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Johannes Lossack

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Account Executive bei Maisberger
verstärkt seit Mai 2016 bei Maisberger das Industrie-Team und beschäftigt sich hier vor allem mit der Mensch-Roboter-Kollaboration.
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Wirft man mal einen Blick zurück in die Vergangenheit Deutschlands, sieht man ein Land, das unzählige technische Innovationen hervorbrachte. Sie prägen heute den Arbeits- und privaten Alltag der Menschen weltweit.

Wirft man den selben Blick jedoch nach vorne, in die Zukunft Deutschlands, sieht es in den Augen vieler etwas düsterer aus: Es mangele an Fachkräften, große Innovationen kämen immer seltener aus Deutschland und der Technologiestandort Deutschland sei bedroht.

Bitte ja nichts Neues!

Wie konnte es zu diesem Bruch kommen, wo unsere Wirtschaft die Krisen der jüngeren Vergangenheit im Großen und Ganzen doch recht schadlos überstanden hat? Ein Teil der Antwort liegt in den Köpfen der Menschen: In Europa und ganz besonders in Deutschland herrscht ein ungemein großes Misstrauen gegenüber neuen Technologien. Was unser Leben in welcher Weise auch immer verändern könnte, wird gerne mal pauschal abgelehnt – sei es der Einsatz von Robotern, Big Data, Biotechnik, selbstfahrenden Autos oder auch lediglich Online Banking. Dahinter stehen teils diffuse und teils konkrete Ängste vor Jobverlusten, Totalüberwachung, Kontrollverlust oder ähnlichem.

Wer unter dem Einfluss dieser Technikskepsis aufwächst, den zieht es später mit geringerer Wahrscheinlichkeit in technische Berufe. Und wen es doch da hin zieht, der sieht seine Zukunft in diesen Berufen vielleicht eher im Ausland. So entsteht in Deutschland ein Mangel an Fachkräften in technischen Berufen.

Von der Politik werden die Ängste ebenfalls aufgegriffen und übersetzt in strenge Regularien, die für technologische Innovationen einen miserablen Nährboden abgeben. Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtung verlagern ihre Forschung dann lieber in Länder, die ihre Forschung weniger stark eingrenzen.

Die Mitte ist der Weg

Bedenken der Menschen sind dem technischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt dabei natürlich grundsätzlich nicht unterzuordnen. Es ist absolut richtig, neuen Technologien die Frage voranzustellen, inwieweit man sie überhaupt braucht. Kritiklose Begeisterung ist mindestens ebenso bedenklich wie auf Unwissen basierende, unreflektierte Technikskepsis. Was wir brauchen, ist eine glaubhaft und rational – und nicht emotional – geführte Diskussion über Chancen und Risiken. Und auch darüber, wie wir Technik so einsetzen können, dass wir damit tatsächlich bestehende Probleme lösen.

Es geht um den gesunden Mittelweg – denn zwischen Technophilie und Technophobie existiert eine Vielzahl an Grauzonen. Da findet sich für jeden eine passende Nische.

Die Basis für diesen Mittelweg zu bereiten, ist Aufgabe von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Die Politik muss dabei in erster Linie für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen. Das fängt dabei an, bereits im Kindesalter Aufgeschlossenheit zu vermitteln. Dazu muss der Umgang mit Technik in den Bildungsprozess integriert werden.

Auch Unternehmen, die im High-Tech-Bereich tätig sind, ob als Nutzer oder als Anbieter, sollten ihre Kommunikationsstrategie (unter anderem) daraufhin ausrichten, am Diskurs über Chancen und Risiken aktiv teilzunehmen – sonst wird nur über sie und nicht mit ihnen gesprochen. Das gilt es zu verhindern.

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