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Maisberger BibliothekViele von euch, die im Rahmen ihres Studiums ein Pflichtpraktikum oder ein Praxissemester absolviert haben, werden ihn kennen: den Praktikumsbericht. Nach dem Ausflug in die Berufswelt muss dieser oft als Leistungsnachweis verfasst werden. Besonderen Wert legen die Dozenten dabei auf den Zusammenhang zwischen Studium und Berufstätigkeit. Inwieweit konntest du deine erlangten theoretischen Kenntnisse und Fähigkeiten einsetzen? Welche erworbenen Kompetenzen haben dir weitergeholfen? Viele meiner damaligen Kommilitonen haben sich an dieser Stelle einen wohlklingenden Absatz zusammengebastelt, da der Zusammenhang von Studium und Praktikum eher marginal war.

Nach knapp einem Monat in der Maisberger-Agentur stelle ich mir nun erneut die Frage: Welche in der Uni vermittelten Arbeitsweisen kann ich im PR-Alltag tatsächlich anwenden?

    1. Recherche

    Wie im Studium steht mir bei Maisberger ebenfalls eine Bibliothek mit aktueller Literatur und Zeitschriften für meine Recherchen zur Verfügung. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung bildet die webbasierte Suche nach Informationen in der Agentur aber einen größeren Schwerpunkt und erfordert somit eine andere Herangehensweise. Anstatt einen Nachmittag in der Landes- und Institutsbibliothek zu verbringen, suche ich nun über Keywords im World Wide Web.

      1. Textsorten

      Nicht nur die Recherche, auch die zu verfassenden Textsorten unterscheiden sich. Standen im Studium vor allem wissenschaftliche Formate im Vordergrund, gehören in der PR Pressemeldungen, Fast Actions oder Blogbeiträge zur Tagesordnung. Diese sind kürzer als Hausarbeiten und verlangen einen differenzierten Schreibstil.

        1. Interviews

        Aus der Kultur- und Sprachwissenschaft war ich es gewohnt, Interviews wortwörtlich inklusive Gestik und Mimik der Gesprächspartner zu verschriftlichen. Je nach Verwendungszweck können in der PR inhaltliche Schwerpunkte gesetzt oder spezielle Zitate ausgewählt werden, sodass das Transkript zumeist kürzer und übersichtlicher ausfällt.

          1. Fristen

          Wusste man im Studium bereits zu Beginn des Semesters, wann die Hausarbeiten eingereicht werden müssen, kann sich das Timing in der Agentur sehr rasch ändern. Glaubte man gestern noch, eine Abgabefrist von einer Woche zu haben, kann es heute plötzlich „as soon as possible“ heißen. Hier ist ein gutes und flexibles Zeitmanagement gefragt, was man bestenfalls schon im Studium gelernt hat.

            1. Teamarbeit

            Abgesehen von einzelnen Gruppenarbeiten oder Gemeinschaftsprojekten war man an der Uni mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Das ist in der Agentur ganz anders. Natürlich hat jeder seinen eigenen Zuständigkeitsbereich, aber wir betreuen gemeinsam im Team die Kunden, verteilen Aufgaben und arbeiten zusammen an Texten und Konzepten.

            Fazit
            Die an der Uni vermittelten Arbeitsweisen unterscheiden sich von denen in der PR-Agentur, wo vor allem Digitalisierung und Aktualität eine wichtige Rolle spielen. Dennoch kann ich für mich persönlich sagen, dass mein geisteswissenschaftliches Studium mir eine gute Grundlage bietet, auf die ich während meiner täglichen Arbeit oft und gerne zurückgreife.