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Angst und Schrecken in Deutschland

Wirft man mal einen Blick zurück in die Vergangenheit Deutschlands, sieht man ein Land, das unzählige technische Innovationen hervorbrachte. Sie prägen heute den Arbeits- und privaten Alltag der Menschen weltweit.

Wirft man den selben Blick jedoch nach vorne, in die Zukunft Deutschlands, sieht es in den Augen vieler etwas düsterer aus: Es mangele an Fachkräften, große Innovationen kämen immer seltener aus Deutschland und der Technologiestandort Deutschland sei bedroht.

Bitte ja nichts Neues!

Wie konnte es zu diesem Bruch kommen, wo unsere Wirtschaft die Krisen der jüngeren Vergangenheit im Großen und Ganzen doch recht schadlos überstanden hat? Ein Teil der Antwort liegt in den Köpfen der Menschen: In Europa und ganz besonders in Deutschland herrscht ein ungemein großes Misstrauen gegenüber neuen Technologien. Was unser Leben in welcher Weise auch immer verändern könnte, wird gerne mal pauschal abgelehnt – sei es der Einsatz von Robotern, Big Data, Biotechnik, selbstfahrenden Autos oder auch lediglich Online Banking. Dahinter stehen teils diffuse und teils konkrete Ängste vor Jobverlusten, Totalüberwachung, Kontrollverlust oder ähnlichem.

Wer unter dem Einfluss dieser Technikskepsis aufwächst, den zieht es später mit geringerer Wahrscheinlichkeit in technische Berufe. Und wen es doch da hin zieht, der sieht seine Zukunft in diesen Berufen vielleicht eher im Ausland. So entsteht in Deutschland ein Mangel an Fachkräften in technischen Berufen.

Von der Politik werden die Ängste ebenfalls aufgegriffen und übersetzt in strenge Regularien, die für technologische Innovationen einen miserablen Nährboden abgeben. Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtung verlagern ihre Forschung dann lieber in Länder, die ihre Forschung weniger stark eingrenzen.

Die Mitte ist der Weg

Bedenken der Menschen sind dem technischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt dabei natürlich grundsätzlich nicht unterzuordnen. Es ist absolut richtig, neuen Technologien die Frage voranzustellen, inwieweit man sie überhaupt braucht. Kritiklose Begeisterung ist mindestens ebenso bedenklich wie auf Unwissen basierende, unreflektierte Technikskepsis. Was wir brauchen, ist eine glaubhaft und rational – und nicht emotional – geführte Diskussion über Chancen und Risiken. Und auch darüber, wie wir Technik so einsetzen können, dass wir damit tatsächlich bestehende Probleme lösen.

Es geht um den gesunden Mittelweg – denn zwischen Technophilie und Technophobie existiert eine Vielzahl an Grauzonen. Da findet sich für jeden eine passende Nische.

Die Basis für diesen Mittelweg zu bereiten, ist Aufgabe von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Die Politik muss dabei in erster Linie für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen. Das fängt dabei an, bereits im Kindesalter Aufgeschlossenheit zu vermitteln. Dazu muss der Umgang mit Technik in den Bildungsprozess integriert werden.

Auch Unternehmen, die im High-Tech-Bereich tätig sind, ob als Nutzer oder als Anbieter, sollten ihre Kommunikationsstrategie (unter anderem) daraufhin ausrichten, am Diskurs über Chancen und Risiken aktiv teilzunehmen – sonst wird nur über sie und nicht mit ihnen gesprochen. Das gilt es zu verhindern.

Kommunikation – der Schlüssel ins Weiße Haus

Der US-Präsidentschaftswahlkampf stellt alle vier Jahre die amerikanische Politik auf den Kopf. Republikaner gegen Demokraten. Konservative gegen Liberale. Caucuses, Swing States oder superdelegates. Das Rennen um das Weiße Haus ist berühmt berüchtigt, beständig und trotzdem ist heuer vieles anders: Die politische Spaltung endet nicht bei den alteingesessenen Parteien, sie hat diese selbst erfasst.

 

Wenn Politik Parteien spaltet

Auf Seiten der Demokraten kämpfte Senator Bernie Sanders erbittert gegen Hillary Clinton, die schließlich das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur Mitte des Jahres für sich entscheiden konnte. Im Juli gab dann der aus New York stammende Sanders gegen den Willen vieler seiner Anhänger bekannt, Clinton in ihrer Kandidatur zu unterstützen. Dieser logische und geläufige Schritt ist wohl weniger politischer Annäherung, als gegenseitiger Verbundenheit im Kampf gegen den Mann auf der anderen Seite geschuldet: Donald Trump.

The Donald erschüttert seit Monaten die Grundfeste der Grand Old Party. Multimilliardär, Provokateur und der wohl polarisierendste Präsidentschaftskandidat der jüngeren Geschichte. Seine republikanische Partei ist davon alles andere als entzückt. Im Gegenteil, Trump löste eine gravierende innerparteiliche Spaltung aus.

Dabei ließ er nicht nur etliche republikanische Widersacher links liegen, er entwickelte sich vom belächelten „Kandidaten“ zum global gefürchteten Anwärter auf das wichtigste politische Amt dieser Welt. Das Rennen läuft und die Messer sind gewetzt.

 

Kleider machen Leute – und Worte Politik?

Betrachtet man nun die vergangenen Monate, sind es nicht nur die politischen und inhaltlichen Differenzen, die diese zwei Kandidaten trennen. Vielmehr ist die Art und Weise wie sie ihre politische Agenda kommunizieren von Interesse. Strategische Kommunikation konnte selten so unabhängig beobachtet und analysiert werden. Trump nutzt populistische und repetitive Elemente zur Inszenierung seiner selbst. Er scheut keinerlei Konfrontation und ist immerzu gewillt seine Gegner zu erniedrigen. Ob Muslime, Mexikaner, Frauen oder Homosexuelle. Trump teilt aus – selbstbewusst, heftig und ohne Rücksicht. Und die Umfragen geben ihm „Recht“. Er mobilisiert seine Anhänger und diese folgen ihm teils bedingungslos. Hillary Clinton hingegen ist Politikprofi, Juristin und mit allen Wassern gewaschen. Sie spricht überlegt und argumentiert meist sachlich. Dennoch ist sie unter den Amerikanern (fast) so unbeliebt wie Trump. Sie kämpft gegen Vergangenes und wirkt machtfixiert. Daneben meidet sie, wenn möglich, das direkte Aufeinandertreffen. Damit ist aber bald Schluss. Am 26. September kommt es zum Show-Down: die erste Presidential Debate. 90 Minuten werden sich die Kandidaten im direkten Rededuell gegenüber stehen und die Welt wird gebannt lauschen.

Es zwitschert durch Amerika

Bis dahin werden wir uns noch gedulden müssen. Alternativ lohnt ein Blick auf die Social Media-Kanäle. Beispielhaftes Medium ist der Microblogging-Dienst Twitter. Beide Kandidaten nutzen diesen Kommunikationskanal intensiv. Während Clinton ihre rund 9 Millionen Follower bisher mit mehr als 8000 Tweets kontaktierte, waren es sogar über 30.000 Tweets an die knapp 11,5 Millionen Follower Trumps‘.

Das 21. Jahrhundert hat die Kommunikation mit den Wählern verändert. Die Wahlkampf-Teams beider Seite lassen keinen Fehltritt mehr unkommentiert und nutzen jede Chance, ihren Kandidaten geschickt zu positionieren. Dabei ist vor allem die Interaktion beider Seiten auffällig – oftmals wird Bezug genommen oder gar spöttisch kommentiert. Die neuesten Entwicklungen um den Gesundheitszustand Clintons offenbaren jedoch auch ein anderes Gesicht – die Strategien, insbesondere auf Seiten Trumps, scheinen flexibel.  Doch was steckt dahinter? Blankes Kalkül oder gar präsidentieller Respekt vor politischer Konkurrenz?

 

TRUMPhiert Kommunikation über Inhalt?

Unabhängig vom Ausgang der ersten Debatte oder gar der Wahl am 8. November diesen Jahres, wird es also spannend zu sehen sein, wie die Kontrahenten ihre Wähler hinter sich versammeln können. Welche Worte werden sie wählen? Welche Kommunikationskanäle werden wann und wie genutzt? Wer trifft das Herz und wer den Kopf? Am besten ihr macht euch ein eigenes Bild:

Unterschiede erkannt? Die Antworten werden folgen – Ich freue mich auf eure Meinung und Kommentare.

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