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Die Arbeitswelt hat sich gerade für Mitarbeiter in den letzten Jahren stark verändert – was gestern noch á la mode war, ist heute schon wieder veraltet. So wechseln Arbeitnehmer heute ihren Arbeitgeber beispielsweise deutlich häufiger, als noch vor einigen Jahren. Jene Mitarbeiter, die über eine lange Zeit bei einem Unternehmen bleiben, sind selten geworden – und für die Unternehmen selbst, aber auch für die Kollegen ein wahrer (Wissens-)Schatz. Welche Geschichten haben sie zu erzählen? Welchen Wandel und welche Veränderungen haben sie an ihrem Arbeitsplatz erlebt? Wir haben uns bei Maisberger auf Schatzsuche begeben und sind fündig geworden: Maisberger-Urgestein Emma Deil!

Emma, wie lange bist du schon bei Maisberger?

Ich arbeite hier seit 21 Jahren.

Erinnere dich an deinen ersten Arbeitstag und blicke auf deinen heutigen: Was sind die ersten drei Dinge, die dir einfallen, die sich massiv verändert haben?

In meinen ersten Wochen wurde darüber diskutiert, ob überhaupt jeder Mitarbeiter eine eigene E-Mailadresse braucht – das ist heute undenkbar!

Die Pressemitteilungen wurden noch ausgedruckt und per Hand eingetütet. Mit Briefmarken mussten wir die Umschläge nicht versehen – dafür gab`s eine extra Frankiermaschine.

Heute „pitchen“ wir bei Redakteuren oder wir gehen zu potenziellen Kunden und „pitchen“ mit schicken Präsentationen. Das Wort „pitchen“ gab es zu Beginn meiner Maisberger Zeit noch nicht in dieser Bedeutung. Redakteure haben wir angerufen, um Themenideen vorzustellen. Vor ziemlich genau 20 Jahren ging es dann damit los, dass wir zu Akquiseterminen oder Treffen  DIN A5-Ledermappen mit feinsäuberlich ausgedruckten Folien mitgenommen haben, um die Agentur und unsere Arbeit besser präsentieren zu können.

Wie viele “Büroumzüge” hast du mit gemacht und was hat sich dadurch geändert?

Der erste Umzug war von der Hackenstraße in die Kirchenstraße. Im Büro in der Hackenstraße hatten wir dunkles Parkett, das bei jedem Schritt knarzte, und winzige Büroräume mit kleinen Fenstern. Das Büro in der Kirchenstraße war dann neu und modern – mit raumhohen Fenstern und einer hellen, freundlichen Atmosphäre.

In der Kirchenstraße sind wir dann ein weiteres Mal umgezogen – in das Gebäude nebenan.  Hier gab es keine einzelnen Büros mehr, sondern ein Großraumbüro pro Etage.

Dann kam der dritte Umzug der Agentur in unser heutiges Großraumbüro in der Claudius-Keller-Straße. Seither haben wir flexible Arbeitsplätze.

Wie hat sich die Arbeitsweise über die Zeit hinweg verändert?

Zu Beginn meiner Zeit in der PR haben wir generell mehr mit Journalisten telefoniert. Was damals aber bei Maisberger schon super war: Wir haben nicht jeder einzelnen Pressemitteilung hinterher telefoniert – das war in anderen Agenturen durchaus noch Gang und Gebe. Heute dagegen sind der Kontakt über E-Mail und die digitalen Kanäle sehr viel wichtiger. Durch die neuen Kanäle hat sich auch der Kontakt zu den Kunden weiterentwickelt – gerade im internationalen Bereich. Insgesamt haben regelmäßige Update-Calls und  standardisierte Reportings heute einen höheren Stellenwert.

Der Ausschnittdienst für Printmedien war quasi das „Echtzeit-Monitoring“ und das Internet hat sich erst langsam als Recherche-Tool entwickelt! Jeder musste fest im jeweiligen Thema verankert sein und wir waren auf Freieinweisungen der Verlage angewiesen.

Verhältnis von Männern und Frauen in der PR: Hat sich deiner Meinung nach der Frauen-/Männeranteil über die Jahre verändert?

In der Agentur gab es damals wie heute mehr Frauen – im Moment sind es vergleichsweise viele Männer.

Was war dein ehrwürdigster Moment mit den verschiedenen Geschäftsleitungen, die du miterlebt hast?

Mein Vorstellungsgespräch mit Paul Maisberger hatte ich in einer Vinothek in der Nähe vom Münchner Hauptbahnhof.

Beim Maisberger Wochenende in Athen – das war 2000 ­– war ich mit Christian Kvech zusammen in einem Team für die Stadtralley. Insgesamt waren es drei oder vier Teams.

Herr Pschera und ich hatten gemeinsam die ehrenvolle Aufgabe, auf Burg Frankenstein bei der Jubiläumsfeier eines Kunden die Agentur zu vertreten.

Mit Frau Faderl ergeben sich oft Gelegenheiten für Gespräche – in der Agentur, auf Feiern oder bei Ausflügen.

Vielen Dank für das Interview, Emma!

Gerade bei Agenturen ist die Fluktuationsrate in der Regel hoch. Und nicht jede Agentur kann mit Stolz von sich behaupten, dass sie Menschen beschäftigt, die über einen langen Zeitraum dort tätig sind, sämtliche Veränderungen miterleben und auch zum Wandel beigetragen haben.

Wie ist es bei euch? Welche Voraussetzungen müssten erfüllt sein, dass ihr lange bei einem Unternehmen bleiben würdet?

Marina Illy

Marina Illy

Account Executive bei Maisberger GmbH
Marina Illy studierte Kulturwissenschaften an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg und European Studies an der Universität Basel und schloss im September 2016 ihren Master of Arts ab. Seit Mai 2017 ist sie bei Maisberger im IT-Team.
Marina Illy