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Gedruckte Expertise: Die fabelhafte Welt der Fachzeitschriften

Während das Gros der Printmedien in Deutschland seit Jahren mit sinkenden Auflagenzahlen kämpft, gibt es eine Gruppe unter ihnen, die sich dem Abwärtstrend entzieht: die Fachzeitschriften. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis und welche Rolle spielen sie für die Arbeit von Maisberger?

Dass Print in der Krise steckt, ist mittlerweile ein alter Hut. Seit Beginn der 1990er Jahre sinkt die verkaufte Auflage der Tageszeitungen in Deutschland konstant. Insbesondere regionalen Blättern bricht die Leserschaft weg. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Digitalisierung fehlt es auf dem Printmarkt nach wie vor an nachhaltigen Erlösstrategien, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Medien auch im digitalen Umfeld sicherzustellen.

Anders gestaltet sich die Lage bei den Zeitschriften – und zwar insbesondere auf dem Fachmedienmarkt: Die jährliche Fachpressestatistik des Berufsverbandes „Deutsche Fachpresse“ zeigt, dass der Umsatz durch Fachmedien in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Der größte Teil, nämlich 55,5 Prozent, entfällt dabei auf Zeitschriften. Und deren Zahl wächst rasant: 4.016 verschiedene Titel gab es 2016 am deutschen Markt, das sind 113 mehr als im Jahr davor. Zum Vergleich: Die Zahl der Tageszeitungen liegt hierzulande aktuell bei 333. Wie kommt es, dass Fachzeitschriften derart florieren?

Von Barkultur und Meerschweinchen

Um diese Frage zu beantworten, ist erstmal eine Definition notwendig. Was zählt als Fachzeitschrift – und was nicht? Obwohl das Thema bislang wenig erforscht ist, bietet die Kommunikationswissenschaft dazu verschiedene Ansätze. Während bei einigen Berufsbezogenheit oder Fachwissenschaftlichkeit als zentrale Kriterien fungieren, gehören bei anderen auch die sogenannten Special-Interest-Zeitschriften zu den Fachmedien. Das sind thematisch vertiefte Publikumszeitschriften, die private Rezipienteninteressen bedienen und primär auf Unterhaltung abzielen – zum Beispiel das Magazin für Barkultur „Mixology“, die auf Rezepte spezialisierte „Essen & Trinken“ oder Musikzeitschriften wie „Musikexpress“ oder „Visions“.

Für nahezu jedes Hobby oder Interesse lässt sich eine solche Zeitschrift finden, die teilweise in ungeahnte thematische Tiefen vordringen. Sogenannte „Very-Special-Interest-Zeitschriften“ widmen sich ausschließlich exotischeren Themen wie dem Sockenstricken oder der artgerechten Pflege von Meerschweinchen. Für uns als Agentur mit B2B-Fokus sind diese natürlich eher nicht relevant, es steht vielmehr der Berufsbezug im Vordergrund.

Durch Expertise überzeugen

Auch wenn die Grenzen fließend sind: Charakteristikum eines jeden Fachmediums ist, dass es Informationen besonders sach-, medien- und zielgruppengerecht aufbereitet. Ein Fachjournalist verfügt dabei über eine Doppelkompetenz, denn er ist sowohl Experte auf seinem Gebiet als auch mit dem journalistischen Handwerk vertraut. Gerade in der B2B-Kommunikation nehmen Fachjournalisten daher eine ungemein wichtige Mittlerrolle ein:

„Fachmedien sind für unsere Arbeit völlig unerlässlich, weil sie genau die Kanäle bespielen und verwalten, die auf die Zielgruppen unserer Kunden passen“, erklärt Alexander Jatscha, Senior Account Manager im Industrie-Team bei Maisberger.

Hinzukommt, dass Fachmedien aufgrund der großen Expertise ihrer Autoren über eine hohe Glaubwürdigkeit verfügen. „Gerade im B2B-Einkaufsprozess nehmen Fachmedien eine Schlüsselrolle ein, insbesondere wenn es darum geht, dass sich die Entscheider einen Marktüberblick verschaffen oder erste Informationen zu einem Thema einholen wollen“, berichtet Alexander. Dies deckt sich mit dem Ansatz, den Fachzeitschriftenboom als Reaktion auf das gestiegene Orientierungsbedürfnis in einer sich etablierenden Wissensgesellschaft zu interpretieren: Fachmedien dienen als Wegweiser in der Informationsflut.

Eine eigene Welt

Der Fachjournalismus spielt nach seinen eigenen Regeln: Während im Allroundjournalismus die zeitliche Aktualität ausschlaggebend für den Nachrichtenwert eines Ereignisses ist, gestaltet sich der Aktualitätsbegriff im Fachjournalismus fachbezogen. Für PR zu Fachthemen ist es daher wichtig, die Sprache der Fachjournalisten zu sprechen – denn auch die Art und Weise, wie diese über ihre Themen schreiben, unterscheidet sich von derjenigen der Allroundjournalisten.

„Fachmedien vermitteln eine Art der Information, die man in anderen Medien so nie finden würde“, erzählt Alexander. „Während Wirtschaftsjournalisten eher narrativ berichten, gehen Fachjournalisten gerade mit Blick auf produktbezogene Themen viel mehr in die Tiefe.“

Entsprechend möchte das Publikum solcher Medien auf einem ganz anderen fachlichen Niveau abgeholt werden als der Normalverbraucher. Als Trainee ist es gerade am Anfang schwierig, dies zu bewerkstelligen, doch bei Maisberger gilt: Keine Angst vor komplexen Themen! Sich einzuarbeiten kostet Zeit, ist aber ungemein lehrreich und eröffnet spannende neue Einblicke. Und zugegeben, ich hätte nicht gedacht, wie bunt und vielfältig die Welt der Fachmedien z.B. im Bereich Logistik und Supply-Chain-Management ist.

Du bist gut im Texten und kannst anspruchsvolle Leser auf fachlichem Niveau abholen? Dann komm zu uns! Hier geht es zur Karriereseite von Maisberger.

Von Schranken und Trichtern – Lead Generierung und Lead Pflege

Lead Generierung, Lead Pflege, Sales-ready-Lead – alles Buzzwords, mit denen man im Kommunikationsalltag konfrontiert wird. Doch was sind Leads eigentlich? Wozu braucht man sie?

Als Lead bezeichnet man die Kontaktdaten eines potentiellen Kunden. Wozu diese gebraucht werden, liegt auf der Hand: Im besten Fall geht der Vertrieb auf diese potentiellen Kunden zu und verwandelt sie in tatsächliche Kunden. Um aber diese Daten überhaupt sammeln zu können, ist der Vertrieb auf das Marketing angewiesen. Durch Marketingaktivitäten, wie etwa eine Messe, Online-Werbung oder Newsletter, können Kontaktdaten von Interessenten, und somit potentiellen Kunden, gesammelt werden. In vielen Fällen dienen Leads daher auch dazu, den Erfolg von Marketing-Maßnahmen zu messen.

Wie können Leads generiert werden?

Mein erster Kontakt mit Leads war bei meinem ersten Arbeitgeber, bei dem ich im Marketing tätig war. Ein wichtiger Bestandteil des Marketings bei diesem mittelständischen Unternehmen waren die Auftritte auf großen Fachmessen. Die dort mit potentiellen Kunden geknüpften Kontakte wurden vom Marketing im Nachgang an ihren Besuch auf dem Messestand kontaktiert und mit Info-Material versorgt. Anschließend wurden die Kontakte zur Weiterverfolgung und Vereinbarung möglicher Beratungstermine an den Vertrieb weitergegeben. Was mir damals nicht wirklich bewusst war: Was wir mit diesen Maßnahmen verfolgten, war Lead Generierung und erste Lead Pflege der klassischsten Art.

Heutzutage werden die meisten Leads allerdings über Online-Maßnahmen generiert. Die wertvollste Information, die ein Unternehmen inzwischen über potentielle Kunden erheben kann, ist ihre E-Mail-Adresse. Und die geben Interessenten gerne an, wenn sie dafür im Gegenzug etwas erhalten. Beliebte Maßnahmen, um Leads auf einer Homepage zu generieren, sind daher beispielsweise Gated Content oder Newsletter. Gated Content bedeutet, dass bestimmtes Material nur einsehbar ist, wenn man seine Kontaktdaten angibt. Das können beispielsweise Studien, Grafiken, Produktdetails oder Whitepaper sein – alles, was dem potentiellen Kunden einen Mehrwert bietet, sodass er bereit ist, seine Kontaktdaten anzugeben.

Wo steht der Kunde im Kaufprozess?

 

 

Ist ein Lead generiert, hat der Kunde also seine Kontaktdaten hinterlassen, kann er nicht gleich von einem Vertriebs-Mitarbeiter angerufen und in ein Verkaufsgespräch verwickelt werden. Damit würden die meisten potentiellen Kunden eher abgeschreckt, als zum Kauf angeregt. Zudem weiß der Vertrieb nach diesem ersten Schritt auch noch nicht, mit welcher Intention der User seine Kontaktdaten hinterlassen hat. Vielleicht befindet er sich noch ganz oben im so genannten Sales Funnel, also dem Verkaufstrichter, und will sich zunächst einen Überblick über die Produkte des Unternehmens verschaffen. Vielleicht ist er aber auch schon kurz davor, eine Kaufentscheidung zu treffen.

Auch wenn der Vertrieb es natürlich nicht sicher wissen kann, lässt sich bis zu einem gewissen Grad darauf schließen, wo sich der Interessent innerhalb des Funnels befindet. Die Art und der Inhalt des Materials, das der Interessent runterlädt, können beispielsweise etwas Aufschluss liefern. Lädt jemand zum Beispiel ein Whitepaper zu einem allgemein diskutierten Branchen-Thema herunter, kann es gut sein, dass er sich generell einen Überblick verschafft. Bei Herunterladen eines Handbuchs zu einer speziellen Tätigkeit, die mit dem Produkt ausgeübt werden kann, scheint der potentielle Kunde sich zumindest schon über das Produkt im Allgemeinen informiert zu haben. Somit wird er vermutlich bereits weiter im Kaufprozess vorangeschritten sein, da er sich über detaillierte Anwendungen informiert. Diese Person könnte, je nach Definition des Unternehmens, „Sales-ready“ sein, also bereit, um vom Marketing an den Vertrieb zur weiteren Bearbeitung oder Kontaktaufnahme weitergegeben zu werden.

Die Leads, die sich weit oben im Funnel befinden, also im Kaufprozess noch relativ am Anfang stehen, müssen zunächst noch „gepflegt“ werden, bis auch sie bereit für ein Verkaufsgespräch sind. Dazu versorgt man sie mit weiteren Informationen und bringt sie dem Produkt und dem Unternehmen näher. Diese weiteren Informationen können beispielweise Meldungen sein, die auf neue Inhalte auf der Homepage hinweisen, eine Einladung zu Events, ein Hinweis auf den Newsletter – die Möglichkeiten sind hier zahllos.

Unternehmen wollen ihre Produkte und Services verkaufen, der Grundsatz ist klar. Dazu sind sie auf die tatkräftige Unterstützung der Kommunikationsabteilung angewiesen, die sie mit Leads versorgen. Sind Definitionen und Prozesse zwischen Kommunikation und Vertrieb abgestimmt, lassen sich so viele Interessenten in tatsächliche Kunden umwandeln.

Habt ihr schon Erfahrungen im Bereich der Lead Generierung gemacht? Teilt sie mit uns in den Kommentaren!

Themen journalistengerecht aufbereiten: Auf einen Pitch mit Janina Beckmann

Wer beim Begriff Pitch an Präsentationen bei potenziellen Investoren oder Neukunden denkt, der liegt natürlich vollkommen richtig. Im PR-Alltag verwenden wir diesen Begriff jedoch häufiger in einem anderen Kontext: Wir „pitchen“ ein Thema, ein Interview oder einen Beitrag an Journalisten. Das ist manchmal gar nicht so einfach – vor allem, wenn man in einem Kreativitätstief steckt. Die Themen interessant zu verpacken kann am Anfang eine Herausforderung sein. Zum Glück gibt es da erfahrene Kollegen, die einem über die Schulter schauen können und den ein oder anderen Tipp parat haben – zum Beispiel, wie man ein Kreativitätstief überwindet oder sich im Dschungel der Medienlandschaft nicht verirrt. Janina Beckmann, Account Manager im Industrie-Team, ist so eine erfahrene Kollegin. Früher wollte sie einmal Horrorbücher schreiben, heute schreibt sie vor allem hervorragende Pitches.

TraineeInsights: Der Pitch: Qualität vor Quantität?

Janina: Das kommt ganz aufs Thema an: Aktuelle Themen und News sind oft für viele verschiedene Redaktionen interessant. Größere, exklusivere Einblicke und Stories hingegen würde ich immer individuell an eine Hand voll ausgewählter Journalisten pitchen.

Wichtig ist nur: Ein Pitch darf nicht zum Spam mutieren! Deshalb schaue ich bei Pitches vorab, welcher Redakteur sich gerade mit meinem Thema beschäftigt, schon einmal etwas darüber geschrieben hat und wo die Interessensschwerpunkte meiner „Zielkontakte“ liegen. Dazu kann man verschiedene Tools nutzen, manchmal reicht eine einfache Google-News-Recherche.

TraineeInsights: Hauptsache ein Pitch ist spannend?

Janina: Ob ein Themenvorschlag als spannend empfunden wird, hängt natürlich vom Redakteur ab. Da ist jedes Medium etwas anders gestrickt: Manch einem sind kondensierte Hardfacts zu einem Themenvorschlag lieber, andere wollen mehr Storytelling.

Mein Tipp ist, den Pitch an die Tonalität eines Mediums anzupassen und wirklich darauf zu achten: Was interessiert den Journalisten? Mit welchen Geschichten kann er überhaupt etwas anfangen und welche Informationen könnte er dafür benötigen?  Letztendlich wollen wir den Journalisten ja Stories anbieten, die sie auch umsetzen möchten. Alles andere wäre eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für alle Beteiligten.

TraineeInsights: Beim Pitch darf alles, nichts muss – wie sieht es mit der Gestaltung aus?

Janina: Auch das hängt wieder etwas vom Thema ab: Ein Pitch zu einem einzigartigen und aktuellen Thema zieht natürlich so schon viel Aufmerksamkeit auf sich – hier muss einfach die Headline sitzen. Je mehr ein Pitch jedoch ins Storytelling geht, desto wichtiger wird auch die Optik, denn: besonders Wirtschaftsjournalisten bekommen jeden Tag hunderte Themenvorschläge. Wenn ihr also der Meinung seid, euer Thema sei wichtig und interessant, dann solltet ihr euch auch die Mühe machen, die Pitch-Mail ansprechend zu gestalten. Ob im Pitch Bilder verwendet werden, solltet ihr im Einzelfall entscheiden. Beim Best-Case-Pitch passt das Thema zum Journalisten und Sprachstil und Bildsprache zum Medium.

TraineeInsights: Pitchen, lieber per Telefon oder Email?

Janina: Eine komplexere Story, bei der es viel zu erzählen gibt, passt besser in einen schriftlichen Pitch. Journalisten sind oft sehr beschäftigt und haben keine Zeit, sich lange am Telefon zu unterhalten. Das ist wiederum der Grund dafür, weshalb ich Newswert oder auch Studien lieber per Telefon anbiete: Beides lässt sich an richtiger Stelle mit wenigen Sätzen platzieren und spart die Gestaltung einer aufwändigen Pitch-Mail.

TraineeInsights: Abschließend, dein Geheimtipp für Berufseinsteiger?

Janina: Setzt euch einfach die „Redakteursbrille“ auf und versetzt euch in die Journalisten hinein: Wie muss die 386. Pitchmail an einem Tag aussehen, damit ihr sie zu Ende lest? Ein wenig Geduld ist beim pitchen auch gefragt. Aber letzten Endes gibt es Redaktionspläne und  Themenspecials. Und der Pitch kann noch so gut sein: Manchmal passt es halt nicht ins aktuelle Heft.

Ihr wollt euer Pitch-Geschick unter Beweis stellen? Bei uns bekommt ihr die Chance dazu. Am besten bewerbt ihr euch gleich hier!

#weilwirdichlieben – Was man von der erfolgreichen Kampagne der BVG lernen kann

Sicherlich taucht sie bei euch auch immer wieder in den verschiedenen Social Media Feeds auf, vielleicht habt ihr sie sogar geliked, garantiert bringt sie euch aber mit vielen ihrer Posts zum Schmunzeln: Die Rede ist von #weilwirdichlieben, der sehr erfolgreiche Social Media Kampagne der Berliner Verkehrsbetriebe. Mit 271.000 Followern bei Twitter und 241.000 Likes bei Facebook kann man wohl mit Überzeugung sagen: Das Kampagnen-Team macht einiges richtig. Was können wir also noch von der BVG lernen? Drei wichtige Punkte:

1. Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen

Als die BVG die Kampagne im Januar 2015 (ja, sie läuft schon seit über 3 Jahren!) startete, war die Intention klar: Das angeschlagene Image, mit dem jeder Nahverkehrsbund in einer Großstadt zu kämpfen hat, soll aufpoliert werden. Die Berliner selbst sollten zu Wort kommen und unter dem heute so bekanntem Hashtag erzählen, warum sie die BVG lieben. Diese Aufforderung löste jedoch einen derartigen Shitstorm aus, dass am nächsten Tag bereits alle großen Medien über die Aktion berichteten. Eigentlich Grund genug, um einen Rückzieher zu machen und die ganze Idee einfach wieder einzustampfen. Nicht aber für die BVG: Sie entschied sich für die mutige Variante und stellte sich der Kritik mit Humor, Ehrlichkeit und der berühmt-berüchtigten Berliner Schnauze.

Auch wenn sich hoffentlich niemand von uns je mit einem derartigen Shitstorm konfrontiert sieht und B2B-Maßnahmen in der Regel niedrigere Wellen schlagen, als die Kampagne der BVG, können wir aus ihrer Geschichte doch etwas mitnehmen: Nicht alle Projekte fruchten von Anfang an. Manche Aktionen bringen nicht die gewünschte Resonanz – deshalb aufgeben ist allerdings keine Option. Häufig hilft es schon, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, einen neuen Ansatzpunkt zu finden. Durch das Drehen an verschiedenen Stellschrauben kann auch ein anfangs gefloppt wirkendes Projekt noch zum Erfolg werden. Und wenn gar nichts mehr hilft, dann kann man zumindest daraus lernen und es beim nächsten Mal anders machen.

2. Think Big

Im Januar 2018 standen hunderte Berliner Schlange vor zwei Sneaker-Läden. Die BVG hatte in Kooperation mit Adidas einen Schuh entworfen, in dessen Zunge ein Jahresticket für den Berliner Nahverkehr eingenäht ist. Die Schuhe im Stil des BVG-Sitzmusters wurden in einer limitierten Auflage von 500 Stück für 180 Euro pro Paar verkauft. Die Nachfrage war nicht nur riesig, sondern hatte sogar einen sozialen Aspekt: Im Anschluss an den Ladenverkauf wurden Paare auf eBay versteigert, um Geld für die Kältehilfe zu sammeln.

Die Lektion für PRler: Traut euch, auch mal zu träumen und verrückte Ideen anzustoßen. Wer würde die Berliner Verkehrsbetriebe mit Sneakern verbinden? Die Idee ist ausgefallen und abseits von allem, was man von Verkehrsbünden erwarten würde. Und dennoch hat sie sehr viel Aufmerksamkeit für das Unternehmen und sogar Erlöse für einen guten Zweck gebracht. Manchmal muss man verrückte Ideen einfach äußern und sich trauen, nach den Sternen zu greifen. Die riskantesten und verrücktesten Projekte bringen oftmals die größten Ergebnisse. In einer Welt, in der wir Tag für Tag von einer wahren Nachrichtenflut überrollt werden, braucht es eben eine besondere Aktion, um herauszustechen. Traut euch!

3. Den Letzten beißen die Hunde

Besonders große Bekanntheit erlangten allerdings die oftmals selbstkritischen aber amüsanten Tweets des Kampagnen-Teams. Sei es zu Feiertagen, Events in Berlin, Politik oder der Wetterlage – indem sie immer auf die aktuellen Situationen eingehen, sprechen sie ihre User erfolgreich an, da sich jeder mit ihren Beiträgen identifizieren kann. Zudem reagieren sie auf Tweets unter ihrem Hashtag häufig zeitnah und kommentieren so mit einer guten Portion Selbstironie die schönen und unschönen Erlebnisse der BVG-Nutzer. Um eine derartige Quantität an Tweets produzieren zu können, braucht man natürlich ein recht großes Social Media Team. Hinter der gesamten #weilwirdichlieben Kampagne stehen deshalb mehr als 20 kluge Köpfchen.

Uns zeigt das: Geschwindigkeit ist das A und O im Bereich Social Media. Bilder von einer Messe beispielsweise dürfen nicht erst zwei Tage später gepostet werden, sie müssen noch vor Ort mit den Followern geteilt werden. Was nicht in Echtzeit weitergegeben wird, verliert zu schnell an Wert und wird überscrollt. Für uns als Profis ist es wichtig, auch unsere Kunden  für die Wichtigkeit der Kommunikation in Echtzeit zu sensibilieren, um gemeinsam einen erfolgreichen Social Media-Auftritt zu gestalten. (Vielleicht ist es hier auch hilfreich, sich gemeinsam die BVG-Kampagne anzuschauen 🙂 )

Social Media wird für Unternehmen immer wichtiger. Mit der #weilwirdichlieben Kampagne macht die BVG vor, wie auch Unternehmen abseits der Startup-Szene erfolgreich User ansprechen und somit ihre Beliebtheit signifikant steigern können.

Kennt ihr noch weitere großartige Beispiele für erfolgreiche Social Media Kampagnen? Teilt sie gerne mit uns in den Kommentaren!

360° – flächendeckend kommunizieren

Marken und Unternehmen kommunizieren nicht nur über einen Kanal, sondern via vielen verschiedenen wie Medien, Social Media, Newsletter, Videos und mehr. Damit sich der Inhalt der unterschiedlichen Kanäle nicht gegenseitig widerspricht oder dessen Verbreitung ohne Wirkung bleibt, ist eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie die Lösung.

Stellen wir uns folgendes vor:

Ihr habt schweißtreibend einen Blogbeitrag geschrieben und den letzten Feinschliff gemacht – jetzt muss er nur noch online gehen und die Besucher stürzen sich darauf? Schön wär’s, aber die meisten können kaum wissen, dass sich euer neues Meisterwerk im Netz befindet. Um das zu ändern, kommuniziert ihr es über Twitter, Faceboook & Co. – und schon bewegt ihr euch nicht mehr eindimensional, sondern seid „mittendrin“ in einer 360-Grad-Kommunikation.

Eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie bringt den entscheidenden Vorteil mit sich: Ihr  erreicht zahlreiche Personen und macht sie auf euren Content aufmerksam. „Also einfach über alle Kanäle hinweg drauflos kommunizieren!?“ Nicht ganz, ihr müsst hier etwas vom Gaspedal gehen, um die potentiellen Leser gezielt zu erreichen.

Erst denken, dann handeln
Wie bei jeder Kommunikationsmaßnahme ist das strategische Vorgehen existenziell, damit ihr eure Energie nicht wirkungslos vergeudet. Kommen wir noch einmal zum Beispiel vom Blogbeitrag zurück: Dieser wird zum Zentrum, von dem aus rundherum „Verzweigungen“ verschiedener Channels erstellt werden.

360-Grad flächendeckend kommunizieren über Facebook, Twitter, Newsletter & CO

In anderen Fällen kann es sich statt eines einzelnen Beitrags, um ein gesamtes Thema handeln, dass es über verschiedene Kanäle zu kommunizieren gilt. Dabei muss die Kommunikation nicht geradlinig sein. Vielmehr kann es zu einer Vernetzung kommen, bei der ihr eure Leser zum Beispiel durch einen Mail-Newsletter auf den Blogbeitrag leitet und von dort aus wieder auf eine Facebook-Seite.

Einmal rundherum
360-Grad-Kommunikation bedeutet den potentiellen Leser an den richtigen Kontaktpunkten mit den passenden Inhalten zu überzeugen. Damit euch das gelingt, gibt es hier vier Tipps für das richtige Vorgehen:

1. Zielgruppe kennen
Nach dem Gießkannenprinzip alle möglichen Personen wahllos mit Inhalten zu begießen, ist nicht sehr effektiv. Überlegt euch genau: Wer sind die Leser? Welche Informationen benötigen sie? Know-how über die Zielgruppe ist die Basis für den Kommunikationserfolg.

2. Die richtigen Kanäle bespielen
Nachdem die Zielgruppe definiert ist, stellt sich die Frag nach der Kontaktaufnahme. Denn es nützt nicht viel via Twitter Botschaften zu versenden, wenn die potentiellen Leser dort nicht aktiv sind. Findet heraus, wo sie zu erreichen sind, um eure Botschaft gezielt zu verbreiten.

3. Botschaften optimieren
Jeder Kommunikationskanal wird von unterschiedlichen Nutzern mit diversen Präferenzen und Verhaltensweisen genutzt. Während die Tonalität bei Facebook oft lockerer ist, zeigt sich LinkedIn als Business-Netzwerk von einer seriösen Seite. Um euren Content erfolgreich platzieren zu können, müssen diese für den jeweiligen Kanal angepasst werden – kurz und knackig, lang und ausführlich oder doch eher frech und provokativ? Passt eure Botschaft an den jeweiligen Channel an und ihr erhöht die Chance, dass die gewünschten Nutzer euren Content interessant finden. Ein Kaninchen würdet ihr ja schließlich auch nicht mit einer Torte anlocken.

4. Dranbleiben
Nachdem ihr eure Kanäle ausgewählt habt und die abgestimmten Botschaften kommuniziert,ist ein kontinuierliches Monitoring gefragt. Analysiert die einzelnen Kanäle und verbessert Schwachstellen. So könnt ihr zum Beispiel die einzelnen Botschaften stetig optimieren und die Auswahl der Kanäle aufeinander abstimmen.

Die Crème de la Crème
Natürlich ist das oben genannte Beispiel nur auf einen Blogbeitrag und wenige Channels bezogen. Falls sich ein ganzes Thema als Kommunikationsgegenstand anbietet oder auch weitere Kanäle wie Webseiten, Medien oder Marketinginstrumente hinzukommen, wird es um einiges komplexer. Doch in jedem Fall gilt: eine durchdachte Strategie bietet die ideale Basis für gelingende Kommunikation.

Nachdem ihr eine 360-Grad-Kampagne erfolgreich umgesetzt habt, kann die nächste Stufe in Angriff genommen werden: Die nächste Kampagne ebenso in sich stimmig zu gestalten, allerdings dabei die Schnittstellen zur vorangegangenen Kampagne zu beachten und zu bedienen.  So findet eure gesamte Kommunikation, über alle Themen und Kanäle hinweg unter einem gemeinsamen strategischen Dach statt.