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Wir bei Maisberger sind nicht nur kommunikativ, lustig und fleißig – wir sind auch sehr am Essen interessiert. Wenn bei unserem internen sozialen Netzwerk „Chatter“ angekündigt wird, dass ein Kuchen in der Küche darauf wartet verspeist zu werden, muss man sich beeilen. Noch nie habe ich es erlebt, dass ein Kuchen länger als eine Stunde überlebt hat! Man kann sich also vorstellen, dass die Fastenzeit die Maisbergers auf eine harte Probe stellt – zumindest diejenigen, die sich vorgenommen haben auf Süßes zu verzichten.

Für mich gehört die Fastenzeit seit ein paar Jahren einfach dazu – nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich genau zu dieser Zeit besonders viel Süßes esse. Die Sehnsucht nach Sonnenschein und das Überangebot an verlockenden Krapfen sind sicherlich nicht ganz unschuldig daran. Deshalb ist die Fastenzeit für mich eine Zeit, in der ich ein bisschen mehr auf meinen Lebensstil achte – nichts Süßes, kein Fast-Food, mehr Obst und Gemüse, weniger Fernsehen, mehr Zeit für Spaziergänge an der frischen Luft, Gespräche und gute Bücher. An diesem Punkt muss ich aber gestehen, dass ich Marmelade und Honig einfach nicht streichen kann – sie gehören zu einem guten Frühstück einfach dazu und beim Gedanken an Wurst oder Käse am Morgen dreht sich mir der Magen um.

Ich faste auch Fastfood. Ungünstig ist das, wenn nach der anstrengenden Buchmesse (2011) alle zu McDonalds wollen – da bleibt für mich nur der Salat.

Ich faste auch Fastfood. Ungünstig ist das, wenn nach der anstrengenden Buchmesse (2011) alle zu McDonalds wollen – da bleibt für mich nur der Salat.

Dieses Jahr stehe ich vor einer neuen Herausforderung. Wie lassen sich meine Vorhaben der Fastenzeit im Arbeitsalltag umsetzen, wenn es am Maisberger-Empfang immer Süßigkeiten gibt, oft ein Kuchen in der Küche steht und die Kollegin neben mir munter ihre Schokolade verspeist? Zum Glück bin ich nicht alleine – mehrere Kolleginnen stehen mir in diesen harten Zeiten bei und teilen mein Leid. Im Gespräch mit ihnen sind spannende Einzelheiten ans Licht gedrungen. Außerdem ist mir klar geworden: das Fasten fällt mir hier vielleicht schwerer – aber gemeinsam mit meinen Kolleginnen, die teilweise ein härteres Programm durchziehen als ich, schaffe ich es garantiert! Und ich freue mich schon jetzt auf das dünne Stück Igelkuchen (viel Fett und so viel Zucker, dass es zwischen den Zähnen knirscht), das ich mir am Ostersonntag dann gönnen darf.

Mara fastet zum ersten Mal und verzichtet auf Süßigkeiten:

Ich nutze dieses Jahr die Fastenzeit für mich, da die Akzeptanz für Verzicht in dieser Zeit besonders hoch ist und ich einen überschaubaren Abschnitt habe, um mein Vorhaben durchzuziehen. Dabei bin ich eigentlich kein Fan von Verzicht. Ich finde, es geht eher darum, in allem eine Balance zu finden und mit gesunder Ernährung beschäftige ich mich sowieso rund ums Jahr. So habe ich innerhalb eines Jahres 12 kg abgenommen, stecke momentan aber ein bisschen fest. Da kommt die Fastenzeit ganz gFasten_traurigelegen. Ich will komplett auf Süßigkeiten verzichten und mich überwiegend (zu ca. 80 Prozent) vegan ernähren. Das ist auch der Ernährungsstil, auf den ich langfristig abziele. Außerdem habe ich mich ganz passend gerade in einem neuen Fitnessstudio angemeldet und möchte mindestens dreimal die Woche trainieren gehen. Ich denke, zu Beginn wird es am schwierigsten, weil man unbedacht zu den Dingen greift, die man sonst auch isst. Aber im Laufe der Zeit sollte es mir zunehmend leichter fallen – gesunde Ernährung und Sport wirken sich immer sehr positiv auf mein Gemüt aus. Bei Versuchungen heißt es dann wohl einfach: Augen zu und trotzdem durchhalten. So spare ich mir nicht nur Kalorien, sondern auch ein schlechtes Gewissen. Eine Ausnahme gönne ich mir allerdings trotzdem: Ich habe in der Fastenzeit Geburtstag. Da werde ich auf keinen Fall auf meinen Kuchen verzichten.

Frederike und der Verzicht auf Alkohol:

Meine persönliche Fastenzeit geht von Faschingsdienstag bis zum 4. Mai 2015. In dieser Zeit verzichte ich auf alle alkoholischen Getränke. Es ist das erste Mal, dass ich mir bewusst etwas entsage. Denn eigentlich bin ich kein Überzeugungsfaster – alleine der Fastenzeitraum deutet dies bereits an. Ich war biFasten_happysher immer der Meinung, dass eine Ernährung in Maßen jegliche Lebensmittel erlaubt. Dieses Jahr wurde ich zum Co-Faster, weil ich meinen Mann bei seinem Training zu seinem ersten Marathon unterstütze. Für diese sportliche Leistung ist eine gesunde Ernährung, natürlich ohne Alkoholkonsum, unabdingbar – davon kann auch ich profitieren. Ich verzichte auf den gelegentlichen Cocktail bei einem Abend mit Freunden, verzichte auf jeglichen Prosecco, mit dem Erfolge begossen werden und werde auch das gelegentliche Radler oder Glas Wein am Abend komplett streichen. Ich werde mich fröhlich an meiner Saftschorle festhalten, denn auch die ist sehr lecker – und, das vermutlich auch über meine Fastenzeit hinaus.

Christine ist ein erfahrener Hardcore-Wiederholungsfaster:

Ich faste unregelmäßig immer dann, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Körper wieder eine Generalreinigung braucht – das heißt, der komplette Verdauungstrakt wird gereinigt und das Gewebe entsäuert und entschlackt. Ich merke das vor allem an meinen Nasennebenhöhlen und-Schleimhäuten. Oft ist das aber tatsächlich am Übergang von Winter zu Frühling und wenn Fastenzeit ist. Heuer fange ich am Aschermittwoch an, weil es gerade passt.

Meistens mache ich Heilfasten, zwei Mal habe ich auch eine Ayurveda-Kur in Sri Lanka gemacht. Beim Heilfasten verzichtet man auf feste Nahrung komplett und trinkt nur Wasser, Tee, verdünnte Säfte, Sauerkrautsaft, durchgesiebte(n) Haferschleim oder Gemüsesuppe. Die erforderliche Reinigung mit Glauber- und Bittersalz bekomme ich mittlerweile ganz gut hin. Überwindung und Disziplin ist dabei alles. Bei der Ayurveda-Kur verzichtet man komplett auf Alkohol, Fleisch und möglichst andere tierische Nahrung und isst vor allem Gemüse und Obst, das entsprechend zubereitet den Körper reinigt und zusammen mit den wundervollen Massagen und Anwendungen entschlackt. Außerdem nimmt man Kräuter und Gewürze sowie Tees und Abkochungen zu sich. Bei der Ayurveda-Kur kann man auch spezielle Leiden auskurieren lassen.

Die Ayurveda-Kuren waren für mich immer ein voller Genuss und sowas würde ich sofort wieder machen, wenn es Zeit und Geld erlauben. Das Heilfasten kostet mich schon mehr Überwindung, zumal ich es in meinen Alltag einbauen muss.

Es geht auch nur, wenn meine Tochter dann bei Omi Urlaub macht und ich nicht für sie einkaufen und kochen muss. Die Arbeit hilft mir in dieser Zeit, weil ich dann nicht ans Essen denke und abgelenkt bin. Ich versuche aber auch, mir mit Saunabesuchen, Massagen, Kino, Lesen, Spaziergängen und viel Schlaf nach der Arbeit die Fastentage so schön wie möglich zu gestalten.

Vor allem am zweiten oder dritten Tag ist das Hungergefühl immer besonders schlimm. Da kann dann schon auch mal die Laune sinken. Habe ich den Punkt geschafft, geht es dann meist etwas leichter. Dann überwiegt die Freude darüber, dass ich es schon soweit geschafft habe und noch weiter schaffen werde und auf das tolle Gefühl danach – wenn dann ein einfacher Apfel oder eine gekochte Kartoffel das tollste und schmackhafteste Essen überhaupt sind, weil die Geschmacksnerven wieder ganz anders reagieren und man sich wirklich einfach total gut fühlt – eben erleichtert, beschwingt.

Ich achte dann danach meist monatelang viel besser auf meine Ernährung, esse bewusster und langsamer, kaue mehr, esse noch weniger Fleisch, salze weniger und trinke noch weniger Kaffee. Ich zehre also sehr lange davon und das ist gut so. Bei der letzten Blutuntersuchung meinte mein Hausarzt, ich hätte Blut- und Leberwerte wie ein Kind – ich denke, dass mein unregelmäßiges Fasten und die Aus- und Nachwirkungen davon erheblich dazu beitragen.

Richardis genießt den Großteil der Fastenzeit:

Ich faste jedes Jahr vom Spätwinter bis in den Frühling – wenn man das so nennen will, denn der Umfang variiert immer. Grundsätzlich verzichte ich für 40 Tage auf Alkohol. Je nach Stresslevel fallen dann auch andere Komponenten weg. Süßes, Fleisch, säurebildende Nahrungsmittel oder gar alles. Als Maximum habe ich bisher 10 Tage ohne Nahrung geschafft. Das ist aber auch das Limit für mich. Die ersten drei Tage sind hart, danach geht es mir meistens sehr gut. Selten hat man einen so klaren Kopf und eine so scharfe Wahrnehmung wie in dieser Zeit. Allerdings ist man während der Fastenzeit nicht so belastbar, vor allem, was Stress angeht. Schwierig wird es immer dann, wenn man richtig rotiert. Dann wird man zittrig und hätte gerne – ja, meistens Schokolade… Eigentlich wäre es einfacher, daheim zu fasten. Aber das geht natürlich kaum. Nach der Fastenzeit greife ich zuerst zu Obst und freue mich über das Gefühl, etwas richtig Knackig-frisches zwischen die Zähne zu bekommen: eine Geschmacksexplosion, denn man hat ein Reset für seine Sinne gemacht. Und es ist auch ein Erlebnis, zu sehen, wieviel Energie und Klarheit man während des Fastens hat –  und wieviel Zeit man mit Essen und Zubereitung verbringt.

Anna Erhardt

Anna Erhardt

Mein Name ist Anna Erhardt, ich komme aus dem Landkreis Augsburg und bin 24 Jahre alt. Ich habe Buchwissenschaft und Germanistik in Erlangen studiert und arbeite nun als Trainee im IT-Team. In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen in der Natur und treibe Sport oder lese.
Anna Erhardt