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Wer beim Begriff Pitch an Präsentationen bei potenziellen Investoren oder Neukunden denkt, der liegt natürlich vollkommen richtig. Im PR-Alltag verwenden wir diesen Begriff jedoch häufiger in einem anderen Kontext: Wir „pitchen“ ein Thema, ein Interview oder einen Beitrag an Journalisten. Das ist manchmal gar nicht so einfach – vor allem, wenn man in einem Kreativitätstief steckt. Die Themen interessant zu verpacken kann am Anfang eine Herausforderung sein. Zum Glück gibt es da erfahrene Kollegen, die einem über die Schulter schauen können und den ein oder anderen Tipp parat haben – zum Beispiel, wie man ein Kreativitätstief überwindet oder sich im Dschungel der Medienlandschaft nicht verirrt. Janina Beckmann, Account Manager im Industrie-Team, ist so eine erfahrene Kollegin. Früher wollte sie einmal Horrorbücher schreiben, heute schreibt sie vor allem hervorragende Pitches.

TraineeInsights: Der Pitch: Qualität vor Quantität?

Janina: Das kommt ganz aufs Thema an: Aktuelle Themen und News sind oft für viele verschiedene Redaktionen interessant. Größere, exklusivere Einblicke und Stories hingegen würde ich immer individuell an eine Hand voll ausgewählter Journalisten pitchen.

Wichtig ist nur: Ein Pitch darf nicht zum Spam mutieren! Deshalb schaue ich bei Pitches vorab, welcher Redakteur sich gerade mit meinem Thema beschäftigt, schon einmal etwas darüber geschrieben hat und wo die Interessensschwerpunkte meiner „Zielkontakte“ liegen. Dazu kann man verschiedene Tools nutzen, manchmal reicht eine einfache Google-News-Recherche.

TraineeInsights: Hauptsache ein Pitch ist spannend?

Janina: Ob ein Themenvorschlag als spannend empfunden wird, hängt natürlich vom Redakteur ab. Da ist jedes Medium etwas anders gestrickt: Manch einem sind kondensierte Hardfacts zu einem Themenvorschlag lieber, andere wollen mehr Storytelling.

Mein Tipp ist, den Pitch an die Tonalität eines Mediums anzupassen und wirklich darauf zu achten: Was interessiert den Journalisten? Mit welchen Geschichten kann er überhaupt etwas anfangen und welche Informationen könnte er dafür benötigen?  Letztendlich wollen wir den Journalisten ja Stories anbieten, die sie auch umsetzen möchten. Alles andere wäre eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für alle Beteiligten.

TraineeInsights: Beim Pitch darf alles, nichts muss – wie sieht es mit der Gestaltung aus?

Janina: Auch das hängt wieder etwas vom Thema ab: Ein Pitch zu einem einzigartigen und aktuellen Thema zieht natürlich so schon viel Aufmerksamkeit auf sich – hier muss einfach die Headline sitzen. Je mehr ein Pitch jedoch ins Storytelling geht, desto wichtiger wird auch die Optik, denn: besonders Wirtschaftsjournalisten bekommen jeden Tag hunderte Themenvorschläge. Wenn ihr also der Meinung seid, euer Thema sei wichtig und interessant, dann solltet ihr euch auch die Mühe machen, die Pitch-Mail ansprechend zu gestalten. Ob im Pitch Bilder verwendet werden, solltet ihr im Einzelfall entscheiden. Beim Best-Case-Pitch passt das Thema zum Journalisten und Sprachstil und Bildsprache zum Medium.

TraineeInsights: Pitchen, lieber per Telefon oder Email?

Janina: Eine komplexere Story, bei der es viel zu erzählen gibt, passt besser in einen schriftlichen Pitch. Journalisten sind oft sehr beschäftigt und haben keine Zeit, sich lange am Telefon zu unterhalten. Das ist wiederum der Grund dafür, weshalb ich Newswert oder auch Studien lieber per Telefon anbiete: Beides lässt sich an richtiger Stelle mit wenigen Sätzen platzieren und spart die Gestaltung einer aufwändigen Pitch-Mail.

TraineeInsights: Abschließend, dein Geheimtipp für Berufseinsteiger?

Janina: Setzt euch einfach die „Redakteursbrille“ auf und versetzt euch in die Journalisten hinein: Wie muss die 386. Pitchmail an einem Tag aussehen, damit ihr sie zu Ende lest? Ein wenig Geduld ist beim pitchen auch gefragt. Aber letzten Endes gibt es Redaktionspläne und  Themenspecials. Und der Pitch kann noch so gut sein: Manchmal passt es halt nicht ins aktuelle Heft.

Ihr wollt euer Pitch-Geschick unter Beweis stellen? Bei uns bekommt ihr die Chance dazu. Am besten bewerbt ihr euch gleich hier!

Florian Primig

Florian Primig

Werkstudent bei Maisberger
Florian studiert im sechsten Semester Kommunikationswissenschaft in München und schreibt dort gerade an seiner Bachelorarbeit. Seit August 2017 unterstützt er als Werkstudent das Industrie-Team.
Florian Primig