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Acht oder neun Jahre bis zur allgemeinen Hochschulreife, dann drei bis sechs Jahre Studium. Der Kopf ist voll mit einer weiten Bandbreite von Themen: Mathematik, deutsche und englische Grammatik, Physik, Erdkunde und dann noch eine Portion Spezialwissen, das man an der Universität erworben hat. Da kommen dann so Leute mit PR-untypischen Fächern wie Japanologie, Jura oder Biologie daher. Andere haben einen „direkteren“ Weg eingeschlagen und Germanistik, Literatur, Politik oder Medienwissenschaften studiert. Doch egal für welche Laufbahn sich die Kollegen auch entschieden haben, die meisten kommen bei Maisberger erstmals mit komplexen Themen aus Industrie, IT und Human Resources in Berührung, die vorher im Alltag keine oder nur eine geringfügige Rolle gespielt haben. Eine herausfordernde, aber auch sehr belohnende Situation!

Was erwartet mich zum Berufseinstieg?

Wer bei Maisberger einsteigt, bekommt die Möglichkeit geboten, sich in die Öffentlichkeitsarbeit von etablierten und aufsteigenden Unternehmen einzuarbeiten, deren Dienstleistungen und Produkte oft hochspezialisiert, technisch weit fortgeschritten und innovativ sind. Klingt spannend, ist auch so. Herr Kvech hat es an anderer Stelle so ausgedrückt:

“ Zitat

Wir arbeiten mit vielen Unternehmen zusammen, die Weltmarktführer ihrer Branche sind. Dadurch können wir in einer gewissen Weise die Entwicklung, die in der Technologie und im Management stattfindet, mitprägen und auch den Wert dessen bestimmen. Neben Verteilerarbeit und Clippings geht das manchmal im Tagesbusiness unter – wir arbeiten hier an wirklich großen Themen.

 

Dazu müssen Sie sich nur einmal die Kunden ansehen, für die Sie arbeiten: Nehmen wir Universal Robots. Für Kunden wie Universal Robots heute zu arbeiten ist wie für Apple oder Microsoft in den 80er Jahren. Das sind Gamechanger, die das Spiel in ihren Branchen komplett verändern und damit ungeheuer erfolgreich sind. […] Und trotz der Arbeit mit hochkarätigen Kunden lassen wir unsere Trainees schnell frei schwimmen. Denn mein Wunsch ist es, Menschen nicht künstlich klein zu halten, sondern groß zu machen – die Mitarbeiter ohne künstliches Autoritätsgehabe und Herrschaftswissen zu fördern.“

PR Industrie

Komplexe Themen zu erklären ist eine der Hauptaufgaben der PR. Quelle: Samueles / Pixabay

Eigentlich müsste das jeden Absolventen eines geisteswissenschaftlichen Fachs in helle Begeisterung versetzen. Vielleicht muss man sich an den Gedanken, viel mit sehr technischen Themen zu arbeiten, erst einmal gewöhnen. Aber geht es in der PR nicht trotzdem genau um die Art von selbstständigem Arbeiten, die man sich im Studium (hoffentlich) angeeignet hat? Gerne erinnere ich mich an das Hausarbeitsthema meines ersten Proseminars an der Universität zurück: „Die zeitgenössische Kritik an Tokugawa Tsunayoshi“.

Seien wir ehrlich: Edo-Zeit, konfuzianisches Recht und japanischer Schwertadel waren mir damals im ersten Semester genau so fremd und schwer zugänglich wie beispielsweise Algorithmen mit künstlicher Entscheidungsintelligenz zum Berufseinstieg bei Maisberger. Inzwischen schreibe ich über beides gern. Was hat sich verändert? Man lernt im Studium, sich Themen selbstständig zu erschließen und für ein Zielpublikum verständlich aufzubereiten. Jeder tut sich mit einem neuen Thema erst einmal schwer, kommt dann aber bald rein. Angst braucht man wirklich nicht zu haben.

Mit welchen Themen werde ich arbeiten?

Die Antwort zu dieser Frage hängt natürlich ganz von den Kunden ab, mit denen ein PR-Schaffender zu tun hat. Da jeder von uns in einer Reihe unterschiedlicher Teams arbeitet, beschäftigen sich kaum je zwei Kollegen mit den exakt gleichen Bereichen. Allein im Industrieteam gibt es eine beachtliche Vielfalt potentieller Themen, von denen diese nur eine kleine Auswahl sind:

A wie Agilität
B wie Bestandsoptimierung
C wie Change Management
D wie    Digitalisierung
E wie    Ergonomie
F wie    Full-Service-Leasing
G wie    Großhandel
H wie    Haus der Zukunft
I wie    Industrie 4.0
J wie    Just-in-Time
K wie    Kollaborierende Robotik
L wie    Lean Kultur
M wie    Modularisierung
N wie    Netzneutralität
O wie    Oberflächenschutz
P wie    Pick & Place
Q wie    Qualitätskontrolle
R wie    Resilienz
S wie    Stichprobeninventur
T wie    Telekommunikation
U wie    Unternehmensberatung
V wie    Volatilität
W wie    Wiederbeschaffungszeiten
X wie    Xenongas
Y wie    Y (why) can’t I find a fitting term?
Z wie    Zeitfenstermanagement

 

Wie komme ich in meinem neuen Umfeld an?

Wer mit einer guten Portion Neugier und Eigenständigkeit an die neuen Inhalte herangeht, sollte hiermit kaum Probleme haben. Hier ein paar Tipps, die mir geholfen haben:

 

  • Sich mit einer offenen Haltung auch auf Themen einlassen, über die man vorher niemals je nachgedacht hat.
  • Nicht scheuen, Fragen zu stellen. Erst die Kollegen, im Zweifelsfall aber auch den Kunden selbst.
  • Sich nicht damit zufrieden geben, wenn man vorliegenden Input nicht ganz versteht. Auch wenn man nicht in alle technischen Detail einsteigt: Die eigenen Texte müssen auch für den unkundigen Leser Sinn ergeben (natürlich je nach Medium verschieden).
  • Sich Zeit nehmen, ältere Veröffentlichungen eines Kunden (oder der Konkurrenz) durchzulesen.
  • Die Website und andere Kanäle des Kunden beobachten.
  • Nach Möglichkeit regelmäßig durch die wichtigen Branchenmagazine blättern (unsere Abonnements und Belegexemplare), um ein Gefühl für die Medien und ihre Themen zu bekommen.
  • Newsletter von relevanten Magazinen und Organisationen abonnieren und im Auge behalten.
  • Sich frühzeitig mit der IT- und Ordnerstruktur im eigenen Unternehmen vertraut machen und selbst Artikel, Links und Studien etc. zum Thema sammeln.
  • Aus dem gesammelten Recherchematerial selbst Fragen ermitteln, deren Beantwortung für einen Journalisten interessant sein könnte.

 

Was sind eure Strategien, um in ein neues, komplexes Thema einzusteigen?

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Alexander Jatscha

Alexander Jatscha

Geboren am 18.02.1988 in Sindelfingen. Hat Japanologie und Religionswissenschaft in Tübingen studiert. PR-Trainee seit dem 18.05.2015. Immer neugierig, schreibt gerne und ist am kreativsten, wenn er gute Musik hört.
Alexander Jatscha