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Sie haben einen langen Tag in der Arbeit hinter sich, der Kopf ist schwer, die Gedanken fließen zäh und Sie sind mental so erledigt, dass Sie sich sogar körperlich müde fühlen? Sie wünschen sich nichts mehr, als einen Ausgleich zur erschöpfenden Kopfarbeit? Dann habe ich einen Tipp für Sie: gehen Sie bouldern!

Hierbei werden Sie nicht nur körperlich extrem gefordert, sondern auch mental: Manchmal gilt es die eigene Angst zu überwinden, knifflige Boulder-Probleme zu lösen oder das letzte Fünkchen Kraft aus dem eigenen Körper zu holen . Genau das Richtige also, um etwas Abwechslung in den Job-Alltag zu bringen und das ein- oder andere über sich selbst zu lernen.

Allez hop! – Was hat Bouldern mit PR am Hut?

Wem das Video aus der Einleitung noch nicht genug war, um Bouldern, eine Unterart des Kletterns, genauer zu verstehen, für den gibt es hier noch weitere Impressionen. Klettern dürfte jedermann bekannt sein, und zwar aus der eigenen Kindheit, wenn man unbedingt diese tolle Eiche auf dem Kinderspielplatz im Park erklimmen wollte, nicht erst seitdem die „Huber-Buam“ Werbung für die Milchschnitte machen.

Klettern kann man natürlich nicht nur auf Bäumen, sondern auch im Gebirge, in der Stadt (wenn man dem sogenannten Freerunning oder auch Parcours frönen will) sondern auch in Sporthallen. Sportklettern ist schon seit längerem im Breitensport angekommen und wird von jeder Altersgruppe begeistert betrieben.

Bouldern (vom englischen „Boulder“ = Felsblock) war in der Vergangenheit nur als Vorbereitung für Profi-Kletterer gedacht, die sich auf schwierige Klettermissionen in die Alpen oder andere Hochgebirge begeben wollten. Heutzutage ist Bouldern bereits so weit verbreitet, dass man in extra dafür eingerichteten Hallen (oder in Kombination mit Kletterhallen) Einsteigerkurse belegen, oder auch mit boulder-bewanderten Freunden einen Ausflug der anderen Art unternehmen kann. Eine Boulder-Route besteht meist nur aus sechs bis acht Bewegungsabläufen und endet in einer bequemen Absprunghöhe (zwei bis 2,5 Meter) und wird ohne Seil oder Sicherungsgurt absolviert. Umfangreiches Wissen über komplizierte Sicherungstechniken und Knotenkunde ist also keine Voraussetzung.

Womit man sich jedoch auseinandersetzen wird ist der eigene Körper und seine Leistungsgrenzen sowie die eigene Psyche. Einige Bewegungen erfordern durchaus Mut vom Bouldernden, da man sich extrem lang machen, oder auch das eigene Gewicht nur auf einer Zehenspitze balancieren muss.

Ganz nebenbei erfordert Bouldern auch einiges an Kraft, wenn man Überhänge in Angriff nehmen möchte oder nur kleine Griffe zur Verfügung stehen. Weiterhin, und das ist das Faszinierendste an diesem Klettersport: außerhalb der üblichen Bahnen denken und kreativ an das Boulder-Problem herangehen. Kreativität und „Thinking outside the Box“ – zwei bei Arbeitgebern von heute extrem beliebte Soft Skills. Na, wem geht nun ein Licht auf? Ausgleich neben der Arbeit wird von Vielen benötigt, wenn man jedoch aus dieser Freizeitbeschäftigung (es muss ja nicht Bouldern sein) Rückschlüsse auf ein Projekt in der Arbeit machen kann, dann wird der Freizeitspaß effektiv genutzt, um die Karriere im Büro voranzutreiben.

Besser Beraten beim Bouldern

conference-roomAn anderer Stelle wurde bereits erwähnt, dass man in der PR Hintergrundwissen in vielen, teils sehr unterschiedlichen Themenbereichen benötigt, oder sich dieses Wissen sogar neu erschließen muss. PR benötigt also einen hohen Grad an psychischer Flexibilität und Entdeckerfreude. Als Tipp für Einsteiger gab mir meine Teamleiterin den Rat „ein Chamäleon“ zu sein. In einer Agentur arbeitet jeder Berater üblicherweise für mindestens zwei, meistens jedoch für drei Kunden gleichzeitig. Zeitmanagement, eine strukturierte Arbeitsweise und viel Organisationstalent gehören also ebenfalls zum erfolgreichen PR-Berater. Beim Bouldern ist auch keine Route so, wie die nächste, oder die vorherige. Jede Route hat ein Kernproblem, das es zu lösen gilt. Ebenso ist kein Kunde wie der andere, jeder hat ein eigenes Produkt/eine eigene Dienstleistung und etwas, das ihn einzigartig macht.

Auch ist es oft erforderlich, eine Route aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Das wird nicht erst klar, wenn man kopfüber in einer simulierten Höhle hängt und die Beine zuerst über eine Kante schwingt, um das Ziel der Boulder-Route zu erreichen. Auch im Berufsalltag lohnt sich der Perspektivenwechsel – gerade in der PR. Aufgabe eines Beraters für Öffentlichkeit ist es auch, seinem Kunden die Wirkung der eigenen Wort auf eine dritte Partei aufzuzeigen und ihm entsprechende Ratschläge zu erteilen. Selbst die Beraterkompetenz kann man beim Boulder einsetzen: Hat man selbst eine Route bereits erfolgreich absolviert, kann man anderen Kletterern, die sich gerade abmühen, Ratschläge geben und neue Kontakte knüpfen (Stichworte Einfühlungsvermögen und Sozialkompetenz).

Mit einer Freizeitbeschäftigung möchte man etwas Zerstreuung vom Arbeitsalltag finden und nicht über das schwierige Projekt mit dem Kunden X nachdenken müssen. Beschäftigt man sich mit einer Boulder-Route, dann trainiert man dennoch die eigene Problemlösungskompetenz und möglicherweise findet man die Lösung für den Kunden am oberen Ende der Kletterwand. Da Bouldern ebenfalls die Kreativität fordert und fördert, wird man auch in anderen Bereichen seines Lebens desöfteren von der Muse geküsst. Zusammenfassend kann ich Ihnen Bouldern als Freizeitbeschäftigung also wärmstens empfehlen, ich bemerke die Vorteile jedenfalls jeden Tag.

Welchen Freizeitbeschäftigungen geht Ihr zum Ausgleich nach? Schreibt Eure Antworten unten in die Kommentarzeile.

Patrick Seidel

Patrick Seidel

Schreibt zur Entspannung Blogbeiträge über Roboter, Software und Co. und geht klettern. Hat Übersetzung und International Marketing Communications in Ingolstadt, London und Poitiers studiert. Seit Februar 2016 verstärkt er das Maisberger Industrie-Team als Trainee.
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