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Martina Zelt

Martina Zelt

studierte zunächst Germanistik, Italianistik und Kunstgeschichte in Bonn und Florenz, bevor im PR-Büro und bei Auslandseinsätzen einer Hilfsorganisation ihre Leidenschaft für Kommunikation entflammte. Seither war sie als Projektmanagerin in Neuseeland und im Bereich Krisen-Kommunikation tätig. Sie verstärkt nun seit April 2017 das HR-Team bei Maisberger.
Martina Zelt

Ob sich ein Interview als schweißbadendes Angst-Szenario oder als freundliches Gespräch entpuppt, das weiß man als Bewerber meist erst, wenn man schon mittendrin steckt. Bevor ich mich auf den Weg zum „ersten Kennenlernen“ zu Maisberger machte, hatte ich bereits das ein oder andere Bewerbungsgespräch hinter mir und möchte an dieser Stelle einen kleinen Vergleich ziehen.

Vor meinen ersten Negativ-Erfahrungen bei Vorstellungsgesprächen, dachte ich mir zunächst – und rückblickend naiv: „Was soll denn schon Schlimmes passieren?“ Die Wirklichkeit beantwortete mir diese Frage jedoch schlagkräftig.

Meine Top 5 der Horror-Momente im Bewerbungsgespräch:

Top 5: Indizien für eine bedrückende Gesprächssituation:
  • Ein zeitlich gehetzter Marathon aus stichelnden Fragen (siehe unten)
  • Das Gespräch gleich mehr einem Verhör als einem Dialog
  • Die Ausführungen zur beschriebenen Stelle klingen wie ein Ratgeber zu „Wie plane ich meinen Burnout?“
  • Es bietet sich keine Möglichkeit, die Arbeitsplätze zu sehen; das Umfeld des Gesprächs ist ein grauer Besprechungsraum – ohne Pflanzen oder Farben
  • In spitzfindigen Kommentaren wird klar, dass die Chefs Mitarbeiter für unfähig halten: „E-Mails schreiben dürften Sie zu Beginn nicht. Wenn Sie wüssten welche Peinlichkeiten neuen Mitarbeitern manchmal unterlaufen!“
Top 5: Unangenehme Fragen:
  • „Was mögen Ihre Freunde nicht an Ihnen?“
  • „Was war die letzte schlechte Entscheidung, die Sie getroffen haben und was die schlechteste Entscheidung ihres Lebens?“
  • „Was macht Sie richtig nervös und was können Sie partout nicht leiden?“
  • „Wofür haben Sie keine Toleranz?“
  • „Was stresst Sie am meisten und raubt Ihnen richtig die Nerven?“

Auf die letzte Frage – und darauf bin ich noch immerhin sehr stolz – ließ ich mir meine innerlich schwebende ehrliche Antwort „Ihre Fragen und Ihr Interview-Stil!“ nicht anmerken und reagierte ruhig: „Nervöses Geklicke mit Kugelschreibern stört mich, doch mit genügend Fokus kann ich das ausblenden.“

Wenn schon das erste Gespräch mehrere der oben stehenden Top-Horror-Punkte enthält, ist Rückzug manchmal die beste Entscheidung. Bei einem Unternehmen zu arbeiten, das von Beginn an mit Stress, Angst und Einschüchterung führt, war für mich keine Option.

Bewerbungsgespräch ist nicht gleich Bewerbungsgespräch: Mein erstes Kennenlernen bei Maisberger

Für den ersten Eindruck gibt es ja bekanntlich keine zweite Chance. Nachdem ich die Treppen zu den Räumlichkeiten der Maisberger Unternehmenskommunikation hochgestapft war, fiel mein Blick sofort auf die Glastür. Mit rotem Edding stand da doch tatsächlich: „Herzlich Willkommen Martina Zelt“.

Das war neu! Und nicht nur das: Jedes der vielen freundlichen Gesichter begrüßte mich herzlich. Davon schon einmal positiv gestimmt, wartete ich gespannt im orange und gelb gehaltenen Besprechungsraum. Gut Mut, Kopf hoch!

Zu meiner Überraschung gab es hier keinerlei Ähnlichkeiten zu diversen Verhörtaktiken. Und zwar nicht im Geringsten! Meine beiden Gesprächspartner, die Doppelspitze der Teamleitung, schienen aufrichtig an mir interessiert. Sie fragten mich freundlich nach Stationen meines Lebenslaufs und es fügte sich alles zu einem lockeren und lustigen Gespräch.

Die Hoffnung stirbt zum Schluss: Es gibt sie noch, die Wertschätzung!

Wie ich zur PR gefunden habe, was mich an dem Beruf begeistert und wie ich mir den Arbeitsalltag in einer Agentur vorstelle – alles Fragen, die mich weder in die Ecke drängten noch Panik auslösten. Gleichzeitig erzählte man mir von der Unternehmenskultur, die großen Wert auf Teamarbeit lege. Insgesamt war es ein Dialog, ein Gespräch miteinander, nicht gegeneinander. Das Vorstellungsgespräch verflog im Nu und schnell war auch ein Termin fürs Probearbeiten gefunden.

Es gibt sie also noch: die Hoffnung auf eine spannende Tätigkeit bei wertschätzendem und zugleich leistungsorientiertem Miteinander! Die Wahrheit steckt wohl immer im Detail. Und ein guter Start ist die halbe Miete.

Negativ-Erlebnisse sind plötzlich goldwert

Da ich nun Kommunikation für HR-Themen betreibe, mich viel mit Mitarbeiterbindung und -führung, agilem Arbeiten, Talent Management und einem positivem Start ins Unternehmen beschäftige sind die zuvor gesammelten Negativ-Erfahrungen für meine Arbeit bei Maisberger goldwert. Von Tag zu Tag wird mir immer klarer: Wer gute Mitarbeiter will, muss sie von Anfang an auch so behandeln.

Und wer weiß: vielleicht schlägt in der Zukunft eines der Unternehmen, die ich als weniger positiv in Erinnerung hatte, mit einer Employer Branding-Anfrage bei Maisberger auf. Sie könnten sich gar nicht erklären, warum so viele qualifizierte Bewerber nach dem Vorstellungsgespräch abspringen würden. Schmunzelnd würde ich mich zurücklehnen. Das wäre ein interessantes Wiedersehen – schließlich sieht man sich immer zweimal…

Was sind eure Top fiesen Fragen bei Bewerbungsgesprächen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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