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Der berühmte deutsche Soziologe Hartmut Rosa hat kürzlich im Zuge der Veröffentlichung seines neuen Buches „Resonanz“ gesagt: „Die Resonanz von Facebook ist nicht nachhaltig.“ Ein Zitat, mit dem er soziale Netzwerke fundamental in ihrer Bedeutung angreift. Warum? 

Social Media-Kanäle sind auf dem Weg zu den wichtigsten Werbe- und Informationsplattformen zu werden. Viele Unternehmen versuchen durch sie erfolgreich und dauerhaft Leute mit Hilfe von einer Vielzahl an möglichen Kampagnen zu erreichen. Heißt es nun, die Resonanz, die auf Facebook und Co. durch diese Kampagnen erzeugt wird, habe keinen dauerhaften Effekt, wären sie eventuell für viele Unternehmen uninteressant.

Was Rosa mit Resonanz meint und worin das Problem dabei liegt, wenn er Recht hat, ist folgendes: In der heutigen beschleunigten, anonymisierten und digitalen Welt sucht der Mensch nach einem Weg, sich selbst besser wahrzunehmen und wahrgenommen zu werden. Indem er mit seiner Umwelt in Beziehung tritt, hofft er auf das Gefühl eine Bedeutung zu haben. Resonanz bedeutet in dieser Verwendung eine Wechselwirkung, sprich, man richtet seine Aufmerksamkeit auf die Welt um sich herum, wird von dieser angesprochen und merkt gleichzeitig, dass man eine Wirkung auf sie hat.

Get in Touch

Auf Social Media-Plattformen übertragen heißt das, der Nutzer kann auf einfache Weise mit dieser Umwelt, die aus Abermillionen von Mitgliedern besteht, in Verbindung treten und über Likes, Shares und Kommentare die Resonanz auf seine Aktion erfahren. Dies ist ein Grund dafür, weshalb Social Media-Kanäle in der heutigen schnelllebigen Welt große Beliebtheit erfahren.

Die private Suche nach Resonanz ist die eine Seite, die kommerzielle z. B. in der Werbung die andere. Was beide gemeinsam haben, ist die Kürze ihres eigentlichen Effektes: Er verpufft schnell und kann nicht den Anspruch erheben, uneingeschränkt und ausnahmslos dauerhaft und nachhaltig zu wirken. Mehr posten, mehr liken, mehr sharen – wie bei einer Droge muss die Dosis immer höher werden, um den gewünschten Effekt  zu erzeugen, den der private Mensch und der Werbende sich erhoffen.

Wie kann Resonanz aber nachhaltig werden? Bzw. welchen Anspruch kann man an die Resonanz durch Social Media haben?

Ein kompliziertes Feld, doch auch die PR beschäftigt sich damit, wie man die neuen Kanäle langfristig nutzen kann, ohne den gewünschten Effekt zu verlieren und dauerhaft dynamisierte Strategien verfolgen zu müssen.

Think before you act

Wichtig ist es, zunächst zu wissen, was beworben werden soll und ein Zielpublikum zu definieren.

Dann gilt es zu beachten:

  • Was ist das konkrete Thema?
  • Wie lange soll die Kampagne durchgeführt werden?
  • An welche Zielgruppe richtet sie sich?
  • Über welchen Kanal ist diese am besten zu erreichen? Soll die Strategie für alle Kanäle gleich sein?
  • Wie oft soll während der Kampagne gepostet werden und vor allem was? Bilder, Graphiken, Links oder Statements?

Aiming for the stars

Hat man eine Kampagne und die Zielgruppe definiert, geht es darum, bestimmte Ziele abzustecken und zu klären, wie man den Erfolg messen will:

  • Soll der Erfolg anhand von Likes, von Shares, von Kommentaren gemessen werden?
  • Ist dies prinzipiell ein sinnvoller Erfolgsindikator für Social Media-Strategien?
  • Oder würde es mehr Sinn machen, zu messen wie sehr sich Menschen dauerhaft für das Thema interessieren, was wiederum schwerer messbar ist?

Fragen über Fragen, die aber alle entscheidend dafür sind, ob Rosa am Ende Recht behält oder nicht.

Eine gute und nachhaltige Social Media-Strategie ist deshalb nichts, was man so nebenbei entwerfen kann. Aber etwas, das man mit professioneller Hilfe lernen kann.

Haben Sie Bedarf an einer Social Media-Strategie für Ihr Unternehmen oder vielleicht schon mal selbst eine umgesetzt? Welche Fragen haben Sie dazu oder gibt es ein paar Tipps, die Sie gerne teilen würden? Ich freue mich auf ihre Reaktionen!

 

Manuela Osiander

Manuela Osiander

Hat Internationale Beziehungen in den Niederlanden studiert und ist seit Oktober 2015 Trainee bei Maisberger. Dort betreut sie Themen wie Softwarelösungen und Clouds, aber auch Schriftdesign.
Manuela Osiander