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Diversity-Management – Vielfalt als Unternehmensvorteil

Deutschland ist bunt! Nicht nur in der Gesellschaft spielt Diversity eine immer größere Rolle, sondern auch in der Unternehmensführung. Das Stichwort hier lautet Diversity-Management oder auch Vielfaltsmanagement genannt. Damit beschäftigt sich auch die PR und setzt vor allem in der internen Unternehmenskommunikation die Vielfalt in den Vordergrund.

Warum Vielfalt?

Diversity-Management – ein Teilbereich des Personalmanagements und vor allem Disziplin der HR-Abteilungen – setzt auf die Vielfalt der Mitarbeiter eines Unternehmens. Grundlegendes Ziel ist es, diese Vielfalt für den Unternehmenserfolg zu nutzen. Vor allem sollen aber auch die Mitarbeiter profitieren und sich im Unternehmen wohlfühlen.

Diversity umfasst unter anderem folgende Attribute:

Indem sich Unternehmen nach außen als besonders vielfältig darstellen, können sie sich auf dem umkämpften Bewerbermarkt einen Vorteil verschaffen und so auf sich aufmerksam machen. Der Außenauftritt von Unternehmen ist heute wichtiger denn je. In einer Welt, in der Vielfalt großgeschrieben und immer entscheidender wird, wirken starre Unternehmensstrukturen und Engstirnigkeit für junge, weltoffene Nachwuchskräfte nicht mehr attraktiv – im Gegenteil.

Doch inwieweit wird Diversity-Management in deutschen Unternehmen bereits umgesetzt?

Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigt, dass auf internationaler Ebene bereits 81 % der befragten Unternehmen geeignete Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeitervielfalt umgesetzt haben. Derartige Maßnahmen sind zum Beispiel Diversity-Kriterien bei der Auswahl von BewerberInnen, Förderung von entsprechenden Mitarbeiternetzwerken oder geeignete Workshops. In Deutschland ist es allerdings nur ein Drittel. Die Maßnahme Nummer 1 hierzulande ist die Arbeitszeitflexibilisierung. 29 % setzen dies bereits um. Diversity-Abteilungen oder entsprechende Verantwortliche gibt es allerdings nur in 4 % der deutschen Unternehmen.

Unternehmen profitieren

Indem Unternehmen einen vielfältigeren Bewerberkreis ansprechen, besteht die Möglichkeit, dass sie auch mehr Talente erreichen, die sie sonst nicht angesprochen hätten. So können Unternehmen stetig wachsen und profitieren zudem auch finanziell. Unternehmen, die auf Vielfalt setzen, sind um 19 % profitabler.

„Mehr Vielfalt bietet Unternehmen nicht nur einen finanziellen Anreiz, sondern auch die Möglichkeit für ein vielfältiges Denken, Kreativität und den Zugang zu einem größeren Talentpool.“

Naomi Holdaway

Account Executive, Maisberger

Mangel an Frauen

In Deutschland ist ein klarer Mangel an Frauen in Führungsriegen zu beobachten. Deutschland liegt hierbei sogar deutlich zurück – der Anteil an Frauen in Führungspositionen beträgt nur 12,1 %. Die USA schneiden mit 24,8 % deutlich besser ab. Dieser Mangel an Frauen lässt sich besonders im MINT-Bereich beobachten. Bereits in der Schulzeit müssen Vorurteile gegenüber verschiedenen Berufsgruppen bekämpft werden. Es ist wichtig, auch Frauen für Berufe zu begeistern, die von männlichen Fachkräften dominiert werden, um so dort die Vielfalt zu steigern.

Vielfalt stärkt

In Hinblick auf den Bewerbermangel und zu Recruiting-Zwecken ist es also entscheidend, sich vom Markt abzuheben und attraktiv für junge Nachwuchskräfte zu werden. Entscheidende PR-Maßnahmen können hier ausschlaggebend sein, um die Vielfalt im Unternehmen zu steigern.

 Du möchtest lernen, wie man PR effektiv einsetzt? 

Dann bewirb dich bei uns!

Public Relations 2019 – 7 Einflussfaktoren

2018 neigt sich dem Ende zu, und wir beschäftigen uns mit der Frage „Was wird 2019 auf die PR zukommen?“. Schwerpunkte verschieben sich, Entwicklungen schreiten voran und Kommunikatoren können sich auf viele weitere Trends freuen. Klingt kryptisch? Wir bringen Licht ins Dunkel und sagen euch, welche Faktoren die PR 2019 beeinflussen werden.

 

Im Überblick – PR Einflussfaktoren 2019

 

1. Storytelling so vielfältig wie noch nie

Leben statt schreiben: Es gibt immer mehr Möglichkeiten, um PR-Texte nicht nur informierend, sondern mithilfe von Storytelling auf unterschiedlichste Weisen auch erlebbar zu machen. Inhalte müssen viel stärker visuell gedacht werden. Es kommt nicht auf Textmengen an, sondern auf das Erschaffen ausdrucksstarker Bilder. Nur so können Inhalte langfristige Wirkung erzielen.

2. Der Anspruch an visuelle Inhalte wächst rapide

Auch 2019 sind Video, Bewegtbild und VR ein gewaltiger Trend für die Kommunikationsarbeit. Mit Storytelling im Fokus können vermittelte Inhalte hier noch interaktiver und erlebbarer gestaltet werden. Das bedeutet: Erstellung von maßgeschneiderten Inhalten für die jeweiligen Zielgruppen, um dadurch dauerhaften Mehrwert zu generieren. Neben etablierten Plattformen wie Facebook und Twitter nehmen auch Instagram mit dem neuen Format Instagram TV und Spotify mit zahlreichen Podcasts zunehmend eine zentrale Rolle ein.

3. Mehrwert statt Bullshitbingo

Nutzer werden auch kommendes Jahr wieder mit Content förmlich überschüttet. Um für die eigenen Kunden relevante Themeninhalte reichweitenstark zu platzieren und sich aus der Masse an Inhalten hervorzuheben ist ein gutes Contentmanagement unumgänglich. Dazu ist es aber auch erforderlich, dass Unternehmen Inhalte in Form von „Owned Content“ (beispielsweise Customer Stories, Studien oder Whitepaper) bereitstellen. Während Contentmanagement in der PR nicht nur bedeutet erfolgreich mit und durch Medien zu kommunizieren, sondern auch in den direkten Dialog und Austausch mit Zielgruppen zu treten, schafft eigener Content über eigene Plattformen Unabhängigkeit und Alleinstellungsmerkmale für die jeweilige Marke.

4. Rechtliche Auswirkungen

Die DSGVO hat bereits 2018 Kommunikationsverantwortlichen vieles abverlangt. Doch das war noch nicht alles: Unternehmen müssen gewappnet sein für die wahrscheinlich schon 2019 kommende E-Privacy Verordnung. Infrastrukturen und Strategien zur Datensammlung- und Verarbeitung werden sich durch diese Verordnungen entsprechend maßgeblich verändern müssen.

5. Datenanalyse will gelernt sein

PR galt lange als „nicht messbar“, doch mittlerweile gibt es hier neue Möglichkeiten. Performance Measurements, Auswertungen und Monitoring bieten eine Bandbreite an Vorteilen für die PR-Arbeit: Automatisierung von Arbeitsprozessen wie dem Presseaussand, schnellere Datenerfassung, präzisere Datenanalyse. Doch diese Vorteile wollen für effiziente Nutzung auch verstanden werden. Künstliche Intelligenz bildet die Basis, Weiterbildung ist ein Schlüsselfaktor, um für die Trends gewappnet zu sein.

6. PR ist People Business

Unsere Gesellschaft zelebriert Individualismus und die Digitalisierung bietet fortschreitend mehr Möglichkeiten, um beeindruckende Persönlichkeiten, außergewöhnliche Kompetenzen und spannende Leistungen von Einzelpersonen online in Szene zu setzen. Der Aufbau des Online-Auftritts kann dabei zum entscheidenden Faktor für die Positionierung Einzelner als Vordenker und Experten werden oder Kampagnen ein Gesicht geben, beispielsweise durch Executive PR oder Profiling.

7. PR muss Garant für Vertrauen sein und bleiben

Objektivität und fundierter Content sind beständige Qualitäten der PR. Doch im Zuge des stark gestiegenen Misstrauens gegenüber Medien und dem generellen Aussagegehalt von Inhalten (unter vielen Stichwörtern wie Fake News, Fake Follower, Fake Studien etc. festgehalten) kommt ihr eine wesentlich größere Rolle in der Schaffung und Zurückgewinnung von Vertrauen zu.

 Die Einflussfaktoren auf PR kennt ihr jetzt, aber wie setzt man dieses Wissen praktisch um?

Schaut doch mal in unsere Rubrik „How to PR“.

Fake News und Informationsflut: Herausforderungen für die PR

Am 13. April 1964 sorgte die dpa mit folgender Meldung für Wirbel: Der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow sei vier Tage vor seinem 70. Geburtstag verstorben. Doch nur wenige Minuten später folgte eine Korrektur und die Meldung stellte sich als Zeitungsente heraus. Fake News stellen also kein Phänomen der Gegenwart dar, sondern sind wohl so alt wie die Medienlandschaft selbst. Aber in jüngeren Jahren hat sich die Zahl der Falschmeldungen vermehrt und das Misstrauen gegenüber Statistiken, Grafiken und Fakten, die selbst renommierte Medien veröffentlichen, ist in der Bevölkerung groß.

Herausforderungen durch die Digitalisierung

Denn was sich durch die Digitalisierung verändert hat, ist die Geschwindigkeit, mit der sich gefälschte Nachrichten verbreiten. Und noch etwas hat sich durch das Internet entwickelt: die Menge an Informationen – wahr oder falsch – auf die jeder zugreifen kann. Suchmaschinen wie Google liefern auf jede Frage zigtausende von Antworten. Diese Daten werden schnell mit Wissen gleichgesetzt – ohne Prüfung der Quelle und ein Hinterfragen der Informationen.

Der bestehende Informationsüberfluss führt dazu, dass viele von der Menge an Daten überfordert sind. Deshalb wird es immer schwieriger, relevante Daten herauszufiltern bzw. zwischen Wahrheit und Fake zu unterscheiden. Laut der Data Equality Kampagne des Software Unternehmens Qlik sind 31 Prozent der Befragten in Deutschland mit der Informationsflut aus den Nachrichten überfordert. Noch deutlicher ist dies in Hinblick auf die sozialen Medien: Hier geben sogar 40 Prozent an, mit der Menge an Daten nicht mehr zurecht zu kommen. Und eine Unterscheidung zwischen Wahrheit und Manipulation bereitet – medienübergreifend – sogar jedem Zweiten Probleme.

Glaubwürdigkeit der Kommunikationsbranche auf der Probe

Warum sind diese Entwicklungen für die Kommunikationsbranche von Bedeutung? Spielt das Thema für PRler/-innen überhaupt eine Rolle? Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Denn in der Kommunikation gilt Glaubwürdigkeit als die höchste Währung. Das bedeutet, dass einerseits die von der PR weitergegebenen Informationen wahrhaftig sein müssen. Aber auch, dass wir auf unabhängige, neutrale Dritte angewiesen sind, die die Informationen glaubwürdig verbreiten.

Damit geht einher, dass ein PR-Profi Up-to-Date sein muss, was die Medienlandschaft, aber auch die behandelten Themen betrifft. Er sollte also jederzeit auf Fake News vorbereitet sein. Denn: Ist er stets umfassend informiert, kann er schnellstmöglich auf falsche Meldungen mit Fakten reagieren. Dies, der thematische Überblick wie die Fähigkeit, in Echtzeit zu reagieren, gelten als oberste Priorität für die PR-Arbeit, um mit den Herausforderungen „Informationsflut“ und „Fake News“ umgehen zu können.

Daneben gibt es aber noch weitere Möglichkeiten für Kommunikationsprofis, diese Hürden zu überwinden und die eigene Glaubwürdigkeit zu stärken:

  1. Daten müssen zugänglich und transparent kommuniziert werden, damit aus ihnen relevante und eindeutig verständliche Informationen werden.
  2. Medien, Quellen, Kanäle und Informationen müssen zur Zielgruppe passen, damit sie dem gewünschten Zielpublikum als relevant und vertrauenswürdig erscheinen.
  3. Eine ordentliche Recherchearbeit ist nötig, damit sich die eigenen Informationen als zweifelsfreie Fakten von der großen Informationsflut und Fake News abheben.

Doch bei diesem Punkt, der Recherche, findet man sich schnell in einem Teufelskreis wieder. Denn einerseits ist es zwar die Aufgabe, seriöse Nachrichten zu vermitteln, die sich aus dem Informationsüberfluss hervorheben und als relevant herausgefiltert werden können. Doch gleichzeitig hat man selbst mit einem Überfluss an Daten zu kämpfen. Wie kann es gelingen aus all den verfügbaren Quellen glaubwürdige und relevante Informationen herauszufiltern?

 

Die folgende Checkliste bietet Hilfestellung beim Umgang mit der Informationsflut und bei der Quellensuche:

Ein klares Rezept im Kampf gegen Falschmeldungen und Informationsüberfluss gibt es (noch) nicht. Doch für die gesamte Kommunikations- und Medienbranche ist es wichtig, sich durch Akkuratesse glaubwürdig zu positionieren und Lesern einen auf Fakten basierten Weg aus dem Daten- und Informationsdschungel zu bieten.

 Ihr wollt erfahren, wie ihr Webtexte so gestalten könnt, dass sie eure Zielgruppe erreichen? 

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Berufsfeld PR: Handwerk oder Wissenschaft?

Wer sich für den Berufseinstieg in die PR interessiert, stellt schnell fest: Viele Wege führen nach Rom. Während Agenturen mit Volontariaten und Traineeships werben, hält die Profession angesichts einer zunehmenden Akademisierung vermehrt in universitäre Lehrpläne Einzug.

Dies wirft die Frage auf: Ist PR Handwerk oder doch eher Wissenschaft?

PR-Studiengänge: die Hintergründe verstehen

Seit einigen Jahren bieten deutsche Unis und Hochschulen vermehrt Studiengänge mit PR-Schwerpunkt an. Klassischerweise sind diese an den kommunikationswissenschaftlichen Instituten verortet und stellen meist eine fachspezifische Vertiefung auf Masterniveau dar. Aufgrund der starken Nachfrage sind die meisten dieser Studiengänge – zumindest hinsichtlich öffentlicher Hochschulen – zulassungsbeschränkt. Der Zugang zu einem Studienplatz ist also in der Regel an Kriterien wie beispielsweise Notendurchschnitt geknüpft.

Wenn du dich für ein PR-Studium entscheidest, näherst du dich dem Thema in der Regel aus verschiedenen Perspektiven.

Forschen:

Mittels Methoden der empirischen Sozialforschung untersuchst du Zusammenhänge und Muster in realweltlichen Kommunikationsgefügen. Du stellst Hypothesen auf, überprüfst diese und bringst so neues Wissen hervor. Typische Methoden sind zum Beispiel

  • Inhaltsanalysen (etwa von Pressemitteilungen in einer Unternehmenskrise),
  • Experimente (zum Beispiel zur persuasiven Wirkung von Advertorials) oder
  • Befragungen (beispielsweise zur journalistischen Wahrnehmung von PR-Akteuren).

Auch Methoden wie zum Beispiel qualitative Interviews, etwa zum beruflichen Selbstverständnis von PR-Verantwortlichen, kommen zum Einsatz.

Analysieren und Verstehen:

Darüber hinaus lernst du kommunikationswissenschaftliche Theorien und Modelle zu PR-Kontexten kennen, diskutierst und überprüfst sie. Es gibt zum Beispiel verschiedene Theorien der Krisenkommunikation wie

Diese beiden Ansätze kategorisieren das kommunikative Verhalten von Unternehmen in Krisensituationen. Theorien wie diese beschreiben und analysieren also existente Abläufe der Berufspraxis, wodurch sie weitergehend Empfehlungen zulassen.

Erfahren:

In praktischen Übungen, oft in Kooperation mit Unternehmen, erarbeitest du Konzepte und Lösungsvorschläge für reale Kommunikationsprobleme. In der Regel helfen dir im Lehrplan vorgesehene Praktika, erste Praxiseinblicke zu sammeln.

Durch diese Kombination aus verschiedenen Zugängen vermitteln PR-Studiengänge ein vielschichtiges Bild ihres Forschungsgegenstandes. Dabei befähigen sie Studierende, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen sowie konkrete Kommunikationsgeschehnisse adäquat darin zu verorten.

Wie im universitären Kontext üblich, überwiegt dabei die Theorie stets die Praxis. Jedoch könnten beide nicht ohne einander: Die gelebte Praxis dient der der Wissenschaft als Untersuchungsobjekt und legitimiert so zugleich ihr Dasein. Andersherum speisen wissenschaftliche Erkenntnisse, beispielsweise hinsichtlich persuasiver Kommunikationsstrategien, die Praxis und verbessern ihr Wirken.

PR-Traineeship: selbst Hand anlegen

Doch der Zugang zum PR-Beruf ist offen: Auch Absolventen anderer Studiengänge oder Quereinsteiger können im Berufsfeld Fuß fassen. Gerade im Agenturumfeld ist es ziemlich üblich, dies über ein Traineeship oder Volontariat zu tun. Diese in der Regel auf 12 oder 24 Monate ausgelegte Ausbildungszeit vermittelt das tägliche Doing direkt am Arbeitsplatz.

Was auf den ersten Blick wie ein Sprung ins kalte Wasser wirken mag, ist der vielleicht effektivste Weg, das ganze Spektrum an Kommunikationsmaßnahmen kennenzulernen. Denn bei einer Agentur arbeitest du für verschiedene Kunden – und sie alle

  • bearbeiten eigene Themen,
  • senden unterschiedliche Botschaften und
  • adressieren spezielle Zielgruppen.

Indem du dies in jedem Einzelfall spezifisch berücksichtigst, sammelst du in kürzester Zeit eine Menge Erfahrung. Dabei kristallisieren sich ein paar Fähigkeiten heraus, die besonders wichtig sind:

  • Schreiben: Griffige Formulierungen zu finden, pfiffige Headlines zu entwerfen und Wesentliches prägnant auf den Punkt zu bringen, ist unser täglich Brot. Im Traineeship probierst du dich an unterschiedlichen Textformen und verfeinerst deinen Schreibstil.
  • Geschichten erzählen: In unserem Beruf geht es viel darum, komplexe Themen in packende Geschichten zu verwandeln. Storytelling lautet das Zauberwort. Das ist manchmal gar nicht so leicht, gerade wenn es um technisch anspruchsvolle Themen geht – doch genau hier gibt es viel zu erzählen!
  • Überzeugen: Pitchen hat nicht immer etwas mit Golf zu tun – das lernst du in einer PR-Agentur ziemlich schnell. In der Agentursprache bedeutet es, Journalisten die eigenen Themen vorzuschlagen und sie dafür zu begeistern. Dafür nehmen wir die journalistische Perspektive ein und bereiten potenzielle Geschichten spannend auf.
  • (Selbst-)Organisation und Projektmanagement: Diese Fähigkeiten erlernst du zugegebenermaßen auch im Rahmen eines Studiums. Im schnelllebigen Agenturalltag aber sind sie aber essentiell: Um in der Flut an E-Mails und Informationen nicht unterzugehen, ist es wichtig, zu priorisieren und den Überblick zu behalten.

Diese Kompetenzen bilden das Rüstzeug für die PR-Arbeit – ein Handwerk also, das sich zu einem gewissen Grad also erlernen lässt.

Fazit: Entweder oder? Und!

Ist PR nun also Handwerk oder Wissenschaft? Als Absolventin eines PR-Studiengangs und gegenwärtige Trainee bin ich der Ansicht: Anstelle des „oder“ sollte vielmehr ein „und“ treten.

PR ist Wissenschaft, denn ihr liegen komplexe Wirkungszusammenhänge zugrunde, die bestimmen, wie bestimmte Botschaften bei verschiedenen Zielgruppen ankommen und welche Effekte sie dort auslösen. Auch die Interaktion der Systeme Journalismus und PR, die Motive und das Selbstverständnis der darin handelnden Akteure oder die historische Entwicklung strategischer Kommunikation bedingen ein Erkenntnisinteresse. Diese Aspekte zu analysieren, zu ergründen und Schlüsse daraus abzuleiten, legitimieren die PR-Forschung als wissenschaftliche Disziplin.

Ein PR-Studium vermittelt ein Verständnis für komplexe Wirkprozesse

Zugleich ist sie aber auch Handwerk, das im Rahmen einer Ausbildung erlernt werden kann (und in irgendeiner Form praktisch geübt werden muss, um versiert darin zu werden). Ohne praktische Erfahrung und jede Menge Übung geht es nicht.

Ein Traineeship garantiert eine Menge Erfahrung

Die Wege in die PR sind also vielfältig, verschiedene Zugänge ergänzen einander. Wie du zum Ziel gelangst, hängt letztlich von der dir eigenen Art ab, dich einem Thema zu nähern – ob du dich lieber direkt in die Praxis begibst oder dich zunächst auf theoretischer Ebene mit den zugrundeliegenden Strukturen und Wirkmechanismen eines Gegenstandes befasst. Dies zeigt zugleich, wie vielfältig unsere Profession ist – und genau das macht sie so spannend.

 Wie die Kollegen ihren Weg zu Maisberger gefunden haben?

Hier erfahrt ihr es!

Ein wichtiger Partner: Was es im Kontakt mit Redakteuren zu beachten gibt

Die Referenzgeschichte für den Kunden ist geschrieben und freigegeben – Füße hoch und Feierabend? Nein, noch lange nicht! Denn der fertige Text erscheint nicht automatisch in einem Fachmagazin oder einem Wirtschaftsmedium. Dem geht noch ein wichtiger Arbeitsschritt im Alltag eines PR-Agenten voraus, der oftmals mit dem Griff zum Hörer beginnt: Der Pitch. Am anderen Ende der Leitung sitzen Redakteure, die darüber entscheiden, ob eine Story ins nächste Heft kommt oder nicht. Was es im Kontakt mit Redakteuren zu beachten gibt, um an dieser Stelle Erfolg zu haben, hat uns unsere Content Marketing Managerin Ulinka Wagner verraten.

Kleiner Exkurs: Wie unterscheiden sich PR-Agenten von Redakteuren?

Das Schreiben ist zwar auch des PRlers täglich Brot, sein Aufgabenspektrum geht aber noch weit darüber hinaus. Ein großer Unterschied zum Redakteur liegt vor allem in der Zielgruppe und in den Rahmenbedingungen, die damit verbunden sind.

“Es geht beide Male darum, Kunden zu erreichen. Bei einer Redaktion sind es die Käufer des Mediums, bei Agenturen sind es die potentiellen Kunden der Auftraggeber.”

Ulinka Wagner

Content Marketing Managerin, Maisberger, und erfahrene Redakteurin

Während Redakteure also den Lesern ihres Mediums verpflichtet und gewissermaßen flexibel darin sind, entscheiden zu können, worüber sie schreiben, handeln PRler allein im Auftrag eines Unternehmens.

Den richtigen Ansprechpartner kontaktieren

Wer interessiert sich also überhaupt für meine Referenzgeschichte? Eine wichtige Frage, denn landet das Thema beim falschen Ansprechpartner, kann dieses schnell mal keine Beachtung bekommen. Denn Redakteure erhalten jeden Tag zuhauf PR-Anfragen. Dazu lohnt es sich, einen Blick auf die personelle Zusammensetzung einer Redaktion zu werfen:

  • Der Chefredakteur
    Bevor eine Idee überhaupt in den Themenplan aufgenommen, geht sie über den Tisch des Chefredakteurs. Neben der Vorgabe für die Ausrichtung journalistischer Inhalte ist der Chefredakteur vor allem für das Führen der Redaktion und die Einhaltung von Leitlinien nach Presserecht und Herausgeber verantwortlich. Ein Themenvorschlag von außerhalb kann hier schon mal „nach unten“ weitergeleitet werden, aber auch schnell ins Leere gehen.
  • Ressortleiter
    Gerade größere Medien sind in verschiedene Themengebiete unterteilt, sogenannte Ressorts, beispielsweise in Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Der Ressortleiter kann sich hierbei auf sein Fachgebiet spezialisieren und erarbeitet mit seinen Redakteuren eigenverantwortlich neue Ideen und Konzepte. Erwischt man also den zum Pitchthema passenden Ressortleiter, steigen die Chancen auf eine Veröffentlichung.
  • Redakteure
    Redakteure sind immer auf der Suche nach neuen Stories und damit oft erste Anlaufstelle für einen PRler. Von Themenfindung über Recherche bis zum Verfassen und Redigieren von Beiträgen beschäftigt sich der Redakteur mit den kreativen Aufgaben des Tagesgeschäfts – immer in Absprache mit dem Chefredakteur.

“Als Redakteurin musste auch ich alle neuen Themen meiner Chefredakteurin präsentieren – ein interner Pitch quasi. Aktualität und Relevanz sind hier wichtige Stichworte.”

Ulinka Wagner

Content Marketing Managerin, Maisberger

Ob in einer Redaktion alle klassischen Positionen besetzt sind, hängt von der Größe eines Mediums ab. Kleinere Branchenmagazine können durchaus nur aus einem Chefredakteur bestehen, der allein oder mit wenig Personal für den Inhalt verantwortlich ist. In größeren Redaktionen gilt es, genau hinzuschauen und zu entscheiden, welches Ressort oder welcher Redakteur genau mein Themengebiet behandelt.

Vorher schlau machen, welche Formate für ein Medium interessant sind

Jede Redaktion hat eigene Vorlieben, die einen wollen nur Themenvorschläge und Input, die anderen nehmen auch gerne mal einen fertigen Beitrag an. „Letzteres ist eher bei kleineren Redaktionen möglich, die den Aufwand zeitlich nicht stemmen können und wenig Budget haben“, so Ulinka. „Bei hochwertigen Formaten ist vor allem eine einheitliche Sprache wichtig, das Schreiben übernehmen daher die Redakteure immer selbst.“

Den Redaktionsalltag im Hinterkopf behalten

„Vorneweg: ein Patentrezept für den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht“, sagt Ulinka. „Es gibt morgens oft feste Redaktionsmeetings, wie häufig diese stattfinden hängt ganz von der Größe des Mediums ab und mit welcher Häufigkeit es erscheint.“ Danach folgen Außentermine, Meetings mit Chefredakteuren oder Ressortleitern und die redaktionelle Arbeit – das kann schon mal für einen hektischen Arbeitstag sorgen. Dies im Hinterkopf zu behalten kann also ein entscheidender Faktor für den Platzierungs-Erfolg sein.

Eine gute Beziehung kann Gold wert sein

„Es spielt eine wichtige Rolle, wie gut Redakteure und PRler sich kennen und ob sie gut miteinander können“, erzählt Ulinka. „Wichtig ist, auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren. Es ist ja gewissermaßen ein Spiel mit offenen Karten: Die Redakteure wissen, PRler wollen ihre Themen unterbringen und die Redakteure brauchen Themen. Ohne die Unternehmensnews die ihnen PR-Agenturen anbieten, müssten sie alles selbst recherchieren. Vor dem Hintergrund klein besetzter Redaktionen und zunehmenden Zeitdrucks, ist das nicht immer machbar.“ Sinnvoll ist auch, gemeinsam Themen zu entwickeln, zu erfragen, was eine Redaktion für die nächsten Ausgaben plant und welche Themen gut passen könnten.

Durch gute Zusammenarbeit zum Erfolg

Redaktionen erweisen sich als wichtige Partner im Tagesgeschäft von PR-Agenturen. Das bedeutet für erfolgreiche Pressearbeit: Beziehungsaufbau zu Redakteuren ist das A und O! Und für die Platzierung meiner Referenzgeschichte gilt: Den genauen Ansprechpartner zu kennen sowie zeitlich und redaktionell richtig zu agieren, damit mein Angebot auch maximale Aufmerksamkeit bekommt.

Habt ihr noch Fragen zur Zusammenarbeit von PR-Agenturen und Redaktionen? Dann hinterlasst uns einen Kommentar!

How to: Kommunikation der Employer Brand

Employer Branding (dt. Arbeitgebermarkenbildung) ist einer der vielen Disziplinen der Unternehmenskommunikation, bei der sich die Kommunikation rund um den Menschen dreht – eine Kernaufgabe des Human Centered Communications Teams bei Maisberger. Wir helfen Unternehmen dabei, ihre Employer Brand (dt. Arbeitgebermarke) zu entwickeln und nach außen und nach innen effektiv zu vertreten. Wie machen wir das?

Kommunikation ist der Schlüssel zur erfolgreichen Employer Brand

Employer Branding enthält viele einzelne Schritte, von denen keiner außen vorgelassen werden darf. Angefangen bei der Analyse des Ist-Zustandes bis hin zur Messung des Erfolgs.

Einen dieser Schritte möchte ich euch heute vorstellen: die Kommunikation der Employer Brand. Eine großartige Employer Brand bringt nicht viel, wenn sie nicht auch an die gewünschte Zielgruppe (Bewerber und Mitarbeiter) kommuniziert wird.

In allen (Arbeitgeber-)Kommunikationsmaßnahmen sollte sichergestellt werden, dass die dargestellte und tatsächliche Realität der Employer Brand übereinstimmen. Damit kann man ganz einfach vermeiden, dass es zu Missverständnissen kommt.

Die gesamten Kommunikationsmaßnahmen des Unternehmens müssen in Einklang mit der Employer Branding Strategie erfolgen. Das fängt bei den Posts auf den Social-Media-Kanälen an, über das Auftreten der Mitarbeiter bei Karrieremessen bis hin zu Vorstellungsgesprächen. Überall, wo Zielbotschaften vermittelt werden.

Achtung: Macht ein Unternehmen den Fehler Zielbotschaften ohne Abgleich mit der Employer Branding Strategie zu formulieren, kann folgendes passieren: Es könnten zu viele – oft widersprüchliche – Botschaften in Umlauf geraten. Das führt dazu, dass sich bei der Zielgruppe kein einheitliches Bild der Employer Brand bilden kann.

So findet man Klarheit bei der Botschaftsfindung

Um die komplexe Employer Brand richtig zu kommunizieren, müssen die richtigen Botschaften zur richtigen Zielgruppe gelangen. Wie formuliere ich diese idealen Botschaften und auf was muss ich achten? Gibt es verschiedene Arten von Botschaften?

  • Kernbotschaften oder auch „universelle Botschaften“
    • Alle Kommunikationsmaßnahmen müssen mit Kernbotschaften im Einklang stehen. Das Ziel hierbei ist es, das gewünschte Bild des Unternehmens im Kopf der Zielgruppe zu erzeugen. Kernbotschaften können z.B. auf Karrierewebsites oder Messedisplays verwendet werden.
      Beispiele für Kernbotschaften: Darstellung des Selbstbildes als Arbeitgeber oder der Unternehmenskultur.
  • Botschaften je Zielgruppe
    • Kernbotschaften werden mit zielgruppenspezifischen Inhalten ergänzt. Hierzu wird zuerst die Zielgruppe segmentiert, z.B. in Führungskräfte und Auszubildende, und die Kernbotschaften zielgruppenspezifisch aufbereitet. Erst dann sollten sie z.B. in Stellenanzeigen oder auf den Unterseiten der Karrierewebsite verwendet werden.
      Beispiele für zielgruppenspezifische Botschaften: Wichtigkeit des Coachings für Nachwunschkräfte oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  • Fortführende Themen
    • Fortführenden Themen gelten ebenfalls als zielgruppenspezifische Botschaften. Hierunter versteht man Themen, die besonders wichtig sind für Interessenten, die sich schon intensiver mit dem Arbeitgeber beschäftigt haben.
      Beispiele für fortführende Themen: Weiterbildungsmöglichkeiten oder die Work-Life-Balance.

Kommunikation ist vielseitig

Nun habt ihr einen kleinen Einblick in die Kommunikation der Employer Brand erhalten und habt bestimmt gemerkt, dass hier viel Feingefühl nötig ist. Es ist für die Mitarbeitergewinnung und -bindung erfolgsentscheidend, eine starke Employer Brand zu haben und damit diese auch von den richtigen Menschen wahrgenommen wird, muss sie genauso stark kommuniziert werden.

Ihr wollt mehr über Employer Branding lernen?

Lest hier!