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Zuhören, Erzählen und spontan reagieren – die Tugenden der PR

Beim Surfen durch das World Wide Web stößt man in regelmäßigen Abständen auch mal auf eine Studie. In meinem Fall war es „The Evolution of Public Relations“ – eine Studie der ANA (Association of National Advertisers) in Zusammenarbeit mit der USC Annenberg Center for Public Relations. Ein Key Finding der Studie hat besonders meine Aufmerksamkeit erregt:

Die wichtigsten Trends der PR sind: Social Listening, Digitales Storytelling und Echtzeit-Marketing. Klick um zu TweetenWer sich schon mal mit Kommunikation und der PR beschäftigt hat, wird sicher ebenso das ein oder andere Mal über diese Begriffe gestolpert sein wie jemand aus dem Bereich (Digitales) Marketing. Das zeigt, dass Marketing und PR immer stärker miteinander verzahnt werden.  Ein Grund für mich, mir Social Listening, Digitales Storytelling und Echtzeit-Marketing genauer anzuschauen.

Social Listening

» Wenn Reden Silber und Schweigen Gold ist, dann ist Zuhören Platin. «
© Andrzej Majewski

Social Listening, also das „soziale Zuhören“ hat besonders im Bereich Social Media eine große Bedeutung. Social Listening zu verstehen und für sich zu nutzen, kann für ein Unternehmen den entscheidenden Unterschied für Erfolg in der Kommunikation mit Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Influencern bedeuten.

Social Listening ist das strategische Überwachen des Webs und sozialer Netzwerke zu einem bestimmten Thema.

Selbstverständlich verbessert Social Listening nicht nur die Kommunikation eines Unternehmens über die Social Media Kanäle. Auch das Unternehmen als Ganzes kann sich weiterentwickeln, da es wertvolle Informationen zur Marke und potentiellen Kunden erhält. Weitere Vorteile des Social Listenings sind:

  • Verbesserung der Kundenbetreuung und der Kundenbindung
  • Grundlage für die (Social Media) Planung
  • Erhalten von Feedback (z.B. zu Produkten oder Leistungen)
  • Generierung von Leads
  • Schaffung einer Grundlage für Wettbewerbsanalysen
  • Verbesserung des Informationsflusses innerhalb des Unternehmens
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Häufig werden die Begriffe Social Listening und Social Media Monitoring analog verwendet. Es gibt dennoch einige kleine Unterschiede. Hier erfahrt ihr welche!

Social Listening Tool-Tipps:

  • Google Alerts: Google Alerts informiert automatisch per E-Mail über die neuesten Google-Ergebnisse. Ein Alert kann z.B. für Fachbegriffe aus der Branche oder für Unternehmensnamen eingerichtet werden.
  • Quora: Quora beobachtet z.B. Fragen und Diskussionen der Branche.
  • Hootsuite: Hootsuite ist ein kostenloses Social Media Managment Tool. Hier können Such-Streams eingerichtet und dadurch Stichworte und Unterhaltungen beobachtet werden.
  • Erweiterte Twitter-Suche: Hier können Tweets eingegrenzt und anhand positiver oder negativer Stimmungen gesucht werden.
  • Ubermetrics: Wie bereits unser Kollege Johannes in seinem Blogbeitrag über die unersetzlichsten PR-Tools geschrieben hat, ist ubermetrics nicht nur ein Spion, sondern ein ganzer Geheimdienst, wenn es darum geht Inhalte zu finden und das Web zu bestimmten Themen zu überwachen.

Digitales Storytelling

»We are all storytellers. We all live in a network of stories. There isn’t a stronger connection between people than storytelling.«
© Jimmy Neil Smith

Im digitalen Storytelling (deutsch: „Geschichten erzählen“) geht es darum, bewegende Geschichten auch digital zu erzählen. Storytelling, also die Entwicklung einer Geschichte rund um ein Produkt, ist an sich nichts Neues, es wird allerdings interaktiv erlebbar gemacht. Wer sich nun denkt: Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Nicht nur aufwendig gedrehte Videos und professionell programmierte Landingpages machen eine Geschichte besonders. Eine Kombination aus Held, Problem und Lösung kann auch geschickt durch Text, Fotos und Grafiken transportiert werden, ohne sich in Unkosten zu stürzen.

Das Geheimrezept des Digitalen Storytellings: Stories sollten von Anfang an digital gedacht werden, nicht erst bei Fertigstellung digital ausgearbeitet werden!

Geschichten erzählen ist eine kleine Kunst, denn es kann nicht immer streng nach bestimmten Regeln erzählt werden. Dennoch sollten Punkte wie

  • Authentizität,
  • eine emotionale Ausganssituation,
  • ein sympathischer Held,
  • eine erkennbare Entwicklung – vom Problem bis hin zur Lösung mit Hindernissen und Konflikten,
  • ein Höhepunkt und
  • ein gelungenes Ende der Gesichte

beachtet werden. An dieser Stelle möchte ich euch einen meiner persönlichen Storytelling-Favoriten nicht vorenthalten:

Echtzeit Marketing

 

»Real-time marketing (RTM) is about raising awareness, creating demand, and furthering the brand´s mission through connecting with customers in a meangingful way, in the right place, at the right time, through relevant content.«
© Ekaterina Walter

Das Echtzeit Marketing wird vom Gabler Wirtschaftslexikon folgendermaßen definiert:

„Echtzeit Marketing bezeichnet allgemein die zeitnahe Reaktion auf Markt- oder Kundenanforderungen etwa bei Preisänderungen, Beschwerden oder in Krisensituationen.“

Wisst ihr, wer Echtzeit Marketing definitiv beherrscht? Snickers! Könnt ihr euch noch an die Biss-Attacke von Fußballer Luis Suarez bei der WM 2014 erinnern…?

Real-Time Marketing beschreibt also die Möglichkeit, auf gruppendynamische oder gesellschaftsrelevante Ereignisse in sozialen Netzwerken spontan zu reagieren. Dennoch ist erfolgreiches Real-Time Marketing kein Zufallsprodukt. NetPress hat folgende Real-Time Marketing Checkliste erstellt:

  • Termine zu wichtigen Events der Zielgruppe in den Marketingplan aufnehmen.
  • Entsprechend dem Anlass mehrstufiges Advertising-Konzept/-Inhalte aufbauen.
  • Mögliche Themen/Interessen-Verbindungen der Zielgruppe dokumentieren.
  • Aktiv politische und gesellschaftliche Themen verfolgen und organisatorisch Voraussetzungen für schnelles Interagieren schaffen.
  • Echtzeitdaten von Lokalisierungs-Komponenten nutzen.
  • Ort und Zeit des Kunden bei Themen-/Produktauswahl der Anzeige einbeziehen.

An dieser Stelle schließt sich der Kreis! Denn nur, wer richtig zuhört, erkennt, wann es Zeit ist mitzumischen! Wenn ein Unternehmen die Themen kennt, die mit seinen Produkten in Berührung kommen, findet es immer Konversationen, die in diesem Kontext eine Rolle spielen. Und wenn die Reaktion dann auch noch durch gelungenes Storytelling begleitet wird, dann hat man definitiv verstanden, warum Social Listening, Storytelling und Echtzeit Marketing DIE Trends der PR sind!

Kennt ihr tolle Storytelling-Beispiele? Wo hat eurer Meinung nach ein Unternehmen ein gutes Händchen für Echtzeit Marketing bewiesen? Schreibt´s in die Kommentare!

„Human centered communications“ – Das HR-Team erfindet sich neu

Neuer Name, eigenes Logo und – weil sich das bei Maisberger so gehört – eine gebührende Feier! Die Veränderungen, die im HR-Team von Maisberger im Gange sind, wollen nicht mehr länger versteckt gehalten werden.  Denn: Das Team, mit dem ich in den vergangenen drei Monaten bei Maisberger zusammenarbeiten durfte, richtet sich neu aus! Was das bedeutet, wie es dazu kam und welche Rolle ich in dieser Reorganisation gespielt habe, lest ihr hier.

Von Human Relations zu Human Centered Communications – wieso eigentlich?

Unsere Kunden arbeiten in Branchen, die sich sehr schnell verändern. Daher müssen wir als strategische Unternehmensberatung immer up to date sein. Dabei orientieren wir uns an den Themen unserer Kunden. Speziell im HR-Bereich geht der Trend zur Digitalisierung, dem Wunsch der Arbeitnehmer nach Selbstverwirklichung und zum Mitarbeiter im Mittelpunkt. So entstand auch unser neuer Name: Aus dem Bestreben, die Kommunikation rund um den Mensch im Zentrum. Nun bringt aber ein Name allein keine Veränderung. Dem geht ein längerer Prozess voraus. Das HR-Team musste sich fragen, welche Bereiche wegfallen, welche bestehen und welche dazukommen. Wie wird man sich in Zukunft ausrichten? Welche Themen sind noch relevant? Welche PR-Maßnahmen decken sich mit unserer Philosophie? Zunächst mussten wir also unser daily business überarbeiten, damit der Begriff Human Centered Communications nicht nur ein leeres Versprechen ist.

HC²-Launch am 10. Mai

Wer aber in Bezug auf seine PR-Themen einen neuen Weg einschlagen möchte, muss zunächst beim Launch vor den anderen Kollegen überzeugen. Am 10. Mai stellte das HR-Team sein neues Konzept vor versammelter Runde vor. Tatkräftige Unterstützung in Sachen Werbung bekam das Team dabei sowohl von den individuell gestalteten Bier- und  Sektflaschen im HC²-Stil, als auch von Bürohund Sydney, der sich aus gegebenem Anlass ein eigens designtes Halstuch umgeworfen hatte – natürlich mit dem neu entworfenen Team-Logo!

Speak human. Auch im digitalen Zeitalter

Alle sprechen von Digitalisierung, nur Maisberger besinnt sich auf den Menschen – wie passt das zusammen? Unser Hauptfokus liegt zukünftig noch stärker als bisher auf den Menschen in der Arbeitswelt. Und Digitalisierung spielt da eine große Rolle! Denn gerade diese neue Ausrichtung stellt heraus, dass es trotz Trends wie dem Internet of Things, Automatisierung etc. noch immer der Mensch ist, der Entwicklungen vorantreibt, der die wirklich relevanten Entscheidungen trifft und Strategien entwickelt – und damit im Zentrum unserer Kommunikation steht.

Was bedeutet dieser Wandel in der Arbeitswelt nun aber konkret für unsere neue HR-PR? Unsere Kompetenzbereiche sind ein Mix aus Altbewährtem und neu Entdecktem: Produkt- und Thought Leaderhip-PR für Unternehmen aus der HR-Branche und HR-Abteilungen und die Medienarbeit für Weiterbildungsanbieter und Hochschulen richten wir an den aktuellen Entwicklungen rund um Digitalisierung, Transformation und neue Arbeits- und Lernformen aus. Den Bereich Employer Branding erweitern wir und ergänzen unser Portfolio um das Segment Organisational Transformation – also die Transformation von Unternehmen. Damit sind unsere Kompetenzbereiche mehr als das, was man normalerweise unter Human Resources versteht.

Wie gefällt euch unser neuer Slogan ‚HC² – Human Centered Communications‘ und was sagt ihr zur inhaltlichen Neuausrichtung unseres Teams?

Roundtable mal anders: Wie GoogleHangouts zum PR-Tool wird

Nicht nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein großer Fan von Diskussionsrunden in Form eines Roundtables, auch in der PR Arbeit wird man eher früher als später diesem Format begegnen. Und so hatte auch ich ziemlich schnell meinen ersten Kontakt mit dieser Art von Meinungsaustausch. Falls du dir dennoch unter diesem Begriff nichts vorstellen kannst, eine kurze Erklärung:

Definition Roundtable:

Eine Anzahl von Personen, die sich zu einer Konferenz oder Diskussion über ein Thema zusammenfinden meistens um einen runden Tisch herum.

Quelle: dictionary.com

Dieser namensgebende runde Tisch ist zwar nicht obligatorisch, ansonsten trifft diese Definition aber für Roundtables zu, mit denen wir es im PR Alltag zu tun haben. In der Regel versammeln wir Journalisten und Kunden am sprichwörtlichen Tisch, um über Neuigkeiten und Trends zu sprechen. Damit war ich bereits während meiner bisherigen Praktika und auch bei Maisberger in Berührung gekommen. Aber wie ich immer wieder feststelle: Man lernt nie aus! Denn seit kurzem organisiere ich eine für mich neue Art dieser Diskussionsrunde: den virtuellen Roundtable – ausgeführt via GoogleHangouts. Ein Tool welches es ermöglicht, Nachrichten zu schreiben, zu telefonieren und Video-Chats zu führen – und über weitere nützliche Features verfügt. Und was ich bisher aus der Organisation dieser virtuellen Diskussionen mitgenommen habe, verrate ich euch jetzt!

Warum GoogleHangouts?

Warum unsere Wahl auf GoogleHangouts für die Ausführung des virtuellen Roundtables fiel, ist ganz einfach zu erklären:

  • Einfach: Eine Live Übertragung ist via YouTube möglich – also die beste und einfachste Möglichkeit für Zuschauer, teilzunehmen. Der Link zum YouTube Event kann bereits vorab erstellt werden (wofür das sinnvoll ist, verrate ich später im Text).
  • Interaktiv: Via LiveChat können die Zuschauer Fragen stellen oder etwas kommentieren und der „Gastgeber“ kann direkt darauf reagieren.
  • Nachhaltig: Da die Diskussion auch aufgezeichnet wird, kann sie in der Nachbereitung super für weitere Promotion genutzt werden.

Wie ihr GoogleHangouts auch für euch und eure Events nutzen könnt erfahrt ihr hier. Und just good to know: eine GoogleMail Adresse wird benötigt 😉

Die Planung – was bleibt gleich?

Generell unterscheidet sich die Organisation eines virtuellen Roundtables kaum von der eines „realen“ Roundtables.

  1. Festlegung des Themas
  2. Auswahl des passenden Moderatoren
  3. Auswahl der Teilnehmer (von Kundenseite)
  4. Einladung der passenden Journalisten
  5. Erstellung eines Briefing Dokuments zum Event, das alle Teilnehmer erhalten
  6. Pre-Check: Funktionalitäten des Tools mithilfe eines Test-GoogleHangouts überprüfen

Ich möchte meinen, dass es eventuell sogar einfacher ist, Teilnehmer für ein virtuelles Event zu generieren, denn es bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Ort: Es kann vom Ort der Wahl ausgeführt werden. Teilnehmer benötigen nur einen Internetzugang und eine Google Email-Adresse.
  • Zeit: Somit entfallen An- und Abreise und der Roundtable lässt sich gut in den Arbeitsalltag integrieren.
  • Planungssicherheit: Sobald die Teilnehmer offline sind, haben Sie auch wieder ihre Ruhe. Es kann also wie ein Geschäftstermin eingetragen werden und wird auch kaum länger als ein normaler Termin dauern.

Die Planung – was ist anders?

  1. Location-Organisation: diese entfällt ganz. Es muss weder bedacht werden, wie die Stühle aufgestellt sind, noch ob die Versorgung passt. Den Kaffee müssen sich Zuschauer und Teilnehmer also selber organisieren – entspannt, oder? Und eine sehr große Zeitersparnis!
  2. Austesten des Tools: Bevor mein Team und ich uns überhaupt aktiv an die Themen- und Teilnehmerrecherche machten, war der erste Schritt, uns erst einmal mit GoogleHangouts auseinanderzusetzen. Beim ersten Mal ein zeitintensives Anliegen, falls man keine Vorkenntnisse hat. Und ich rate euch dringend das Tool, auf welchem das ganze Event letztendlich aufbaut, intensiv auf Herz und Nieren zu testen.
  3. Zuschauer generieren: Wie vorher angemerkt, ist es möglich den Link zur Live Übertragung auf YouTube im Voraus zu erstellen. Und genau diesen könnt ihr für eure Social Media Promotion nutzen. Denn – nicht wie bei einem Event, bei welchem der Roundtable meist in der Agenda aufgelistet ist und nur die Besucher des Events teilnehmen können – kann quasi jeder an dieser Diskussion teilnehmen bzw. dabei zuschauen. Der Link kann daher für die Promo perfekt genutzt und via Twitter, LinkendIn, Xing oder anderen sozialen Kanälen geteilt werden, um eure Zielgruppe zu erreichen.

Fazit

Als PR-Agentur ist es wichtig am Puls der Zeit zu bleiben und daher checken auch wir regelmäßig die neusten Tools – wie GoogleHangouts – und überprüfen, welche einen echten Mehrwert für unsere Arbeit und unsere Kunden bringen könnten. Denn im Wesentlichen gestaltet ein virtueller Roundtable einiges einfacher: Weder Teilnehmer noch Zuschauer müssen an einem Ort sein und auch die Location-Organisation fällt weg. Dennoch muss auch diese Art von Roundtable gut geplant werden: Welches Thema soll diskutiert werden, welche Teilnehmer passen zu dieser Diskussionsrunde und wie erreiche und generiere ich Zuschauer?

Zusammenfassend hat mir die bisherige Organisation gemeinsam mit meinem Team besonders viel Spaß gemacht. Es bereitet mir viel Freude, neue Dinge auszuprobieren und ich bin schon sehr gespannt auf weitere virtuelle Meetings und Gespräche – vielleicht werde ich meine Erfahrungen mit euch in meinem nächsten Blog teilen 😉

Ihr habt selber bereits Erfahrungen mit GoogleHangouts gemacht? Ich freue mich über eure Erfahrungen und Ideen, was das Tool noch alles kann.

How to Medientraining: Das müsst ihr beachten

Obwohl ich erst seit ein paar Wochen bei Maisberger bin, habe ich schon viel gesehen. Von Clippings   – die jeder in der PR-Branche wohl oder übel mal machen musste – über zahlreiche Meetings bis hin zu Content-Strategie-Workshops mit Kunden. Aber eine der interessantesten Aufgaben, die ich hier bisher erlebt habe, war das Medientraining.

 

Definition Medientraining:

Medientraining ist die Bezeichnung für eine Weiterbildung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für Menschen, zu deren Verantwortungsbereich öffentliche Auftritte zählen. Zielgruppen sind zum Beispiel Unternehmenssprecher, Wirtschaftsführer oder andere Führungskräfte.

Als PR-Newbie hatte ich so etwas noch nie zuvor mitgemacht und war entsprechend gespannt.  Zwar sollte das Medientraining erst um ein Uhr beginnen, für mich fing die Arbeit aber schon morgens mit dem Aufbau des Kameraequipments an. Da es meine Aufgabe war, das komplette Training auf Video festzuhalten, begann ich, mich mit der Bedienung der Kamera vertraut zu machen. Gar nicht so einfach für jemanden, der normalerweise Fotos und Videos nur mit dem iPhone macht und seit einer gefühlten Ewigkeit keine richtige Kamera mehr in der Hand hatte. 😉

Es geht los

Als der Kunde da war, ging es nach einer kurzen Vorstellungsrunde auch gleich zur Sache: Meine Kolleginnen Richardis und Brigitte sollten in simulierten Journalisten-Gesprächen verschiedene mehr oder weniger herausfordernde Interviewsituationen darstellen. Richardis begann mit der ersten Runde. Sie spielte einen forschen Journalisten einer bekannten Wirtschaftszeitung. Durch ihre schnellen Stakkatofragen, die den Kunden kaum zu Wort kommen ließen, erfüllte sie diese Rolle wirklich überzeugend.

Die Analyse

Nach Runde 1 galt es, diese zu analysieren. Mit Hilfe des Videos konnte auf einzelne Stellen nochmals genauer eingegangen werden. So sah der Kunde direkt, an welchen Punkten er gut reagiert hatte und wo noch Verbesserungsbedarf bestand. Richardis gab ihm als Medientraining-Profi auch Tipps für Antworten auf heikle Fragen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann gleich mit Brigitte weiter. Ihre Rolle: eine etwas chaotische Lokaljournalistin. Auch sie spielte ihre Rolle gut und lenkte das Gespräch absichtlich auf andere Themen wie das Wetter oder den Verkehr. Und siehe da: Unser Kunde setze bereits fast alle Verbesserungsvorschläge, die ihm Richardis in dem Interview davor mitgegeben hatte, direkt um – wir waren schwer beeindruckt! Entsprechend positiv fielen die Analyse und das Feedback auf diese Runde aus. Im dritten Interview war wieder Richardis an der Reihe und spielte einen sehr schlecht gelaunten IT-Journalisten. Zusätzlich baute sie Störfaktoren wie langes Schweigen, zwischenzeitliches Brummen und leise gemurmelte Kommentare ein. Den Schluss bildete Brigitte mit einem Telefoninterview, bei dem sie einen kurz angebundenen Reporter spielte. Ihre Störfaktoren: permanentes Drängen und sogar plötzliches Auflegen. Abschließend wurden noch einmal Tipps gegeben und das Training durchgesprochen.

Nachbetrachtung

Für mich war das Medientraining wirklich unheimlich interessant und ich war sehr froh, dass ich dabei sein durfte. Sicherlich werde ich ab jetzt einige Interviewsituationen im Fernsehen anders wahrnehmen und auch selber viel mehr auf meine Wortwahl achten. Die Redewendungen für heikle Fragen kann man ganz bestimmt auch im Kontakt mit Kunden sehr gut anwenden. Und da ich das Medientraining so interessant und hilfreich fand, möchte ich euch natürlich an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen:

Recherche/Vorbereitung für PR-Berater

· Recherche der Aufgaben, der Historie und weiterer Hintergrundinformationen des Sprechers
· Recherche der unternehmensrelevanten Themen (v.a. kritischer Punkte)
· Recherche der Medienpräsenz des Sprechers
· Ausarbeitung der erforderlichen Interviewsituationen und Fragen
· Festlegung des Lernziels

Tipps & Tricks für unsere Kunden

– Eigene Story/Unternehmensstory herausarbeiten
– Auf den Gesprächspartner eingehen
– Thema lebhafter machen und visualisieren (ganz nach dem Motto „ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“)
– Verständlich ausdrücken und Sachverhalte ausführlich erklären
– Nichts sagen, was nicht auch gedruckt werden darf

Ich werde nach diesem Medientraining sicherlich manch heikle Frage anders beantworten. Aber wie sieht es mit Euch aus? Wart Ihr schon einmal in Situationen, in denen Ihr so ein Training gut hättet gebrauchen können?

B2C und B2B – Was ist das und was heißt das für die PR-Arbeit?

Aus der Gehirnforschung ist bekannt, dass wenn wir etwas Neues, Ungewohntes oder Unbekanntes erleben, unsere Glücksbotenstoffe quasi explodieren. Das Glückshormon Dopamin wird ausgeschüttet. Ihr kennt das sicher: Erinnert euch doch einfach mal an Dinge, die ihr neu ausprobiert und bei denen ihr euch dann total euphorisch gefühlt habt. Das kann etwa der Versuch ein neues Instrument zu erlernen, das Probieren eines fremden Gerichts oder das Austesten einer unbekannten Sportart sein. Was das alles mit PR-Arbeit und diesem Blog zu tun hat?

Als ich bei Maisberger vor knapp zwei Monaten als Trainee gestartet bin, war mir sofort klar: Ich werde mich mit Dingen beschäftigen, mit denen ich mich so zuvor noch nie auseinandergesetzt habe. Die Welt der PR war mir zwar nicht völlig fremd, hatte ich doch bereits 13 Monate Erfahrung in der Unternehmenskommunikation eines großen Konzerns gesammelt. Allerdings gab es einen grundlegenden Unterschied: Den Wechsel von der Arbeit in der B2C hin zur B2B Kommunikation.

Wie so oft klingen diese Abkürzungen erstmal nach rätselhaftem Fachjargon. Doch, vor allem bevor man bei Maisberger startet, sollte man zumindest kurz mal googeln. Für alle, die es genau wissen wollen, nachfolgend eine Erläuterung:

B2C oder B2B – Am Anfang steht die Zielgruppe

Was hinter den drei Zeichen steckt, definiert sich zunächst über eines – die Zielgruppe. B2C steht für Business-to-Consumer und bezeichnet die Beziehung zwischen einem Unternehmen und einer Privatperson, meist einem Endkunden. Ein Unternehmen hat ein Produkt und das will es dem Verbraucher möglichst schmackhaft machen. Wenn man es so will, habt ihr eigentlich jeden Tag mit B2C zu tun. Man nennt es eben nur anders.

B2B ist hingegen die Abkürzung für Business-to-Business. Damit sind die Geschäftsbeziehungen zwischen mindestens zwei Unternehmen gemeint. Auch hier will ein Unternehmen seine Produkte verkaufen. Es sucht allerdings Abnehmer, die selbst Unternehmen sind. Mit diesen verhandelt es sich aber ganz anders als mit dem Otto Normalverbraucher. Und das prägt – richtig – auch die Kommunikation.

  • B2C = Business to Consumer = Unternehmen zu Konsument
      Beispiel: Endkunde (Consumer) kauft Auto
  • B2B = Business to Business = Unternehmen zu Unternehmen
      Beispiel: Autofirma (Business) kauft Motor

B statt C – Das bedeutet andere Medien

Zwar geht es beim Arbeiten in einer Kommunikationsberatung um viel mehr als die „klassische“ Kommunikation via Medien sprich Presse, doch darf dieser Punkt bei einer Unterscheidung zwischen B2B und B2C auf keinen Fall fehlen.

Bleiben wir beim Beispiel „Autofirma kauft Motor“: Wenn sich ein Unternehmen etwa über die neusten Entwicklungen in der Motorenproduktion informieren möchte, wird es nicht in einer Lokalzeitung recherchieren. Ein solches Medium ist für die B2B-Kommunikation alles andere als zielführend. Mit einer Fachzeitschrift wird hier schon eher die richtige Zielgruppe erreicht – sprich andere Unternehmen. Im Umkehrschluss dürfte es euch persönlich ja auch wenig interessieren, wenn ihr morgens beim Frühstück einen Beitrag über die Vorzüge spezieller Motoren in eurer Zeitung findet.

  • B2C = Zielmedien: Tagespresse
  • B2B = Zielmedien: Fachzeitschrift

Auf die richtige Sprache kommt es an

Je nach Zielgruppe sind nicht nur die Wege der Übermittlung andere, sondern schließlich auch die Form und die Sprache der Botschaft. Der Fokus bei der B2B-Kommunikation liegt grundsätzlich eher auf Zahlen, Fakten und Analysen. Es geht um informative und überzeugende Inhalte, die für andere Unternehmen entscheidend sind.

Bei unserem Motoren-Beispiel bedeutet das: Weniger die Farbe oder das progressive Design eines Motors ist für eine Autofirma relevant, sondern vielmehr handfeste Informationen oder etwa technisch ausgereifte Funktionsweisen.

  • B2C-Content = emotional, unterhaltsam
  • B2B-Content = informativ, faktenreich

B2B-Kommunikation – Eine spannende Herausforderung

Gerade wenn es um die Sprache und die Aufbereitung von Informationen geht, wird es in der B2B-Kommunikation erst so richtig herausfordernd und interessant. Man beschäftigt sich meist mit komplexen Sachverhalten, die verständlich kommuniziert werden müssen. Und obwohl die Botschaften Unternehmen informieren sollen, müssen sie dennoch interessant verpackt sein, um genügend Aufmerksamkeit bei anderen Unternehmen zu generieren. Ein gelungener Mix aus Emotionen und Informationen ist meistens der richtige Weg. Und das ist gar nicht so einfach, wenn ihr nur mal überlegt, was für euch etwa an einem Motor spannend sein könnte?

Am Ende des Tages zeichnet sich die Arbeit bei Maisberger so vor allem dadurch aus, sich immer wieder der Herausforderung zu stellen, technische und komplexe Inhalte spannend zu verpacken. Bedeutet: Immer wieder etwas Neues zu lernen. Und so sind schließlich auch die Glücksbotenstoffe befriedigt!

Welche Erfahrungen hast Du bisher im PR-Bereich gesammelt?

Kennst Du vielleicht auch schon die unterschiedlichen Facetten von B2C und B2B Kommunikation?

Schreib uns Deine Meinung!

10 unersetzliche Tools für die PR-Arbeit

Lange ist es her, dass unsere Vorfahren in Afrika zum allerersten Mal Steine aneinander schlugen, um mit den so entstandenen scharfen Kanten Nüsse zu knacken. Ein Konzept, das sich durchgesetzt hat: 3,3 Millionen Jahre später sehen unsere täglichen Werkzeuge und Hilfsmittel zwar etwas anders aus, aber ohne ihren Gebrauch wären wir insgesamt doch recht hilflos unterwegs. In der PR-Arbeit ist das nicht anders. Deshalb möchte ich euch hier eine Top 10 der Tools präsentieren, die unsere Arbeit täglich erleichtern – die scharfen Steine der PR sozusagen. In selbige gemeißelt sind sie aber natürlich nicht. Zu jedem einzelnen Tool gibt es zahllose Alternativen; und was man tatsächlich nutzt, ist immer eine Frage der persönlichen Arbeitsweise (und der zur Verfügung stehenden Mittel). Nachfolgend also doch eher eine persönliche Auswahl, als eine Top 10:

Das Fundament: MS Office

Das hat erstmal noch nichts mit PR im Speziellen zu tun. Die Programme in MS Office sind die Grundlage jeder Büroarbeit. Was die PR angeht: Ohne Word keine Artikel, ohne Powerpoint keine Präsentationen für Kunden, ohne Excel kein Reporting, ohne Outlook kein Kundenkontakt. So einfach ist das.

Das Gedächtnis: Unsere Journalistendatenbank

Für alles gibt es ein Medium. Und für jedes Medium gibt es Ansprechpartner und Kontaktdaten. Unmöglich, die alle im Kopf zu behalten. Dank unserer Journalisten-Datenbank können wir trotzdem ständig darauf zugreifen und sie den entsprechenden Kunden zuordnen – solange sie regelmäßig gepflegt und aktualisiert wird.

Der Postbote: Unser Aussand

Wenn es bei unseren Kunden Neuigkeiten gibt, soll die Welt davon erfahren. Dank unserem Tool zum Versand von Pressemitteilungen an unsere Journalistenverteiler tut sie das auch. Von Kollegen, die die PR schon vor dem digitalen Zeitalter kannten, habe ich Grauengeschichten gehört, wie man so etwas früher erledigen musste. Und ich möchte nicht dahin zurück.

Der Draht zur Welt (der Medien)

Die Welt dreht sich ständig weiter, und auch Journalisten suchen hin und wieder neue Herausforderungen. Dank entsprechender Tools sind wir auf dem aktuellen Stand, welche das gerade sind und wie wir sie dort erreichen können.

Die Gehirnprothese: woxikon

Der zentrale Wortschatz der deutschen Sprache wird auf rund 75.000 Wörter geschätzt. Einen großen Anteil davon zu kennen, ist in der PR schon von Vorteil. Aber man darf sich auch ruhig mal auf die Sprünge helfen lassen.

Noch eine Gehirnprothese: trello

Es gibt ganz unterschiedliche Wege, sich selbst zu organisieren. Wie ich meinen Weg gefunden habe, habe ich bereits in meinem ersten Beitrag dokumentiert. Und ich bin bis heute dabei geblieben.

Der Kalender für die Digital Natives: Social Report

Auf allen Social Media Kanälen präsent sein? Da verliert man schnell den Überblick. Social Report bringt alles an einen Ort und liefert die Daten, die wir ins Reporting einarbeiten.

Der Spion: bitly

Wer Inhalte teilt, der möchte auch wissen, wer sich dafür interessiert. Mit bitly lassen sich Links kürzen, tracken und so in Erfahrung bringen, wer geklickt hat. Außerdem passen die Links dann auch gleich viel besser in die 140 Zeichen bei Twitter.

Nicht nur ein Spion, sondern ein ganzer Geheimdienst: ubermetrics

Google ist schon ein kleines Wunderwerk, aber es hat auch seine Grenzen. Mit ubermetrics lassen sich Suchanfragen noch feiner einstellen und in allen möglichen Statistiken und Visualisierungen ausgeben. Die umfassende Medienanalyse hilft bei der Recherche nach zu besetzenden oder bereits besetzten Themen oder wichtigen Influencern.

Das Krokodil: Kuli & Block

Dazu gibt es keinen Link, da es sich hier tatsächlich um die analoge Variante handelt. Wie beim Krokodil handelt es sich hier ganz einfach um ein evolutionär bewährtes Konzept, daher wird uns dieses Relikt aus früheren Tagen auch noch eine Weile erhalten bleiben.

Hab ich was vergessen? Schreibt’s in die Kommentare!