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Dem aufmerksamen Leser unserer Website mag es wohl schon aufgefallen sein: Maisberger lebt in Kisten. In roten Kisten, um genau zu sein. Maisbergers wechseln tagtäglich ihren Arbeitsplatz – so lautet jedenfalls der Plan – um den Austausch und die Kommunikation untereinander ein bisschen lebendiger zu gestalten. Und irgendwie ist es ja auch schön, wenn jeder mal am Fenster sitzen darf. Dementsprechend hat keiner von uns einen festen Schreibtisch, aber trotzdem viel Zeug: Stifte, Blöcke, Notizbücher, Artikel, Zeitschriften, Kopfhörer – und Skurriles!

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Man möchte nicht meinen, was man innerhalb kürzester Zeit alles in so einer roten Kiste ansammelt. Ich bin seit gut drei Monaten hier und meine „Lady in Red“ quillt sozusagen über. Was aber wohl auch meiner nicht so stark vorhandenen Ordnungsfähigkeit zuzuschreiben ist. Frei nach dem Motto: Wer Ordnung hält, ist zu faul zum Suchen – Nur das Genie überblickt das Chaos. Keine gute Einstellung und ich arbeite daran.

Worauf ich allerdings eigentlich hinaus will, ist das Innenleben unserer Kisten. Klar, äußerst viele überaus nützliche Dinge und echt alles super wichtig und so ganz PR-mäßig auch echt geheim. Aber es gibt die kleinen Besonderheiten, die sich da unter den tausend Dokumenten verstecken. So ganz klar war mir das gar nicht bis ich letztens aufgrund eines drohenden akuten Herzstillstands ein kleines Fläschchen Schnaps geschenkt bekommen habe, der seither – natürlich noch voll und verschlossen – sein Dasein in meiner Kiste frönt. Allerdings habe ich mich schon gefragt, aus welchen unergründlichen Tiefen auf die Schnelle so ein Schnaps auftauchen konnte und war mir sicher: Es gibt rote Kisten in dieser Agentur, die bergen Geheimnisse. Und ein paar davon decke ich heute auf.

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Decke ist schon mal ein gutes Stichwort. Keine Babydecke, auch keine Kuscheldecke – nein, es handelt sich um eine Hundedecke, die da in der Kiste von  Anja bereit liegt. Ihr Hund Sidney kommt uns immer dann in der Agentur besuchen, wenn zu Hause niemand auf ihn aufpassen kann. Ein wenig verrückt ist er, der Hund, aber sehr lieb und ziemlich verspielt. In jedem Fall bringt er gute Laune mit in die Agentur, wenn er seine Decke von A nach B zerrt, um sich dort zu platzieren, wo er auch auf jeden Fall jemandem im Weg liegt. Agenturhunde sollten verpflichtend eingeführt werden, wenn man mich fragt. Mit Hund an seiner Seite hat schlechte Laune keine Chance. Sidney ist der lebende Beweis und seine Decke in Frauchens Kiste echt gut aufgehoben.

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Eine etwas andere Art von Kisten-Haustier haben Karo und Jenni zu bieten: China-Katze und Glubschaugen-Fisch. Es muss wohl einen Kollegen gegeben haben, der von jeder seiner Reisen etwas für mindestens eine seiner Kolleginnen mitbrachte. Die meisten würden wohl Kitsch dazu sagen, aber die Maisberger-Herzen hängen daran. Den Fisch hatte dieser ehemalige Kollege behalten bis er die Agentur verließ, ihn dann an eine andere Kollegin weitervererbt und als diese ebenfalls die Agentur verließ, kam er zu Karo. Dort lebt er jetzt glücklich und zufrieden sein Plastikgoldfischleben und motiviert mit seinen großen leeren Augen zur Arbeit. Mir wurde von diesem Kollegen übrigens gestern ein Zauberwürfel vererbt. Manche Dinge bleiben einfach.

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Genau wie die zerbrochene Tasse in der Kiste von Holger. Ein Urlaub, den man nie vergisst – den kennen wir alle. Und dass man sich gerne etwas aus dem Urlaub mit nach Hause nimmt, um sich diese Erinnerung möglichst oft wieder ins Gedächtnis zu rufen ist auch Gang und Gebe. Was an dieser Tasse außergewöhnlich ist: Holger hatte sie sich mit der Intention gekauft, sie als Bürotasse zu nutzen. Kaum aus dem Urlaub zurück, fiel sie ihm am ersten Arbeitstag aus der Tasche und zerbrach. Der wirklich wichtige Teil ist aber noch intakt und darf bleiben – in seiner roten Kiste.

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Neben Erinnerungsstücken beherbergen manche Kisten aber auch richtige Survival-Kits. Katharina bewahrt in ihrer Kiste Nüsse, Caro-Kaffee, Ohropax und ein Deo auf. Letzteres hat mir – und den in meiner Nähe sitzenden Kollegen – schon mal den Tag gerettet. Ich bin gespannt, was sich bei mir über die Zeit noch alles an mit Anekdoten versehenen Stücken ansammeln wird. Und natürlich, was ich in den Kisten der anderen Kollegen in Zukunft noch alles entdecken werde. The way life should be – so sollte das Leben sein: gespickt mit Dingen, die uns glücklich machen zwischen all der Arbeit und Terminen. Ja, so soll es sein.

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