qooly

Abendrot

Der Wecker klingelt um 6.10 Uhr. Mein Plan ist es, früh aufzustehen, um in aller Ruhe frühstücken und mit richtig viel Genuss einen Kaffee trinken zu können. Die Realität sieht anders aus: Der Wecker klingelt zwar um 6.10 Uhr, aber irgendein Depp hat das „Snoozen“ erfunden. Wie jeder Digital Native bediene ich mein Smartphone im Halbschlaf und das morgendliche Ich denkt: okay, dann kein Frühstück in Ruhe – okay, dann kein Frühstück – okay, es geht bestimmt auch ohne Kaffee – okay, mittlerweile reicht die Zeit auch nicht mehr für ein ordentliches Make-up.

Wie mein Beispiel des Dauer-Snoozens zeigt, bin ich nicht gerade das, was man den Zen-Meister der Entschleunigung nennen würde. Aber ich schaffe mir Auszeiten. Das ist wichtig, denn manchmal ist der Job echt stressig. Deadlines müssen eingehalten, Calls außerhalb der offiziellen Arbeitszeiten getätigt, Artikel geschrieben, Pressemitteilungen verschickt, Absprachen schnell getroffen werden. Die Arbeit in einer PR-Agentur ist super abwechslungsreich, hat viel zu bieten, fordert jeden Tag aufs Neue. Das ist gut und hinter diese Aussage will ich kein ABER setzen. Dennoch ist damit auch Stress verbunden und Stress macht krank. Deshalb brauchen wir Ruhe-Inseln. Sei es das frühere Aufstehen, um den Kaffee in Ruhe trinken zu können oder auch nur ein kleines „Schwätzchen“ mit den Kollegen zwischen einer Aufgabe und der nächsten. Viele von uns nutzen zudem die einstündige Mittagspause, um nach dem Essen noch einen ausgedehnten Spaziergang im Park zu machen – meist mit unserem Agentur-Hund.

Besonders wichtig ist aber auch die Freizeitgestaltung, wie ich finde. Ich für meinen Teil entspanne gerne beim Pilates oder beim Joggen, nehme mir Zeit für Krimi-Bücher und Wirtschaftszeitschriften im Zug auf dem Weg zu meiner Familie und entdecke zunehmend die Vorteile Münchens für mich: Ob abends auf ein Gläschen Wein zum Streetfood Festival, einen Tagesausflug zum Wandern ins Karwendel-Gebirge oder ein Skiwochenende in Lenggries – hier gibt es so viele Möglichkeiten, raus zu kommen, ohne direkt in Urlaub fahren zu müssen. Aus diesen Auszeiten schöpfe ich Erholung für die neue Woche – und oft genug ist der Stress dann plötzlich schon gar nicht mehr so kräfte-, nerven- und gesundheitszehrend wie er es vielleicht wäre, wenn man sich ihm zu einhundert Prozent hin gibt.

Berge Essen

Bei meinen Kollegen habe ich nachgefragt, wie ihre persönlichen Ruhe-Inseln aussehen:

Nicole:

Meine Ruhe-Insel im Büroalltag ist: eine verspätete Mittagspause, um dann alleine in der Küche zu essen und zu lesen. Privat am WE ist es das gemütliche Kochen.

 

Anja:

Ich glaube, Ruhe habe ich im Alltag nicht wirklich, aber Entspannung geht relativ einfach: Schlittenfahren oder Schwimmen im See mit den Kindern am Nachmittag, Spaziergänge mit dem Hund, abends mit ihm auf dem Sofa kuscheln oder aber mein ganz persönlicher Klassiker: einen Stall betreten, in dem 20 Pferde ruhig vor sich hin fressen, es riecht nach Heu und Pferd, man hört nur Kauen und leises Schnauben, du rufst einen Namen und auf einmal bricht bei einem Pferd Hektik aus: wildes Rumdrehen zur Tür und dann ein leises Begrüßungsschnobern, dass sich anhört wie eine Mischung aus Wiehern und Meckern – in diesem Moment ist der Alltag aber mal dermaßen weit weg – da kann sein, was will.

Hund

Rike:

Mein tagtäglicher Ruhepol: Meine Haustiere – drei quietschfidele Meerschweinchen und ein Hund. Selbst wenn man nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause kommt, kann man gar nicht mehr böse sein, wenn fiepende Meerschweinchen und ein streichelbedürftiger Hund die volle Aufmerksamkeit einfordern. Da wollen Gurken verfüttert, Heubetten in der Heuraufe angelegt und Ohren gekrault werden. Und, natürlich ein großer Punkt: es wird Bewegung eingefordert. Im Garten, im Wald, oder mit dem Radl, um abends an den besten Stellen im Wald noch Pappeln zu pflücken.

Meerschweinchen

Julia:

Meine persönlichen Ruhe-Inseln bieten nicht nur Entspannung, sondern auch Ausblick! Egal ob am Meer oder auf den Münchener Hausbergen: Zeitvertreib finde ich bevorzugt in der Natur. So ganz ohne Technologie bin ich aber selbst in dieser Lebenslage nicht unterwegs. Meist nehme ich meinen E-Book-Reader mit, damit ich in Wanderpausen im neuesten Krimi schmökern kann.

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