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Im World Wide Web ist der Teufel los. In einer „Internet-Minute“ häufen die 2,7 Milliarden Internetnutzer der Welt (Tendenz steigend bei +150 Nutzern/Minute) eine unglaubliche Datenmenge an. In den großen sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter und auf Youtube tauschen sich die Nutzer nicht nur über allerhand Themen aus. Sie sehen sich auch lustige Katzenvideos an oder teilen die Bilder des letztjährigen Urlaubs. Natürlich tummeln sich hier noch dazu Unternehmen und alles vermischt sich zu einem schwer zu durchdringenden Big Data-Knäuel. Gerade Unternehmen wollen jedoch wissen, wer, wann, wo und wie über die Leistungen, Produkte und die Unternehmen selbst spricht.

Die zunehmende digitale Transformation spüren deshalb auch PR-Agenturen deutlich. Unternehmen kommen nämlich immer öfter mit der Frage auf sie zu, welche Trendthemen als nächstes aktuell werden. Doch wie sollen die Agenturen das voraussagen, angesichts dieses Big Data Everest? Angelehnt an den in den 90ern populären Begriff „Business Intelligence“ (BI) hat sich „Media Intelligence“ entwickelt. Was genau das ist und mit welchen Tools der gordische Big-Data-Knoten zerschlagen werden kann erkläre ich im folgenden Beitrag.

Im Dienste ihrer Zielgruppe

Bei „Intelligence“ dreht es sich hier nicht um die geistige Leistungsfähigkeit, sondern der Begriff bezeichnet das Sammeln, Auswerten und Darstellen öffentlicher Inhalte. Also Intelligence im Sinne einer Datensammlung, deren Auswertung strategische Hinweise geben soll und zwar im geschäftlichen Umfeld. Das Ziel von BI ist die Anpassung der eigenen Unternehmensstrategie, um Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten zu erlangen. Hierbei werden Kundendaten meist aus den unternehmenseigenen ERP-Systemen („Enterprise Resource Planning“ – Resourcenplanung von Unternehmen) in einem eigenen „Data Warehouse“ gesammelt. Diese Daten werden ausgewertet, um anschließend Empfehlungen für die Unternehmensstrategie zu formulieren.

„Media Intelligence“ ist nun eine Unterart der Business Intelligence. Der Fokus liegt hier nicht auf den Kundendaten, die im eigenen ERP-System bereits vorliegen, sondern auf den Netzwerken im Internet. Das sind nicht zwingend soziale Netzwerke, sondern es können auch die Webauftritte von journalistischen Medien oder Foren beobachtet werden.

Mehr Kommunikations dank Media Intelligence

Weniger Lärm, mehr Konversation

Warum Media Intelligence wichtig für Unternehmen sein soll? Der Claim vieler Firmen lautet doch „Der Kunde ist König“, oder? Es wird auf Kundennähe gesetzt und außerdem hat der Kunde immer Recht. Tatsache ist jedoch, dass viele Unternehmen den Kontakt zum Kunden eher verlieren, als näher an ihn heranzurücken. Außerdem fällt es ihnen zunehmend schwer, alle Touchpoints zum Kunden zu identifizieren und abzudecken. Das waren nur zwei Resultate einer Umfrage, die das Handelsblatt im Oktober veröffentlicht hat.

Media Intelligence dient also als Werkzeug für Unternehmen, näher an den Kunden zu rücken. Also den „Lärm“ der Online-Kommunikation zu reduzieren. Mittels Software können online Unterhaltungen von Personen zu bestimmten Schlagworten herausgefiltert werden. Der Anteil des Unternehmens an der öffentlichen Kommunikation kann festgestellt werden und sogar in welche Richtung das Gefühlsbarometer der Konversation ausschlägt (positiv oder negativ). Es lassen sich auch Influencer identifizieren und gezielt ansprechen. Für die Kommunikationsexperten und Social Media Manager in Unternehmen (aber auch in PR-Agenturen) sind diese Media Intelligence Tools also wertvolle Mittel, um die Konversation online mitzugestalten und schließlich zu beherrschen.

Den Knoten aufdröseln – Media Intelligence Tools

Wie eingangs erwähnt, ist der gordische Big Data Knoten ein großes Hindernis für Unternehmen, einen Nutzen aus der Online-Kommunikation zu ziehen. Nachfolgend stelle ich euch ohne besondere Reihenfolge fünf Media Intelligence Tools vor.

uberMetrics

In Echtzeit stellt das Tool Daten zur Kommunikation über ein Unternehmen bereit. Dabei greift es auf über 400 Millionen online Quellen zurück. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Blogs, Nachrichten auf sozialen Netzwerken oder Forenbeiträge handelt. Außerdem können Nutzer auch Print TV und Radio Inhalte beobachten. Gerade für PR-Agenturen ist dieses Werkzeug äußerst nützlich.

Meltwater

Mit diesem Tool können Nutzer gezielte Social Media Kampagnen starten und verwalten. Es können nicht nur Analysen durchgeführt, sondern auch Medienkontakte gezielt angesprochen oder die Beiträge auch auf die unterschiedlichen sozialen Netzwerke zugeschnitten werden .

Brandwatch

Dieses Werkzeug unterstützt Marketing Experten dabei, den ROI ihrer Social Media Maßnahmen zu bestimmen. Share-of-Voice, Wettbewerbsbeobachtungen, Sentiment-Analysen oder Keywordrecherchen sind ebenfalls möglich.

Hootsuite

Mehr als 35 soziale Netzwerke können hier an einem Ort verwaltet und die eigenen Maßnahmen analysiert werden. Ein nützliches Werkzeug, um die eigene Social Media Präsenz zu optimieren. Foren, Online Medien oder Print, TV und Radio sind hier jedoch nicht enthalten.

Google Alerts

Wer kennt Sie nicht? Bei der eigenen Gmail-Adresse kann man die Benachrichtigungen sehr schnell und zu verschiedensten Schlagwörtern einstellen. Zwar gibt es keine Auswertungen oder Handlungsempfehlungen, um aber die Konversation zu bestimmten Key Words nachzuverfolgen, ist das Tool allemal nützlich. Vor allem, da es kostenlos ist.

Patrick Seidel

Patrick Seidel

Schreibt zur Entspannung Blogbeiträge über Roboter, Software und Co. und geht klettern. Hat Übersetzung und International Marketing Communications in Ingolstadt, London und Poitiers studiert. Seit Februar 2016 verstärkt er das Maisberger Industrie-Team als Trainee.
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