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Je unkonventioneller die Technik, desto bunter das Ergebnis?

… rote Nase auf und los geht’s!

Inspiriert von dem letzten Beitrag zu Kreativitäts-Techniken in der Agentur, habe ich mich entschieden ein etwas eigenwilliges Hobby von mir mit euch zu teilen. Denn es ist nicht nur eigenwillig (und spaßig), sondern auch im Agenturalltag derart hilfreich, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte: Ich bin nicht nur Mitarbeiterin bei Maisberger sondern nebenbei auch noch humanitärer Clown:

Mein Clownsname lautet „Madame Kunigunde Tüdelü“, kurz „Madame Tü“. Der einzige sprachliche Laut, den ich als Clown von mir gebe, ist oder dessen Entlehnung Tüdelüdelü. Als Madame Tü bin ich zumeist in Krankenhäusern, Waisenheimen oder Slums unterwegs. Dort bringe ich Luftballons, Seifenblasen und andere spielerische Dinge mit, doch vor allem das: Ablenkung, Zuneigung, Aufmerksamkeit und ein Lächeln.

Zur Psychologie des Clowns: keine Rolle, sondern Perspektive

Als Schauspieler spielt man eine Rolle. Man gibt vor etwas zu sein, was man eigentlich nicht ist. Bei meinem Clown ist das anders: Es gibt kein Script, keinen Plan, keine Rolle – der Clown ist Teil der eigenen Persönlichkeit. Und zwar der Teil, der neugierig, aufgeregt, kindlich, albern, empathisch und spiel-verliebt ist. Es ist der Teil, der die Faszination an der Welt (noch) nicht verloren hat. Mein Clown Madame Tü ist von allem beeindruckt, begeistert, stets quirlig aufgeregt und gespannt. Denn: Die ganze Welt ist ein Wunder!

So kann beispielsweise ein Infusionsständer im Krankenhaus zu einem Spiel- oder Tanzgefährten animiert werden und dem kranken Kind auch noch Tage und Wochen nach dem Clown-Besuch ein Lächeln hervorzaubern. Alles kann in den Augen eines Clowns (ähnlich wie bei Kindern) verwandelt werden. Der Clown akzeptiert keine Normen, kein „weil halt“, keine Regeln – er bricht sie auf und sieht die Dinge mit ganz eigenen, neuen Augen.

Innovation und Kreativität leicht gemacht

Habt ihr es gemerkt? Wir sind schon mitten drin im Innovieren und Kreieren! Die Dinge neu zu sehen, gewohnte Regeln loszulassen – genau das ist es, was man in einem Kreativitätsloch braucht! Daher habe ich eine Taktik für mich entwickelt: Wenn ich gerade nicht weiter komme und keine gute Idee aus mir herauspurzeln mag, gehe ich innerlich in Clowns-Haltung. Mit der neuen Perspektive betrachte ich mein Problem oder meine Aufgabenstellung noch einmal als wäre es etwas mir völlig Unbekanntes – ich inspiziere es also ohne Voreingenommenheit und bin bereit, dass sich mein Thema von völlig neuer Seite zeigt.

Ganz konkret schreibe ich das Thema auf ein Blatt Papier, gerne groß und in der Mitte, anstatt ordentlich links oben in der Ecke. Denn in der gesamten Vorgehensweise haben Struktur und rationales Denken nichts verloren. Dann gehe ich in Clown-Haltung betrachte, inspiziere und begutachte mein Thema.

Von außen ist das quasi nicht ersichtlich. Man sieht nur eine konzentrierte Person, die ein Blatt Papier betrachtet und evtl. ganz leicht die Nase rümpft (selbst hierfür muss man ein geschulter und informierter Beobachter sein). Und dann geht es meistens schon los mit den Ideen: sie kommen wirr und unsortiert und ich schreibe sie um das große Wort herum auf mein Blatt. Ich möchte sie einfach festhalten, denn im Gedankenstrudel kann auch schnell etwas untergehen.

Das Ergebnis zählt

Am Ende habe ich dann Ideen für eine neue Kampagne, einen guten Einstieg für einen Artikel, einen Pitch-Aufhänger oder auch eine Lösung für ein PR-Konzept und das dank Madame Tü! Wenn man dann noch andere Tugenden der PR-Arbeit und vielleicht sogar das Zauberwort namens Empathie beherrscht, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. So, und nun hoffe ich, dass mich meine Kollegen auch nach diesem Beitrag noch ernst nehmen und vielleicht sogar ein wenig Clownstechnik bei einer Kaffeepause erlernen wollen!

…. Ich bin gespannt und berichte gerne in den Kommentaren. Wenn ihr also Fragen habt, lasst sie mich gerne wissen! Und noch etwas:

 

Habt ihr andere Taktiken für den Umgang mit Kreativitätslöchern, die euch helfen? Bitte gerne in den Kommentaren teilen – davon kann man in einem kreativen Job wahrlich nie genug haben!

Martina Zelt

Martina Zelt

studierte zunächst Germanistik, Italianistik und Kunstgeschichte in Bonn und Florenz, bevor im PR-Büro und bei Auslandseinsätzen einer Hilfsorganisation ihre Leidenschaft für Kommunikation entflammte. Seither war sie als Projektmanagerin in Neuseeland und im Bereich Change-Kommunikation tätig. Sie verstärkt nun seit April 2017 das Human Centered Communications Team bei Maisberger.
Martina Zelt