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Doch wie sehen diese Wege eigentlich aus? Ein Blogbeitrag für alle, die etwas mehr aus dem Alltag und dem Drumherum von Maisberger und der PR im Allgemeinen erfahren möchten. Wer hier schon etwas gestöbert hat, fand schon Beiträge zu vielen interessanten und hilfreichen Themen. Mein heutiger Beitrag ist auch ein Anliegen in eigener Sache. Da mein Bachelor-Studium sich langsam aber sicher dem Ende zuneigt, finde ich es spannend zu erfahren wie meine Kolleginnen und Kollegen ihren Einstieg in die PR- Branche gefunden haben und speziell, wie ihr Weg sie zu Maisberger und somit zu Themen aus der IT-, HR- und Industriebranche geführt hat. Mein Studium der Technischen Redaktion und Kommunikation ist aufgrund der Schwerpunkte sozusagen prädestiniert für eine Agentur wie Maisberger und den Kunden aus eben genannten Richtungen. Doch wie sieht es aus, wenn man etwas völlig anderes studiert hat? Dazu habe ich drei nette Maisbergers nach ihrem Weg als Quereinsteiger befragt.

Ein Weg ins Ungewisse – Aber ein lohnender für unsere Maisbergers. (Bild: Dennis Jimoh)

Ein Weg ins Ungewisse – Aber ein lohnender für unsere Maisbergers. (Bild: Dennis Jimoh)

Alexander Jatscha

Tübingen, 2007 bis 2015, 15 Semester, Japanologie als Hauptfach, Religionswissenschaften als Nebenfach und anschließend noch ein Master in Japanologie. Das sind die Fakten zu Alexander Jatscha, der erst seit kurzem bei Maisberger arbeitet. Ursprünglich war eine akademische Laufbahn durchaus vorstellbar. Aber nachdem er sich darüber im Klaren war, welche Fertigkeiten er sich neben seinem fachspezifischen Wissen im Studium angeeignet hatte – nämlich Einarbeitung in neue Themen, Inhalte für eine Zielgruppe zu präsentieren und Texte zu verfassen- interessierte er sich verstärkt für das journalistische Tätigkeitsfeld. Der Spaß am Schreiben und die Recherche für interessante Themen führten Alexander zum Schwäbischen Tagblatt. Doch hier wurde er nicht glücklich, es fehlte etwas. Contenterstellung und Kreativität sollte auch seine nächste Destination bieten. Das fehlende Puzzleteil, nämlich das strategische Arbeiten, fand er dann in der PR-Branche. Um zu kompensieren, dass er noch keine Praktika in dieser Branche absolviert hatte und um schnell Fuß zu fassen, hat sich Alexander noch für eine Weiterbildung entschieden. Und obwohl er durch sein Studium schon Dinge wie Recherchestrategien, Selbständigkeit, einen souveränen Umgang mit Sprache und professionelle Textarbeit erlernt hat, dauert seine zusätzliche Weiterbildung insgesamt weitere anderthalb Jahre. Alexander ist glücklich mit seiner Entscheidung für die PR-Branche und freut sich auf neue Erfahrungen die er bei Maisberger sammeln kann.

 Holger Neumann

Anwälte, Richter, Kanzleien, Rechte und Gesetze sind alles Wörter aus dem Kosmos des Jurastudiums. Dies schien für Holger Neumann zunächst ein erstrebenswerter Werdegang. Aber was sich in der Vorstellung noch attraktiv darstellte, kam in der Realität anders. Holger hat von 1994 bis 2002 Jura studiert. Von Frankfurt über Passau bis nach Perugia, hat er dabei einige Universitäten von innen gesehen. Doch schon gegen Ende seines Studiums hat er gemerkt, dass dies später kein Berufsfeld sein wird, in dem er arbeiten möchte. Nachdem er sich zu seinem Abschluss durchgerungen hat, kam die Entscheidung für einen anderen Weg. Das kam nicht überraschend: Schon gegen Ende seines Studiums hat er erste journalistische Erfahrungen bei einer Tageszeitung gesammelt. Danach war er noch beim Radio und beim Fernsehen. In die PR gekommen ist Holger dann per Zufall. Durch einen Job, der in Verbindung mit dem Deutschen Museum stand, kam er in die PR-Branche. Bevor er zu Maisberger kam, kreuzte sein weg noch einige andere Technologie-Unternehmen bei denen er insgesamt 10 Jahre Erfahrungen sammeln konnte. Und obwohl der juristische Weg nichts für Ihn war, hat er doch einiges mitgenommen aus seinem Studium. Mehrere Quellen zu einem Text zusammenfassen und Selbstorganisation sind zum Beispiel zwei Punkte die ihm auch heute helfen. Außerdem hat er das Denken in Szenarien erlernt: „Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn ich mich an dieser Stelle jetzt so entscheide“ – vielleicht hat ihm das schon damals bei seiner Entscheidung für die PR-Branche geholfen. Zum Schluss hat Holger auch noch einen Tipp für Quereinsteiger: Ein PR-naher Studiengang ist nicht unbedingt erforderlich. Viel wichtiger sind praktische Erfahrungen und natürlich Engagement.

Christine Wildgruber

Schon zu Schulzeiten war Biologie eines der Fächer, für das sich Christine Wildgruber am meisten interessierte. So kam es auch, dass sie Leistungskurs Biologie wählte und ihre Facharbeit in Biologie schrieb. Eins führte zum anderen und so hat sich Christine für ein Biologiestudium in München an der LMU entschieden. Das Studium an sich fand Christine sehr spannend, begeisternd und abwechslungsreich. Umso ernüchternder waren die späteren Aussichten. Schon während ihrer Diplomarbeit stellte Christine fest, dass der Alltag in der Forschung und im Labor eher monoton und unkommunikativ ist. Nichts für jemanden, der lieber im Team als als Einzelkämpfer unterwegs ist! Ende 1996 nutzte sie den Internetboom, der gerade aus Amerika nach Europa herüberschwappte. Damals ein neues Feld mit vielen außergewöhnlichen Möglichkeiten! Der einzige Haken war Christines fehlende PR-Erfahrung. Aber auch das war kein Hindernis: Durch eine Stellenanzeige in einer Zeitung bekam sie eine Anstellung im Vertrieb eines Internet Service Providers. Das war für sie schließlich das Sprungbrett zur PR. Denn nach eineinhalb Jahren in der Technologie-Branche war ihre Branchenkenntnis mitentscheidend, um für eine PR-Agentur mit IT-Fokus interessant zu sein.

Obwohl das Studium rein fachlich gesehen nichts mit Christines Arbeitsalltag zu tun hat, kommen ganz andere Skills aus dem Studium zum Tragen: Selbstständiges Arbeiten, Eigeninitiative, sich in unbekannte Themen vertiefen, Themen verknüpfen, Strategien entwickeln, kreativ sein, über den Tellerrand hinausschauen und Projektmanagement sind nur einige der Erfahrungen aus dem Studium, die ihr heute enorm weiterhelfen. Sie würde den gleichen Weg wieder gehen!

Was habe ich gelernt

Wie man sieht, gibt es nicht den einen Weg in die PR. Man sollte das studieren, was einem gefällt und am meisten Spaß macht. Der Rest könnte man sagen, kommt von ganz alleine. Alle mit denen ich gesprochen habe, bereuten ihren Weg nicht, sondern sind froh um die Erfahrungen die sie gemacht haben. Bei diesen drei Beispielen war am Ende vielleicht doch nicht der Weg das Ziel.