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Da könnte man meinen, dass der richtige Einsatz von Hashtags inzwischen kein Problem mehr sein sollte und schon belehrt uns die Politik eines Besseren: Dem Wahlkampf der CDU eilt ein äußerst merkwürdiger Hashtag voraus. Es geht um #fedidwgugl! Da fragte sich manch einer, ob eventuell die CDU Parteimitglieder vor lauter Wahlprogramm-Stress auf der Tastatur eingeschlafen sind, denn eines macht der Hashtag nicht: Sinn ergeben. Vielmehr wirkt es auf den ersten Blick wie eine wahllose Aneinanderreihung von Buchstaben. Was dahinter steckt? Dazu komme ich später! Denn anscheinend ist es erst einmal mal wieder an der Zeit, an den Sinn eines Hashtags zu erinnern und wie dieser richtig erstellt wird.

Die Bedeutung des Hashtags: Was kann er & wie setze ich ihn richtig ein?

Dass der Hashtag zu sozialen Netzwerken inzwischen dazugehört, wie Angela Merkel zur CDU, ist weitestgehend bekannt. Denn so können Posts zu einem gewissen Thema viel leichter gefunden werden und die Wahrscheinlichkeit, eine höhere Reichweite zu erzielen steigt erheblich – vorausgesetzt du nutzt den passenden Hashtag!

Zwar kann ich mich selbst noch nicht als Experte für Hashtags betiteln – schließlich lernt man nie aus – dennoch habe ich während meiner Zeit bei Maisberger schon einige wertvolle Tipps und Tricks mitgenommen, die mir bei meiner täglichen Suche nach DEM Hashtag helfen.  Ein Dank hier auch an meine Kollegen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen nur zu gerne mit mir geteilt haben.

  1. Nach dem Sinn fragen: Generell habe ich das Gefühl, dass vor allem bei Twitter gut und gerne jedes Adjektiv oder Nomen ein Hashtag vorgesetzt bekommt, solange es die Zeichenanzahl erlaubt. #Bei #Instagram #wiederrum #schreiben #die #User #gerne #die #ganze #Bildbeschreibung #in #Hashtags! #Das #finde #ich #anstrengend! Überlegt in Ruhe, ob ein Hashtag bei diesem Wort Sinn macht. Hat es wirklich etwas mit dem Thema zu tun, das ihr bespielen wollt? Sucht eure Zielgruppe nach diesem Begriff? Weniger ist hier oft mehr! Das bringt mich auch zu meinem zweiten Tipp – falls ihr euch nicht sicher seid, jagt den Hashtag durch die Suchfunktion!
  2. Hashtag prüfen: Über die Suchfunktion bei Twitter prüfe ich gerne die Aktualität der Hashtags, die ich verwenden möchte und schaue, welche Posts und Themen rund um diesen Hashtag veröffentlicht werden. Das gibt dir ein erstes Gespür dafür, ob du mit deinem Hashtag dein Themengebiet triffst und ob und in welchen Abständen dieser verwendet wurde.
  3. Hello, I bims 1 Dengländer: Speziell durch meine Tätigkeit im IT-Bereich begegne ich tagtäglich Begriffen, die sowohl im Englischen als auch im Deutschen verwendet werden. Dennoch solltet ihr darauf achten, dass eure Hashtags nicht nur „verenglischt“ sind. Denn Hashtags, die sowohl im Englischen als auch im Deutschen verwendet werden, erreichen natürlich auch diese zwei Sprachgebiete, was kontraproduktiv sein kann, wenn ihr hauptsächlich auf Deutsch postet. Überlegt also vorher, welchen alternativen (deutschen) Hashtag ihr verwenden könntet.
  4. Welche Hashtags sind heute Trend? Twitter zeigt links in der Leiste die täglichen Hashtag Trends. Daran orientiere ich mich oft und erfahre so, über was heute diskutiert wird und welches Thema gerade aktuell ist. So bekommst du meist einen guten Eindruck, wie die „Twitterstimmung“ ist.
  5. Quantität bedeutet nicht gleich Qualität: Wie oben bereits erwähnt, neigen vor allem Instagram User dazu, beim Einsatz von Hashtags zu eskalieren und fast schon jedes einzelne Wort zu „verhashtagen“. Lasst das bitte! Erstens, macht das Lesen dadurch gar keinen Spaß mehr und zweitens erreicht ihr damit zwar mehr Nutzer – jedoch meist welche, die ihr gar nicht erreichen wollt. Spam, olé! Wieder gilt: Weniger ist mehr!

Weitere Hashtag-Hilfen gefällig? Diese Tipps von erfahrenen Hashtag Profis solltest du dir zusätzlich zu Herzen nehmen.

Auflösung – was steckt hinter #fedidwgugl?

Durch Befolgung meiner persönlichen Ratschläge würde ich wohl niemals auf den Hashtag der CDU kommen. Und auch bei den Profis würde dieser Hashtag wohl durchfallen. ABER: Jeder, der von #fedidwgugl Wind bekommen hat, fragte sich erst einmal was denn überhaupt dahinter steckt. Die Auflösung folgte wenig später, mit der Vorstellung der Wahlplakate der CDU. Folgender Slogan zierte diese: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ – oder kurz #fedidwgugl. Aber vielleicht ist es auch kein Ausrutscher, im Sinne von „wie kriege ich meinen Slogan im Tweet unter?“. Denn hinter der Wahlkampagne steckt die allseits bekannte Werbeagentur Jung von Matt – und diejenigen, die sie kennen, wissen: Gute Hashtags sind deren täglich Brot. Und: In der Regel überlassen sie selten etwas dem Zufall. Erst kam der Hashtag, dann der Shitstorm der sozialen Netzwerke und dann die Aufklärung durch die Vorstellung der Plakate – klingt eher nach einer Strategie, als nach einem Versehen. Wenn es das Ziel war, Aufmerksamkeit zu generieren, ist ihnen das jedenfalls gelungen, wie diese  Twitterreaktionen zeigen. In diesem Sinne verabschiede ich mich mit den Worten Markus Kavkas: #hwwwgrhdfdaaw („Ham wir wieder was gelernt, recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit, auf Wiedersehen!“)

Was sind deine ganz persönlichen Hashtag Tipps? Oder hast du einen Link mit weiteren Ratschlägen, die dir geholfen haben?

Therese Kroos

Therese Kroos

Marie-Therese Kroos absolvierte ihr Bachelorstudium in International Communication an der University of Applied Sciences in Groningen/Niederlande. Seit Dezember 2016 unterstützt Therese als Trainee bei Maisberger das IT-Team.
Therese Kroos