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Melina Thier

Melina Thier

Nach ihrem Abitur 2013 zog Melina Thier vom Ruhrgebiet ins schöne Münster, wo sie sich drei Jahre ihrem BWL-Studium widmete. Bevor sie im April 2017 ihr Praktikum bei Maisberger begann, reiste sie gemeinsam mit einer Freundin für drei Monate als Backpackerin durch Australien.
Melina Thier

Obwohl ich erst seit ein paar Wochen bei Maisberger bin, habe ich schon viel gesehen. Von Clippings   – die jeder in der PR-Branche wohl oder übel mal machen musste – über zahlreiche Meetings bis hin zu Content-Strategie-Workshops mit Kunden. Aber eine der interessantesten Aufgaben, die ich hier bisher erlebt habe, war das Medientraining.

 

Definition Medientraining:

Medientraining ist die Bezeichnung für eine Weiterbildung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für Menschen, zu deren Verantwortungsbereich öffentliche Auftritte zählen. Zielgruppen sind zum Beispiel Unternehmenssprecher, Wirtschaftsführer oder andere Führungskräfte.

Als PR-Newbie hatte ich so etwas noch nie zuvor mitgemacht und war entsprechend gespannt.  Zwar sollte das Medientraining erst um ein Uhr beginnen, für mich fing die Arbeit aber schon morgens mit dem Aufbau des Kameraequipments an. Da es meine Aufgabe war, das komplette Training auf Video festzuhalten, begann ich, mich mit der Bedienung der Kamera vertraut zu machen. Gar nicht so einfach für jemanden, der normalerweise Fotos und Videos nur mit dem iPhone macht und seit einer gefühlten Ewigkeit keine richtige Kamera mehr in der Hand hatte. 😉

Es geht los

Als der Kunde da war, ging es nach einer kurzen Vorstellungsrunde auch gleich zur Sache: Meine Kolleginnen Richardis und Brigitte sollten in simulierten Journalisten-Gesprächen verschiedene mehr oder weniger herausfordernde Interviewsituationen darstellen. Richardis begann mit der ersten Runde. Sie spielte einen forschen Journalisten einer bekannten Wirtschaftszeitung. Durch ihre schnellen Stakkatofragen, die den Kunden kaum zu Wort kommen ließen, erfüllte sie diese Rolle wirklich überzeugend.

Die Analyse

Nach Runde 1 galt es, diese zu analysieren. Mit Hilfe des Videos konnte auf einzelne Stellen nochmals genauer eingegangen werden. So sah der Kunde direkt, an welchen Punkten er gut reagiert hatte und wo noch Verbesserungsbedarf bestand. Richardis gab ihm als Medientraining-Profi auch Tipps für Antworten auf heikle Fragen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann gleich mit Brigitte weiter. Ihre Rolle: eine etwas chaotische Lokaljournalistin. Auch sie spielte ihre Rolle gut und lenkte das Gespräch absichtlich auf andere Themen wie das Wetter oder den Verkehr. Und siehe da: Unser Kunde setze bereits fast alle Verbesserungsvorschläge, die ihm Richardis in dem Interview davor mitgegeben hatte, direkt um – wir waren schwer beeindruckt! Entsprechend positiv fielen die Analyse und das Feedback auf diese Runde aus. Im dritten Interview war wieder Richardis an der Reihe und spielte einen sehr schlecht gelaunten IT-Journalisten. Zusätzlich baute sie Störfaktoren wie langes Schweigen, zwischenzeitliches Brummen und leise gemurmelte Kommentare ein. Den Schluss bildete Brigitte mit einem Telefoninterview, bei dem sie einen kurz angebundenen Reporter spielte. Ihre Störfaktoren: permanentes Drängen und sogar plötzliches Auflegen. Abschließend wurden noch einmal Tipps gegeben und das Training durchgesprochen.

Nachbetrachtung

Für mich war das Medientraining wirklich unheimlich interessant und ich war sehr froh, dass ich dabei sein durfte. Sicherlich werde ich ab jetzt einige Interviewsituationen im Fernsehen anders wahrnehmen und auch selber viel mehr auf meine Wortwahl achten. Die Redewendungen für heikle Fragen kann man ganz bestimmt auch im Kontakt mit Kunden sehr gut anwenden. Und da ich das Medientraining so interessant und hilfreich fand, möchte ich euch natürlich an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen:

Recherche/Vorbereitung für PR-Berater

· Recherche der Aufgaben, der Historie und weiterer Hintergrundinformationen des Sprechers
· Recherche der unternehmensrelevanten Themen (v.a. kritischer Punkte)
· Recherche der Medienpräsenz des Sprechers
· Ausarbeitung der erforderlichen Interviewsituationen und Fragen
· Festlegung des Lernziels

Tipps & Tricks für unsere Kunden

– Eigene Story/Unternehmensstory herausarbeiten
– Auf den Gesprächspartner eingehen
– Thema lebhafter machen und visualisieren (ganz nach dem Motto „ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“)
– Verständlich ausdrücken und Sachverhalte ausführlich erklären
– Nichts sagen, was nicht auch gedruckt werden darf

Ich werde nach diesem Medientraining sicherlich manch heikle Frage anders beantworten. Aber wie sieht es mit Euch aus? Wart Ihr schon einmal in Situationen, in denen Ihr so ein Training gut hättet gebrauchen können?

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