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Agenturalltag zwischen Case Study Chaos und Zen-Blog-Meditation

RUMMS! Mit diesem lautmalerischen Begriff kann man wohl am besten beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn man als frischgebackener Masterabsolvent und nach insgesamt 17 Jahren Studium und Schule endlich in der Berufswelt ankommt. Es war allerdings kein schmerzhafter Aufprall, eher ein gänzlich ungewohntes Gefühl, ein Ankommen also in einer vollkommen neuen Welt, die es nun zu entdecken gilt.

Zunächst einmal bietet sich dem jungen Entdecker ein wahrer Dschungel an neuen Fachbegriffen und Bezeichnungen, die man sich einverleiben muss: PMs, Journos, Platzierungen, Case Studies, usw. Als jemand, der zwar ein PR-Modul während des Studiums hatte, das einen groben Überblick über Trends und Theorien geboten hatte, jedoch von der PR-axis weit entfernt war, nimmt man die scharfe Machete der Erfahrung der Kollegen dankbar zur Hand, um diesem Dickicht Herr/Frau zu werden. Zusätzlich zu den Fachbegriffen bietet dieser Dschungel auch immer wieder besonders hartnäckige Geflechte aus Deadlines, unterschiedlichen Arbeitszeiten, oder sogar Zeitzonen, da viele Unternehmen global agieren. Noch dazu muss man sich in einer Agentur auf unterschiedliche Kunden, Themen und Herausforderungen einstellen. Das sind jedoch alles Dinge, die man mit gutem Email-Management und einem großen Block mit Notizen bewältigen kann. Außerdem gibt es da ja immer die lieben Kollegen, die man in der Not um Rat fragen kann.

UnbenanntHat man sich erst einmal des „Fachbegriffdickichts“ entledigt, wartet schon die nächste Herausforderung: Blogbeitrags-Treibsand. Auch hier zeigt sich: wer wenig Erfahrung mit dem Schreiben eigener Texte hat, kann steckenbleiben oder gar versinken. Mir persönlich hat hier die Erfahrung aus dem Bachelor-Studium zum Übersetzer weitergeholfen. Doch auch andere Studiengänge erweisen sich als hilfreich: ob Germanistik, Anglistik, Amerikanistik, Japanologie, oder gar Archäologie – PR ist nämlich vor allem eines: Ein Schmelztiegel aus unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten Hintergründen. Dies ist gleichzeitig eine der größten Stärken der PR: Sie zieht Menschen mit Erfahrungen aus mannigfachen Bereichen und mit einer Vielfalt an Perspektiven an. Besonders wertvoll ist das auch für die Unternehmen, die eine PR-Agentur beschäftigen, da sie Texte erhalten, die genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.

Nach vier Wochen in diesem aufregenden und exotischen Gebiet der PR kann ich nur sagen, dass viele Herausforderungen noch vor mir liegen, doch ich bin zuversichtlich. Die ersten Schritte sind getan und ich bin – dank Kollegen-Macheten – bereits tief in das Dickicht vorgestoßen. Nachdem ich eine Zeit lang mühsam durch den E-Mail-Amazonas gewatet bin, habe ich einige große Kunden-Felsen gefunden, auf denen ich eine kurze Rast einlegen konnte und mittels derer ich mir einen Weg durch den reißenden Strom bahne. Die auf den ersten Blick wie Treibsand erscheinenden Blogbeiträge dienen mir nun als ruhige Oasen, wo man Halt machen kann, um in sich zu gehen und seine Gedanken in ruhiger Zen-Meditation zu ordnen. Ich bin gespannt, welche Fachartikel-Berge und Trend-Labyrinthe noch auf mich warten. Möglicherweise finde ich sogar Überreste einer großen Fall-Studien-Zivilisation. Ich freue mich!

Patrick Seidel

Patrick Seidel

Schreibt zur Entspannung Blogbeiträge über Roboter, Software und Co. und geht klettern. Hat Übersetzung und International Marketing Communications in Ingolstadt, London und Poitiers studiert. Seit Februar 2016 verstärkt er das Maisberger Industrie-Team als Trainee.
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