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In vielen Branchen hat die klassische Beziehung „Arbeiter sucht Arbeit“ ausgedient. Unternehmen werben mittlerweile gezielter als je zuvor um Arbeitskräfte – Employer Branding ist das Schlagwort. Gerade Millennials sollen mit solchen Methoden angeworben werden. Bei Maisberger scheint es geklappt zu haben, sitzen hier doch überwiegend Mitarbeiter dieser Generation. Doch was ist das für eine Generation, die hier arbeitet? Und wie ändert sich durch sie die Arbeitsstruktur für Unternehmen?

Was ist ein Millennial?

Die Schlagworte „Millennials“ und „Generation Y“ gingen in den letzten Jahren verstärkt durch die Medien. Damit versucht man eine bestimmte Generation zu klassifizieren, sie als Phänomen darzustellen und ihnen eine Besonderheit zuzuschreiben. Man will sie dadurch besser verstehen, denn scheinbar ist diese Generation so anders als die „Generation X“ davor oder gar die der Baby-Boomer aus den 50ern.

Was wollen Millennials?

Eine einheitliche Meinung darüber, was die Vertreter dieser Generation ausmacht, gibt es nicht. Alle bisherigen Definitionen haben aber eines gemeinsam: Sie charakterisieren die Millennials als eine Generation, die viel in Frage stellt (Y engl. „Why“ für Warum). Ihr Fokus im Leben liegt nicht zentral auf der Arbeit, sondern in deren Sinnhaftigkeit. Sie ist die erste Generation, die mit den technischen Neuerungen rund um das Internet quasi aufgewachsen ist – Digital Natives. Und sie sind offen für neues.

Millennials scheinen also eine Generation von faulen, technikverwöhnten Kids zu sein, immer auf der Suche nach besseren Kicks. Je nach Definition sind diese Youngsters heute zwischen 15 und 35 alt.

Es wäre aber zu leicht die „Generation Y“ in diese Schublade zu stecken. Im Gegenteil: Es scheint, als wäre es noch keiner Generation davor so wichtig gewesen, einen Sinn in ihrer Arbeit zu sehen und darüber hinaus aber auch ein Privatleben zu haben, in dem sie sich auf die Familie und Hobbies konzentrieren können. Verwerflich ist das keinesfalls. Jedoch stellen diese Faktoren Unternehmen, in die diese Generation von Arbeitskräften momentan vordringt, vor Herausforderungen.

Was wollen Unternehmen?

Denn Unternehmen wollen vor allem eines: Gut ausgebildete, verlässliche, flexible und kreative Mitarbeiter, die dem Unternehmen einen Mehrwert bringen. In der heutigen Zeit, in der in einer Vielzahl an Branchen so gut wie alle Arbeit über vernetzte Prozesse erledigt wird, sind Vertreter der „Generation Y“ deshalb gefragt. Keine Generation war bislang so gut ausgebildet wie die der Millennials.

Dadurch ergeben sich aber auch Probleme auf beiden Seiten: Ein 9 – 5 Job ist kaum noch realisierbar. Weder für Unternehmen, die oft weltweit über mehrere Zeitzonen hinweg agieren, noch für die Mitarbeiter, die ihr Privatleben dem Job nicht mehr komplett unterordnen wollen.

Wie können beide einander gerechte werden?

Was man mit Sicherheit nicht korrekt benennen kann, ist was zuerst da war: Die Millennials mit ihren Ansprüchen oder die Unternehmen, mit ihren neuen Arbeitsformen. Was sich aber zeigt ist, dass beide im Prinzip gut zusammenpassen, wenn zwei Faktoren gegeben sind:

Flexible Arbeitszeiten

Ein Job, der nicht um 9 Uhr morgens beginnen muss und bis um 5 Uhr abends dauert, erlaubt es Mitarbeitern ihre Arbeitszeit flexiblen einzuteilen. Wobei natürlich auch hier wieder eine Schattenseite deutlich wird: Aufgaben müssen auch außerhalb dieser festen Arbeitszeit erledigt werden, wenn sie anfallen.Andererseits sind längere Abwesenheitszeiten, sogenannte „Sabbaticals“ in vielen Unternehmen kein Problem. Gerade bei projektbasierter Arbeit ist es oft leicht für den Arbeitnehmer nach  Abschluss eine Auszeit zu nehmen.

Technische Hilfsmittel

Dank Mobile Devices, Homeoffice und Daten-Clouds im vernetzten Arbeitsalltag sind flexible Arbeitszeitmodelle aber theoretisch kein Problem. Vielen Unternehmen bieten heutzutage ihren Angestellten an, via mobile Endgeräte von unterwegs oder vom Homeoffice aus zu arbeiten. Ob Laptop, Smartphone, Tablet – die Hardware dazu ist vielfältig. Interne Chatprogramme und Videokonferenzen unterstützen diese Form der Arbeit.

Beispiel Maisberger

Blickt man auf den Altersdurschnitt bei Maisberger zählt so gut wie die ganze Belegschaft zu den Millennials. Im Arbeitsalltag sieht man aber keine egozentrischen Träumer, die an der Sinnfrage ihres Berufes zu zerbrechen drohen. Hier können Mütter vom Homeoffice aus arbeiten, wenn die Kinder krank sind, hier kann man später kommen, wenn man noch die Handwerker in die Wohnung lassen muss und selbst längeren Fernreisen steht nichts im Weg.

Fazit: Wandel der Gesellschaft in Unternehmen gespiegelt

Ob nun Huhn oder Ei – beide sind da, beide haben Ansprüche und müssen sich auf einander einstellen. Die „Generation Y“ bietet viele Möglichkeiten für Unternehmen neue Wege zu gehen und sich selbst besser aufzustellen. Wenn das Unternehmen für die Führungskräfte von morgen als attraktiver Arbeitgeber dastehen möchte und sich von konkurrierenden Firmen abheben möchte, sollten sie auf die Stimme der jungen Generation hören.

Wie sieht es bei euch aus? Welche Wünsche habt ihr an euren Arbeitgeber?

Manuela Osiander

Manuela Osiander

Hat Internationale Beziehungen in den Niederlanden studiert und ist seit Oktober 2015 Trainee bei Maisberger. Dort betreut sie Themen wie Softwarelösungen und Clouds, aber auch Schriftdesign.
Manuela Osiander