qooly

Zurzeit ist ein Thema ganz groß in den Medien vertreten, an dem niemand vorbeikommt: die Flüchtlingswelle, die das Thema zahlloser Beiträge im Internet und den ‚klassischen Medien‘ ist. In diesem Beitrag soll es jedoch nicht darum gehen, Partei zu ergreifen oder meine persönliche Meinung darzustellen. Vielmehr möchte ich die Rolle der Medien bei dieser Debatte thematisieren. Mit Medien sind einerseits die ‚klassischen Medien‘ (also Fernsehkanäle, sowie Print- und Online-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften) gemeint, andererseits auch und insbesondere die Social Media Kanäle, über die sich Nachrichten wie im Flug verbreiten und auf denen sich die Leute austauschen können.

Social Media bietet Plattformen für Diskussionen

Die Debatte polarisiert Deutschland. Plötzlich wird das Volk, das bei der Bundestagswahl 2013 eine Wahlbeteiligung von gerade mal 71,5% vorzuweisen hatte, munter. Jeder scheint eine Meinung zu diesem Thema zu haben. Auf Facebook und anderen Plattformen kochen die Gemüter hoch, neben Darstellungen der unterschiedlichen Perspektiven finden dort leider auch rassistische Kommentare ihren Platz und erlangen Aufmerksamkeit.

Facebook wird nun vorgeworfen, fremdenfeindliche Kommentare nicht schnell genug zu unterbinden bzw. seiner gesetzlichen Verpflichtung,  rechtswidrige Inhalte seiner Nutzer unverzüglich nach Bekanntwerden zu löschen, nicht nachzukommen. Andererseits spielen insbesondere Facebook und Twitter eine große Rolle bei der Unterstützung der Flüchtlinge. In Gruppen wie ‚Flüchtlinge Willkommen‘ können sich Gleichgesinnte zusammenschließen und mit Worten wie Taten für die Flüchtlinge einstehen. Auch das Projekt #BloggerfuerFluechtlinge gewinnt über die Social Media Kanäle und effektive PR-Arbeit schnell an Fahrt. Bereits in der ersten Woche konnten lt. eines Facebook-Posts von Karla Paul, einer der Verantwortlichen, 45.000 € an Spendengeldern gesammelt werden. Zudem haben sich in der zugehörigen Facebook-Gruppe über 1000 Freiwillige zusammengeschlossen.Karla Paul_BloggerfuerFluechtlinge

Medienvertreter beziehen Stellung über Social Media

Die klassischen Medien beschäftigen sich in Artikeln mit den unterschiedlichen Faktoren und Auswirkungen der Flüchtlingsdebatte, veröffentlichen Zahlen und Fakten zu diesem Thema und versuchen durch Interviews mit Flüchtlingen Einblick in deren Vergangenheit und ihren Alltag in Deutschland zu bekommen. Auch die negativen Facetten der Flüchtlingswelle werden thematisiert – beispielsweise, dass sich diverse europäische Länder weigern, Flüchtlinge aufzunehmen oder dass die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge weit über der prognostizierten Marke liegt. Gleichzeitig scheint sich die Rolle der Journalisten vor allem durch die Flüchtlingsdebatte zu wandeln. Sie gehen über die klassische Berichterstattung hinaus, schreiben Artikel, bloggen, geben über die sozialen Netzwerke ihre persönliche Meinung wieder und stellen sich den Reaktionen, die sie erreichen. So hat Anja Reschke, Journalistin und Moderatorin von Panorama ARD, in diesem Video ihre Meinung öffentlich dargestellt und die Bevölkerung dazu aufgerufen, Haltung zu bekennen. Sogar Joko und Klaas, Spaßvögel und Moderatoren der Unterhaltungssendung ‚Circus Halli Galli‘, haben sich öffentlichkeitswirksam in einem Video öffentlich gegen Hassreaktionen gegenüber Flüchtlingen ausgesprochen.

Auch Fehlinformationen verbreiten sich über Social Media besonders schnell

Insbesondere im folgenden Fall wird deutlich, welche entscheidende Rolle Medien in der Flüchtlingsdebatte spielen: Pegida veröffentlichte einen Facebook-Post, in dem behauptet wurde, Spiegel Online hätte einen Artikel mit dem Titel „Asylbetrüger besteigen Eurocity aus Mazedonien Richtung Germany“ veröffentlicht und somit die wahre Meinung des Redakteurs wiedergegeben. Es scheint sich allerdings um eine Fälschung zu handeln, die einfach zu erstellen ist. Die tatsächliche Überschrift lautete übrigens „Flüchtlinge in Mazedonien: Panik vor dem Zaun“. Die Fälschung von Überschriften für die eigenen Zwecke ist in jedem Fall vollkommen unangebracht. Dieses Beispiel zeigt, dass es auch eine Rolle spielt, welche Sprache die Medien in ihren Artikeln über die Flüchtlinge verwenden. Während die klassischen Medien in neutralen Worten eine Übersicht geben, wird der Umgang auf den Social Media Kanälen deutlich rauer. Hier wird nicht nur sachlich diskutiert, sondern es werden auch Stammtischparolen verkündet und Meinungsmache betrieben – damit stellen die sozialen Medien auch einen Ort dar, an dem Propaganda betrieben werden kann. Jeder erhält hier die Möglichkeit, seine Meinung mitzuteilen – egal, ob diese auf fundierten Grundlagen beruht oder nicht. Ebenso können falsche Informationen zusammengebastelt und mitgeteilt werden, die andere Leser wiederum aufnehmen und verbreiten.

Anhand dieser vielen Beispiele wird deutlich, welche Rollen die unterschiedlichen Medien spielen:

  1.  Die ‚klassischen Medien‘ sorgen für Aufklärung über die Hintergründe und veröffentlichen Zahlen und Fakten. Gleichzeitig entfaltet und verändert sich gerade die Rolle der Journalisten – sie avancieren von Berichterstattern zu Meinungsträgern, die an der Diskussion teilnehmen.
  2. Die Social Media Kanäle dienen nicht nur dem Austausch und der Diskussion. Sie bündeln zudem in Gruppen Gleichgesinnte und unterstützen die Organisation von Aktionen – sowohl die der Pro- als auch Contra-Seite. Hier kann jeder aktiv werden. Rassismus hat jedoch auch in den sozialen Netzwerken nichts zu suchen, gefragt ist die sachliche Darstellung der unterschiedlichen Perspektiven.
  3. Die hohe Bedeutung der Medien wird vor allem dann deutlich, wenn wie im oben genannten Fall über Social Media Manipulationen zur Meinungsmache durchgeführt werden. Das hat jedoch nichts mehr mit sachlicher Diskussion zu tun, auch nicht mit rechtschaffenem Journalismus oder Politik. Werden gefälschte Informationen weitergegeben, handelt es sich um Propaganda-Mittel zur Beeinflussung und das ist und bleibt ein Unding! Auch darf die Menschenwürde nicht mit Füßen getreten werden, sachliche Argumente führen eher ans Ziel. Wie heißt es so schön? Der Ton macht die Musik!

Ein Wort in eigener Sache
Das ist mein letzter Blogbeitrag auf diesem Blog, da mein Traineeship nun nach einem Jahr abgeschlossen ist. Dieses Jahr war sehr spannend und ist wie im Flug vergangen. Zudem habe ich mich in dieser Zeit noch sehr viel stärker in die PR verliebt. Natürlich hat das auch sehr viel mit meinen Kollegen und der Arbeitsatmosphäre zu tun. Ich bedanke mich bei der ganzen Agentur für die herzliche Aufnahme und das schöne gemeinsame Jahr. Bei meinen Teamkollegen, die mich unter ihre Fittiche genommen haben und mir auch jetzt immer mit Rat und Tat zur Seite stehen und meine Fragen beantworten. Nach einem Jahr hat man bei Weitem noch nicht ausgelernt und ich bin froh, dass ich in dieser Agentur weiter meinen Weg gehen kann und dort Unterstützung finde. Ich bin der Meinung, dass ich mit Maisberger den perfekten Start ins Berufsleben hatte und freue mich auf die weitere gemeinsame Zeit!

Anna Erhardt

Anna Erhardt

Mein Name ist Anna Erhardt, ich komme aus dem Landkreis Augsburg und bin 24 Jahre alt. Ich habe Buchwissenschaft und Germanistik in Erlangen studiert und arbeite nun als Trainee im IT-Team. In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen in der Natur und treibe Sport oder lese.
Anna Erhardt