

Nach vorne oder zurück?

Bleibt der Leser also auf der Seite oder geht er den Schritt zurück zur Google-Suche nach einer weiteren Informationsquelle? Gerade für Blogger und andere Online-Texter ist es wichtig zu wissen, nach welchen Kriterien diese Entscheidung fällt.

Deshalb ist vor der Texterstellung eine Auseinandersetzung mit dem typischen Leseverhalten im Web ein Schlüssel zum Erfolg. Das Online Lesen unterscheidet sich nämlich weitreichend von der Lektüre eines guten Buches. Denn Nutzer überfliegen einen Text nur auf der Suche nach relevanten Informationen – „scannen“ ihn also mehr, als ihn tatsächlich zu lesen. Lediglich 16 % vertiefen sich vollständig in einen Online-Beitrag. Dafür gibt es einige Gründe:

  1. Das Lesen am Bildschirm ist anstrengend – im Durchschnitt braucht man 25% länger als bei einem Offline-Text.
  2. Das Internet wird – abgesehen von Programmen wie Netflix – eher als Informations- statt Unterhaltungsmedium gesehen. User suchen also schnelle und klare Antworten auf ihre Fragen.

Lesen in F-Form

Doch was heißt das nun genau für unser Online-Leseverhalten? Der Webseitenforscher Jakob Nielsen ist dieser Frage auf den Grund gegangen: Durch eine Eye-Tracking-Studie fand er heraus, dass User dazu tendieren, in F-Form über Webseiten zu fliegen. Damit ist gemeint, dass sie zuerst horizontal über die ersten Zeilen lesen. Dann überfliegen sie einen Teil der linken Seite und gehen für ein paar Absätze wieder in die Horizontale. Im Anschluss daran scannen User die linke Seite in die Vertikale.

Das Hauptaugenmerk liegt links oben

Bereits hier wird deutlich, wo der Fokus des Nutzers beim online Lesen liegt: auf der linken Seite mit circa 75 % der Besuchszeit. Nur das restliche Viertel hüpfen die Augen, auf der Suche nach spannenden Inhalten, auch über die rechte Seite. Außerdem beschäftigen sich 8 von 10 Lesern nur mit dem Inhalt “above the fold“ – also dem oberen, sofort sichtbaren Teil eines Beitrags, wie der Überschrift und dem Teaser. Selbst ein User, der „below the fold“ scrollt, beachtet im Schnitt auch nur 50 – 60% des Contents. 10% scrollen sogar überhaupt nicht.

Tipps für bessere Aufmerksamkeit

Daraus folgt die ernüchternde Bilanz, dass online nur etwa ein Fünftel des Inhalts überhaupt gelesen wird. Doch jetzt nur nicht die Köpfe hängen lassen! Es gibt einige Tipps und Tricks, um die Leseaufmerksamkeit zu erhöhen:

  1. Gestaltet den Text übersichtlich durch:
  • Unterüberschriften
  • Hervorhebung einzelner Schlüsselwörter durch Fettung oder Farbe
  • Grafische und multimediale Elemente
  • Kompakte Listen oder Bulletpoints

 

  1. Nutzt die F-Form für euch durch:
  • die Platzierung der wichtigsten Infos und Schlüsselwörter immer links am Anfang von Textbausteinen
  • den Aufbau des Webtextes nach der Methode der „Inverted Pyramid“

Wenn ihr bei eurem Blogbeitrag auf diese Hinweise achtet, bringt das so manchen Vorteil mit sich: Zum einen wird sich die Absprungrate verringern. Zum anderen könnt ihr sicherstellen, dass die User das richtige Fünftel eures Beitrags lesen. Nämlich das mit den relevantesten Informationen, die man vermitteln möchte. Und als netter Nebeneffekt erhöht ein verbessertes Lese-Erlebnis außerdem die Chance, dass ein Besucher wiederkommt. So können aus den ersten zehn Sekunden wirklich wertvolle Augenblicke werden.

 Ihr möchtet die verschiedenen Textarten der PR kennen lernen und erfahren, worauf es jeweils beim Verfassen ankommt? 

 

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Sofia Eham

…zog es nach mehreren Aufenthalten in Südamerika zurück in den Großraum München. Die Freude am Schreiben führte sie zur PR und zu Maisberger, wo sie seit September 2018 als Trainee das IT-Team unterstützt.