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Wir leben in einer männerdominierten Welt. Global betrachtet überwiegt rein statistisch der Männeranteil: es gibt 60 Millionen mehr Männer als Frauen. Doch wie so oft bestätigt die Ausnahme die Regel: So ist zum Beispiel in Russland der Frauenanteil höher und auch hier bei Maisberger gibt es trotz Fehlen einer Frauenquote einen Überschuss an Damen. Das ist für die PR-Branche gar nicht unüblich, dennoch bei Maisberger etwas verwunderlich. Die Themen aus Industrie und IT gelten meist als klassische Männerdomäne, werden hier aber mit Bravour von meinen weiblichen Kollegen gemeistert.

Woran merkt Mann also, dass er sich in einem Frauendomizil befindet? Macht es überhaupt einen Unterschied, ob der Frauen- oder Männeranteil größer ist?

Männer unter sich

Männer unter sich

Ich kann mich nicht beschweren, feminisiert zu werden. Im Gegenteil: in Gesprächen lernt man andere Blickwinkel kennen und darum sollte es doch auch vor allem in der Kommunikationsbranche gehen. Den eigenen Horizont erweitern indem man nicht in Schubladen und Klischees denkt. Obwohl in letzter Zeit auffallend oft Gespräche zu Heirat und Kindern aufkamen, ist dies kein reines Frauenthema. Sogar Fußball- und Sportfans soll es im weiblichen Lager geben, sodass sich niemand ausgeschlossen fühlen muss.

Und auch wer denkt, die Themen würden von Frauen nicht ausreichend beherrscht, der irrt. Egal ob es um Cloud Computing, Kühlung von Rechenzentren, Roboter oder Managementthemen geht: habe ich eine Frage, wird sie mir schnell und kompetent beantwortet. Ein Unterschied könnte die ausgesprochen gute Stimmung im Büro sein. Es gibt kein dominantes Platzhirschverhalten von männlichen Kontrahenten, die ihre Stellung behaupten wollen.

Und was denken die anderen (wenigen) männlichen Kollegen von der Frauendominanz in der Agentur?

Die sind zunächst einmal sehr dankbar für das Fehlen eines „Zickenkrieges“ und betonen die entspannte und harmonische Zusammenarbeit. Einen Männergleichstellungsbeauftragten hat sich bis jetzt noch keiner gewünscht. Außerdem wird das Gesprächsniveau als höher eingeschätzt. Flache Witze scheinen dann doch ein Spezialgebiet der Männer zu sein. Falls sich die Frauen dann doch mal über einen Ehemann oder Freund unterhalten, versetzt sich der ein oder andere Kollege in die Haut desjenigen und empfindet oft ein wenig stille Empathie.

Abschließend denke ich, dass man als Mann in einer Frauenwelt warmherziger aufgenommen wird, als dass es manchen Frauen umgekehrt in der Männerwelt wiederfahren dürfte. Nichtsdestotrotz sind die Unterschiede in der Kommunikation, sei es im Alltag oder auch im Berufsleben, die zwischen verschiedenen Personen entstehen weniger auf das Geschlecht zu beziehen, als vielmehr auf individuelle Charaktereigenschaften. Und somit bleibt mir nur noch übrig, mich für ein außerordentlich tolles Arbeitsklima bei meinen weiblichen und natürlich auch männlichen Kollegen zu bedanken.