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Katharina Korotcenko

Katharina Korotcenko

Katharina Korotcenko studierte Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Rosenheim und schloss ihr Studium im August 2016 mit dem Bachelor of Arts ab. Seit Ende 2016 ist sie bei Maisberger als Account Executive im Bereich Digital Communication angestellt.
Katharina Korotcenko

„Bots im Einsatz für Versicherungen“, „Bis zu 48 Millionen Twitter-Nutzer sind in Wirklichkeit Bots“, „Skurril: Auch Bots tragen Fehden aus“, „Wie Social Bots das Internet gefährden“, Bots, Bots, BOTS. Seit einiger Zeit ist das Thema ziemlich präsent in den Medien und sicherlich ist auch der ein oder andere von euch schon mal über einen Bot gestolpert – vielleicht sogar ohne es zu merken.

Letztens habe ich mal wieder ein neues Tool ausprobiert und nach nur kurzer Zeit hatte ich auch direkt eine Frage an das Serviceteam. Leitung besetzt, E-Mail ist doch eigentlich langweilig, wenn schon, dann mal per Facebook anfragen. Warum auch nicht. Frage getippt und prompt kam auch schon eine Antwort: „Vielen Dank für Ihre Anfrage! Wir werden uns Ihr Anliegen ansehen und Sie benachrichtigen, sobald wir eine Lösung für Sie haben.“ Naja, so oder so ähnlich die Antwort. Bäm! Bot!

Was ist eigentlich ein Bot?

„Bot“ leitet sich vom englischen Wort „robot“ ab. Eigentlich ganz nett die Vorstellung, dass irgendwo ein kleiner Roboter sitzt, der deine Anfrage beantwortet. Aber letztendlich ist ein Bot lediglich ein Computerprogramm, das bestimmte Aufgaben automatisiert. Hierzu gehört die Ausführung und Wiederholung der Aufgaben. Einige Web Bots funktionieren ganz selbstständig und werden automatisch in Bewegung gesetzt, andere benötigen speziellen Input, also gewisse Trigger.

So oder so klingt das doch nach einer guten Sache? Aufgaben, die für Menschen z.B. zu zeitaufwendig sind, übernimmt ein Computerprogramm. Trotzdem liest man immer öfter auch Negativschlagzeilen über Web-Bots.

Guter Bot, böser Bot

Von böswilligen Bots, die Schadsoftware transportieren und zahlreiche Rechner mit Viren infizieren über die Suchmaschinen Bots – oder auch „Crawler“ – die Webseiten nach gesuchten Begriffen durchforsten bis hin zu guten Bots, die darauf programmiert wurden Plagiate ausfindig zu machen – Das Netz bietet eine Heimat für alle Web Roboter. Hier einige Beispiele:

Die Guten

Data Bots:

Laut eZanga versorgen dich die sogenannten Media oder Data Bots mit Updates zu Wetter, Nachrichten und Sport, dem aktuellen Börsenkurs usw. In real-time werden die Daten, dank der intelligenten Software, an den User geschickt, der die Informationen abruft. Google Home oder Siri können durchaus als Data Bots klassifiziert werden.

Trader Bots:

Diese Bots stehen ganz oben auf meinem persönliches Siegertreppchen im Ranking um den Titel „Lieblings-Bot“. Sie durchforsten nämlich Seiten wie eBay und Amazon auf der Suche nach dem niedrigsten Preis. Eingesetzt werden diese von Online Händlern, um den Wettbewerb zu sichten und im besten Fall die Konkurrenz mit niedrigeren Preisen zu unterbieten. Und davon profitieren dann immerhin die Konsumenten – also wir!

Spider Bots:

Das Thema Suchmaschinen hatte ich bereits kurz angerissen. Spider Bots sind eben diese Bots, die Suchmaschinen durchforsten. Googlebot oder Bingbot sorgen dafür, dass am Ende jeder Suchmaschinenanfrage auch die passende Webseite vorgeschlagen wird.

Chatbots:

Chatbot ist wohl jedem ein Begriff. Chatbots können die komplette Steuerung eines Accounts oder Profils in einer Social Media App übernehmen. Viele Unternehmen nutzen Chatbots für automatisierte Kundendienst-Lösungen. Beispielsweise eben in der Form, wie ich sie als Antwort auf meine Anfrage bekommen hatte. Den Chatbots liegt ein definiertes Set von Schlüsselwörtern, Fragen- und Antwortbausteinen zugrunde, anhand derer dieser Bot individuell auf Fragen reagieren kann. Durch den Input, den der Chatbot erhält, wird er mit der Zeit immer intelligenter. Ob diese Art von Kommunikation mit dem Kunden so vorteilhaft ist, sei mal dahingestellt. Schlussendlich ist es wohl Geschmackssache, ob man lieber gleich eine Nachricht bekommt, dass die Anfrage morgen beantwortet wird, oder ob man einfach bis morgen wartet.

Die Bösen

Spam Bots:

Spam Bots… klingt, als wäre das wohl die nervigste aller Bot-Arten. Man sollte meinen, dass gewiefte Anti-Virus Programme und clevere Bot-Blocker bereits gelernt haben, wie man eben solche stoppen kann. Leider werden Spam Bots immer klüger. Sie verbreiten – wie der Name schon sagt – Spam. Egal ob in E-Mails oder in Kommentaren unter Artikeln und Blog-Posts. Dir ist sicher schon mal aufgefallen, dass so mancher Blog eine Captcha-Schranke hat, die überwunden werden muss, wenn man etwas kommentieren will. Ein Bot kann in diesem Moment den Befehl nicht ausführen, da er nicht darauf programmiert ist und schon ist der Blog vor Bot-Kommentaren sicher!

Scrapers:

Scrapers sind dazu gemacht Content zu klauen. Sie stibitzen sich E-Mail Adressen, Bilder, Texte usw. Oft wird der Content, der so geklaut wird ein wenig geändert und an anderer Stelle wieder zum Einsatz gebracht.

Hackers und Impersonators:

Malware, Malware überall! Dank den Hackers. Im Gegensatz zu den Impersonators, sind Hackers aber zumindest leicht zu erkennen. Impersonators sind nämlich so gescripted, dass sie sehr gut die User Charakteristic nachahmen können, was sie sehr identifizierbar macht. Oft sind diese Bots für Distributed Denial of Service (DDoS) Attacken verantwortlich. Bei einem DDoS-Angriff wird eine große Anzahl an infiltrierter Systeme auf ein Ziel-System geschickt. Meistens kann dann das Ziel-System – z.B. ein Server – dem Ansturm nicht standhalten, was zu einer Abschaltung des Systems führt.

Die Grauzone

In einem Web, in dem es Bots wie Sand am Meer gibt, ist es natürlich nicht immer ganz so leicht zu unterscheiden, welcher Bot jetzt eigentlich gut und welcher schlecht ist. Die eher negative Stimmung gegenüber Bots ist aber schnell erklärt. Gerade in Zeiten, in denen Wahlen verstärkt online ausgetragen werden und Informationen aus Social Media mehr Glauben geschenkt wird, als klassischen Medien, herrscht teilweise Verunsicherung darüber, dass Social Bots die Meinungsbildung von Usern beeinflussen können – und das sicher nicht ganz zu Unrecht. Dennoch stehen uns immer noch genug gute Bots mit Rat und Tat zur Seite und helfen bei der täglichen Arbeit im Web. Bot ist eben nicht gleich Bot!

#FunFact zum Schluss: Instagram hat es vor einigen Jahren gewagt, Millionen von Spam Bots zu löschen, was dazu geführt hat, dass die Followerzahlen einiger Kanäle rapide gesunken sind. Das hat natürlich nicht Jedem so gut gefallen…

Bisschen weniger Web-Bots, bisschen mehr Real-Life-Robots?

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