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Sophia Gese

Sophia Gese

Sophia Gese kommt aus Würzburg und absolvierte ihr Bachelor- und Masterstudium an der Universität Regensburg. Anfang 2016 schloss sie dort ihren deutsch-französischen Master „Interkulturelle Europastudien“ ab. Seit einem Monat arbeitet Sophia als Trainee bei Maisberger und unterstützt das IT-Team bei Themen wie Business Intelligence, Cloud Computing und Cyber-Security
Sophia Gese

Rot, gelb, grün: Die Ampelfarben zeigen nicht nur im Straßenverkehr, wo’s lang geht, sondern neuerdings auch bei uns im Büro. Rot bedeutet: „Zu viel Lärm!“, gelb dagegen: „Aufgepasst, bald ist es zu laut!“ und grün: „Es ist ruhig genug, um konzentriert zu arbeiten.“ Wie ein kleiner Wächter, dem kein Mucks entgeht, thront seit geraumer Zeit eine Ampel auf unserem Büroregal und verrät uns immer zuverlässig den Lärmpegel.
In einem Großraumbüro ist das unerlässlich: Egal ob Telefonate, Unterhaltungen zwischen Kollegen oder Kundenbesuche – die Geräuschkulisse ist oft groß, wenn viele Mitarbeiter gemeinsam in einem Raum arbeiten. Gerade an Tagen, an denen die Ampel häufiger rot aufleuchtet, sehnen sich sicherlich einige nach einem ruhigen Arbeitsplatz, an dem es sich konzentriert arbeiten lässt. Ruhe im eigenen Wohnzimmer, Vertrautheit der eigenen vier Wände: Klar, das Home Office klingt für viele Mitarbeiter erstmal verlockend. Doch es gibt auch innerhalb des Großraumbüros Möglichkeiten, um Rückzugsorte zu schaffen – in denen man sich fast wie zuhause fühlt.

Offen, interaktiv, kreativ: Das Großraumbüro

Wenn man die jüngsten Entwicklungen in Sachen Bürokonzept betrachtet, liegen wir bei Maisberger voll im Trend: Das Großraumbüro scheint dem Einzel- oder Kleinbüro heute den Rang abzulaufen – oft in Verbindung mit Funktionsarbeitsplätzen oder, Neudeutsch, „Clean Desk Policy“ und „Mobile Working“. Mobiles Arbeiten bedeutet, dass Mitarbeiter keinen festen Schreibtisch mehr haben und sich jeden Tag auf’s Neue einen freien Platz suchen. Statistiken belegen den Trend hin zum Open Space Office: Von 12 bis 15 Millionen Büroarbeitsplätzen in Deutschland sind heute nur noch weniger als die Hälfte Einzelbüros.

 

Gründe dafür gibt es genügend: Vor allem Mitarbeitern kommt das offene Konzept zugute. Angelegenheiten lassen sich schneller und unkomplizierter über den Schreibtisch hinweg besprechen, als wenn man dafür jedes Mal das eigene Büro verlassen muss.

Ideen und Erfahrungen können ad hoc ausgetauscht und müssen nicht im Hinterkopf behalten werden – die Offenheit des Raums und die Interaktion mit Kollegen machen ein produktiveres und kreativeres Arbeiten möglich.

Ein Konzept also, das Kritiker verstummen lässt? Zweifelnde Stimmen gibt es immer – und natürlich sind die Erwartungen an den perfekten Arbeitsplatz nie homogen. Die einen können im „Alltagstrubel“ des Großraumbüros ihre Kreativität erst richtig entfalten, die anderen benötigen vollkommene Ruhe. Fakt und bewiesen ist: Großraumbüros können sich – gerade bei der zweiten Sorte Mitarbeiter – negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Ob es an der Geräuschkulisse, der häufig empfundenen Reizüberflutung oder dem Gefühl ständiger Kontrolle und Überwachung liegt – viele Mitarbeiter fühlen sich in Großraumbüros abgelenkt von ihrer Arbeit. Und sind es de facto auch, wenn sie dauerhaft für jeden Kollegen ansprechbar sind.

Home sweet home?

Muss es aber gleich das Home Office sein, das die gewünschte Ruhe bringt? Wissenschaftliche Studien belegen, dass sogar das Gegenteil der Fall ist – dass Mitarbeiter zwar konzentriert arbeiten können, am Endes des Tages oft aber eine größere Belastung verspüren als im Großraumbüro. Die Erklärung liegt auf der Hand: Häufig machen Mitarbeiter zuhause keine Pause, arbeiten ihre Regelarbeitszeit von acht Stunden ohne Unterbrechung ab und powern sich dadurch aus. Eine Untersuchung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) der Vereinten Nationen bestätigt, dass der Stress im Home Office oft als mindestens genauso groß empfunden wird wie im Großraumbüro. Überstunden entstehen häufig dadurch, dass sich die Abstimmung und Kommunikation mit den Kollegen oft schwieriger gestaltet und in die Länge zieht – Zeit, die wiederum zu Mehrarbeit führt.

Eine gute und schnelle Kommunikation – das ist es ja gerade, was das Großraumbüro auszeichnet und das Arbeiten erleichtert. Künftig sollte der Schwerpunkt deshalb darauf liegen, das Konzept „Großraumbüro“ so zu gestalten, dass auch die Ruhebedürftigen auf ihre Kosten kommen – und nicht gleich ins Home Office „verbannt“ werden

müssen. Kleine Arbeitsinseln, weniger Mitarbeiter, weniger Geräuschkulisse: Wir bei Maisberger ziehen uns in die Bibliothek zurück, wenn wir auf Ruhe und vollste Konzentration angewiesen sind, um einen zeitkritischen Artikel abzuschließen oder an einem kreativen Konzept zu tüfteln – oder um „Altlasten“ abzuarbeiten, die im Alltagsgeschäft liegen geblieben sind. Und die Raumatmosphäre steht der Vertrautheit der eigenen vier Wände in nichts nach. Eine Wand voller Bücher, die andere voller Gemälde – es fühlt sich beinahe an wie im eigenen Wohnzimmer.

Das perfekte Arbeitsumfeld – eine Utopie?

Wie aber arbeiten Mitarbeiter am besten? Im Großraumbüro, in Einzelbüros oder im Home Office?  Zu hundert Prozent perfekt, das zumindest belegen wissenschaftliche Studien, ist keine dieser Büroformen. Gibt es ihn also womöglich gar nicht, den einen perfekten Arbeitsplatz? Doch, aber er sieht für jeden anders aus. Es gibt Mitarbeiter, die gerade die Offenheit des Büros auch als Offenheit für die eigene Kreativität empfinden. Andere wiederum isolieren sich lieber im Home Office und laufen erst dann zu Höchstformen auf. Beides in extremer Form kann sich aber auf lange Sicht negativ auf die Gesundheit auswirken. Eine Mischform ist, wenn man der Meinung von Forschern vertrauen kann, die beste Lösung. Die deutschen Arbeitnehmer scheinen ihnen Recht zu geben: 41 Prozent der Büroarbeiter sprechen sich für eine Kombination aus Büro- und Home Office-Tagen aus. Auch für die Kritiker des Großraumbüros findet sich am Ende ein Kompromiss: Rückzugsorte ermöglichen ein vollkonzentriertes Arbeiten – und neue Regeln der Zusammenarbeit können dafür sorgen, dass Mobiltelefone stumm geschaltet und laute Gespräche in Meetingräume verlegt werden. Dann auch kann die Ampel grünes Licht geben.

Absolute Ruhe oder dezente Geräuschkulisse – wo arbeitet ihr am effektivsten? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen aus Büroalltag und Home Office!

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