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Sophia Gese

Sophia Gese

Sophia Gese kommt aus Würzburg und absolvierte ihr Bachelor- und Masterstudium an der Universität Regensburg. Anfang 2016 schloss sie dort ihren deutsch-französischen Master „Interkulturelle Europastudien“ ab. Seit einem Monat arbeitet Sophia als Trainee bei Maisberger und unterstützt das IT-Team bei Themen wie Business Intelligence, Cloud Computing und Cyber-Security
Sophia Gese

Es verhält sich paradox bei mir mit dem Thema „IT-Sicherheit“ – und ich glaube, ich spreche dabei im Namen einiger meiner Kollegen: Security-Lösungen stehen in den Produktportfolios unserer Kunden meist an erster Stelle. Kein Wunder also, dass wir einen großen Teil unserer Arbeitszeit darauf verwenden, Leser und damit potenzielle Kunden für das Thema zu sensibilisieren. Sobald ich mir aber an die eigene Nase fasse, merke ich: Die Message, die wir mit unseren Kunden tagtäglich in die Welt hinaustragen, scheint bei mir selbst noch nicht angekommen zu sein. Es mag am Mangel schlechter Erfahrungen, an der Unsichtbarkeit der Gefahren im Netz oder meiner allgemeinen Unbedarftheit als Digital Native liegen, doch ich gebe zu: Ich surfe weitestgehend ohne Schutz im Internet und kommuniziere sorglos mit Freunden über Facebook und WhatsApp.

Weil ich weiß, dass ich so – früher oder später – auf die Nase fallen kann, nahm ich mir zu Beginn des neuen Jahres einen guten Vorsatz: Ein digitaler Schutzhelm muss her! Doch wie sieht dieser aus?

Sicherheit für den Otto Normalverbraucher

Im Stundentakt kursieren neue Beiträge zum Thema IT-Sicherheit in den deutschen Medien: Das Thema hat Brisanz in allen Wirtschafts- und Industriezweigen – aber eben auch für jeden Otto Normalverbraucher, der sich im Netz bewegt oder Smart Devices nutzt. Aktuelle Hackerattacken wie der Angriff auf Dyn, die Deutsche Telekom oder Thyssen Krupp zeigen, wie verletzlich und angreifbar wir im Internet sind.

Und welche Auswirkungen ein erfolgreicher Cyberangriff haben kann: Erst kürzlich haben IT-Sicherheitsexperten der Newcastle University nachgewiesen, dass Cyberkriminelle Kreditkartendaten in Sekundenschnelle herausfinden und ein Konto entsprechend schnell leer räumen können. Ein Alptraum, den sich niemand von uns vorstellen möchte. Deshalb unterstützen viele unserer Kunden wiederum ihre Kunden mit entsprechend entwickelten Software-Lösungen gegen Datendiebstahl, Insider-Threats oder Cyber-Spionage.

Und auch wir bei Maisberger tragen unseren Teil dazu bei – wenn auch nicht als Entwickler, sondern als Vermittler der Software. Denn die Security-Lösungen müssen auf geeigneter Bühne präsentiert werden, um Gehör zu finden. Diese Kommunikation beherrschen wir bestens – und sollten uns privat, nach dem Motto „Practice what we Preach“, auch eine Scheibe davon abschneiden.

Passwort gut – alles gut?

Denn eigentlich ist es doch so einfach, für einen grundlegenden Schutz im Internet zu sorgen. Wir benötigen dafür in einem ersten Schritt noch nicht einmal eine ausgeklügelte Software-Lösung. Denn ein gutes Passwort-Management reicht oftmals schon aus: „Change Your Password“ lautete vorgestern, am 1. Februar, das Motto. Und so lautet es übrigens in jedem Jahr an diesem von Gizmodo ins Leben gerufenen Tag. Was uns diese Aktion lehren will? Dass wir, konkret gesprochen etwa 60 Prozent der Computeranwender, uns endlich loslösen von unsicheren Passwörtern wie „Passwort“, „Hallo“ oder „123456“ – oder davon, unsere Passwörter aus persönlichen Informationen wie unserem Geburtsdatum oder dem Namen des Partners zusammenzusetzen. Denn diese ermöglichen Hackern ein leichtes Spiel und damit Zugriff auf unsere persönlichen Daten. Vor allem aber ist es entscheidend, Passwörter regelmäßig zu ändern und für unterschiedliche Accounts auch jeweils ein anderes Passwort zu verwenden. …das klingt ja, zugegeben, alles erst einmal ganz vernünftig. Aber wer kann sich diese Flut an Passwörtern merken?

Die Antwort lautet: Unser Passwortmanager. Ja, in Zukunft werden etwa LastPass, KeyPass oder 1Password unsere persönlichen Assistenten sein, wenn es darum geht, sichere Passwörter zu generieren und in der Cloud zu speichern – Zugriff auf diese gewährt dann übrigens nur noch ein einziges Passwort, das es sich zu merken gilt. Sollte machbar sein, oder nicht? Kritische Stimmen mögen behaupten, dass auch die Cloud keine umfassende Sicherheit garantieren kann – und sie mögen leider Recht haben, denn einen 100-prozentigen Schutz gibt es nie. Trotzdem können wir Hackern mithilfe von Passwortmanagern Umwege bereiten, ihnen Steine in den Weg legen und ihnen den Zugang zu unserem Datenschatz so bestmöglich versperren.

Die Kreativität der Deutschen lässt zu wünschen übrig –
Top 5 der beliebtesten Passwörter 2016:
1. hallo
2. passwort
3. hallo123
4. schalke04
5. passwort1

Das Fazit ist schon etwas ernüchternd: Man wird sich nie komplett vor Cyberkriminalität schützen können – zu kreativ und zu ausgeklügelt sind die Methoden der Hacker. Was man aber tun kann und sollte, ist, die einem zur Verfügung stehenden Sicherheitsmaßnahmen auch wirklich zu ergreifen. Genau das werde ich 2017 beherzigen – und mein Passwortmanagement gehörig umkrempeln. Deshalb: Laptop an, digitalen Helm auf und sicher durch’s neue Jahr surfen!

Wie steht es um eure IT-Sicherheit? Zählt ihr zur „12345“-Fraktion oder surft ihr schon sicher durch’s Netz? Ich freue mich über Erfahrungsberichte und Tipps zu Passwortmanagern!