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Fluch unserer PR-Arbeit: Kreativität auf Knopfdruck

Wer kennt es nicht? Man sitzt vor seiner Urlaubskarte, die man an Freunde oder Verwandte schicken möchte, und einem fällt nur ein, wie schön oder schlecht das Wetter ist, dass das Essen schmeckt, aber man sich auch schon auf zuhause freut. Oder aber die klassische Situation im Supermarkt: Was koche ich heute Abend?  Was privat als Luxusproblem erscheint, kann in der Arbeit ganz schön hinderlich sein: Die Sackgasse der Kreativität, in die wir tagtäglich – ob privat oder beruflich – geraten! Neue Ideen sind gefordert und das vor allem in einer PR Agentur,  denn schließlich möchte der Kunde ein außergewöhnliches Konzept präsentiert bekommen.

Und so steckte ich bis eben auch in einem Kreativitätstief. Ein neues Thema für einen Blogbeitrag musste her – und zwar schnell. Manchmal klappt es super, aber oft ist das gar nicht so einfach mit der Kreativität. Und da kam mir plötzlich die Idee: Warum nicht genau über dieses Tief schreiben? Denn ich bin mir sicher, dass viele unter uns – mal öfter, mal weniger oft – in diesem Tief stecken und das ganz schön belastend sein kann. Dabei möchte ich an euch appellieren: Nehmt es euch nicht so zu Herzen! Fragt doch mal unter euren Kollegen nach – ich bin mir sicher auch die haben ab und an mit Kreativitätslücken zu kämpfen. Aber was macht man dagegen? Die Karte sollte schließlich im Urlaub noch abgeschickt werden und der Supermarkt hat auch nicht ewig auf – vor allem hier in Bayern schließen die Geschäfte schon um 20:00 Uhr. Für mich als Nordlicht eine echte Herausforderung und unnötiger Zeitdruck! Eine Idee muss also schnell her – die zündende Idee, die einen umhaut! Kreativität wo bist du?

Wege zurück in die Kreativiätsphase

Erst kürzlich waren zwei Kolleginnen von mir auf einem Workshop, der Kreativitätsübungen aufzeigte. Ihr seht also, es gibt richtige Workshops gegen Kreativitätslöcher, bzw. richtige Methoden, die die Kreativität ankurbeln sollen. Warum ich euch das erzähle? Falls Ihr mal wieder in diesem Loch stecken solltet, bleibt ruhig und setzt euch nicht unter Druck! Ihr seid nicht die einzigen und es gibt immer mal Tage, an denen will es mit der zündenden Idee einfach nicht klappen! Und was mache ich, falls es mal wieder mit meinen Synapsen hakt?

  1. Kopfpause!

Hole Dir einen Tee oder Kaffee! Schnapp dir am besten einen Kollegen/eine Kollegin, mit dem/der du auch mal über was anderes reden kannst, als über die Arbeit. Einfach mal etwas Abstand bringt mit etwas Glück eine andere Ansicht auf das „Problem“. Hier möchte ich euch auch die allseits wichtige Mittagspause ans Herz legen. Sowohl Essen, als auch die Pause ist wichtig – geht raus an die frische Luft und schon klappt es auch wieder besser mit den Ideen!

  1. Prioritäten abwägen

Nach deiner wohlverdienten Pause und nachdem du deine Gedanken aufgefrischt hast, überlege, ob denn diese fehlende Idee genau jetzt benötigt wird? Denn falls es nicht Prio 1 ist, dann mach dich an eine andere Aufgabe! Am besten eine, die dir leicht fällt, die nicht allzu viel Gehirnarbeit beansprucht! Sei es die Reisekostenabrechnung, oder liegen gebliebene Clippings. Ohne Witz, ich wurde letztens von einer Kollegin gefragt, ob ich was zu clippen hätte, denn sie hätte einfach mal wieder Lust auf diese „einfache“ Aufgabe.

  1. Teamarbeit!

Leider lässt es die Deadline nicht zu und die top Idee muss genau jetzt her? Dann rate ich dir, zurück zu Punkt 1 zu gehen: Denn für eine kurze Pause sollte immer Zeit sein. Allerdings gehst du die Pause einfach mal anderes an: Nimm dir einen Kollegen oder eine Kollegin mit an den Kaffeeautomaten, der/die am besten absolut gar nichts mit deiner Aufgabe zu tun hat, am besten nicht einmal mit deinem Kunden. Denn bei mir bzw. meinen Kollegen hat in der Vergangenheit folgendes super funktioniert: Einfach einen Kollegen mit ins Boot zu holen, der weder auf dem Kunden arbeitet, noch in das Thema eingearbeitet ist. Das hilft, neue Denkweisen anzuregen, da Kollegen quasi ohne Grenzen denken und Ideen einwerfen, die du vielleicht schon über Bord geworfen hast.

  1. Augen auf – auch im Feierabend!

Im Übrigen kommen mir auch außerhalb der Arbeit manchmal tolle Ideen, bzw. ich stoße beim durchscrollen von Sozialen Kanälen oder ähnlichem auf Inhalte, die spannend sein könnten. Ich screenshote sowas sofort! Denn meist helfen dir diese Inhalte später.

Was ist deine Herangehensweise, falls du mal wieder in einem schwarzen Loch steckst? Hast du einen Geheimtipp? Ich bin mir sicher, dass wir alle für jegliche Tipps dankbar sind!

Die ewige Suche des Menschen nach dem richtigen Hashtag

Da könnte man meinen, dass der richtige Einsatz von Hashtags inzwischen kein Problem mehr sein sollte und schon belehrt uns die Politik eines Besseren: Dem Wahlkampf der CDU eilt ein äußerst merkwürdiger Hashtag voraus. Es geht um #fedidwgugl! Da fragte sich manch einer, ob eventuell die CDU Parteimitglieder vor lauter Wahlprogramm-Stress auf der Tastatur eingeschlafen sind, denn eines macht der Hashtag nicht: Sinn ergeben. Vielmehr wirkt es auf den ersten Blick wie eine wahllose Aneinanderreihung von Buchstaben. Was dahinter steckt? Dazu komme ich später! Denn anscheinend ist es erst einmal mal wieder an der Zeit, an den Sinn eines Hashtags zu erinnern und wie dieser richtig erstellt wird.

Die Bedeutung des Hashtags: Was kann er & wie setze ich ihn richtig ein?

Dass der Hashtag zu sozialen Netzwerken inzwischen dazugehört, wie Angela Merkel zur CDU, ist weitestgehend bekannt. Denn so können Posts zu einem gewissen Thema viel leichter gefunden werden und die Wahrscheinlichkeit, eine höhere Reichweite zu erzielen steigt erheblich – vorausgesetzt du nutzt den passenden Hashtag!

Zwar kann ich mich selbst noch nicht als Experte für Hashtags betiteln – schließlich lernt man nie aus – dennoch habe ich während meiner Zeit bei Maisberger schon einige wertvolle Tipps und Tricks mitgenommen, die mir bei meiner täglichen Suche nach DEM Hashtag helfen.  Ein Dank hier auch an meine Kollegen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen nur zu gerne mit mir geteilt haben.

  1. Nach dem Sinn fragen: Generell habe ich das Gefühl, dass vor allem bei Twitter gut und gerne jedes Adjektiv oder Nomen ein Hashtag vorgesetzt bekommt, solange es die Zeichenanzahl erlaubt. #Bei #Instagram #wiederrum #schreiben #die #User #gerne #die #ganze #Bildbeschreibung #in #Hashtags! #Das #finde #ich #anstrengend! Überlegt in Ruhe, ob ein Hashtag bei diesem Wort Sinn macht. Hat es wirklich etwas mit dem Thema zu tun, das ihr bespielen wollt? Sucht eure Zielgruppe nach diesem Begriff? Weniger ist hier oft mehr! Das bringt mich auch zu meinem zweiten Tipp – falls ihr euch nicht sicher seid, jagt den Hashtag durch die Suchfunktion!
  2. Hashtag prüfen: Über die Suchfunktion bei Twitter prüfe ich gerne die Aktualität der Hashtags, die ich verwenden möchte und schaue, welche Posts und Themen rund um diesen Hashtag veröffentlicht werden. Das gibt dir ein erstes Gespür dafür, ob du mit deinem Hashtag dein Themengebiet triffst und ob und in welchen Abständen dieser verwendet wurde.
  3. Hello, I bims 1 Dengländer: Speziell durch meine Tätigkeit im IT-Bereich begegne ich tagtäglich Begriffen, die sowohl im Englischen als auch im Deutschen verwendet werden. Dennoch solltet ihr darauf achten, dass eure Hashtags nicht nur „verenglischt“ sind. Denn Hashtags, die sowohl im Englischen als auch im Deutschen verwendet werden, erreichen natürlich auch diese zwei Sprachgebiete, was kontraproduktiv sein kann, wenn ihr hauptsächlich auf Deutsch postet. Überlegt also vorher, welchen alternativen (deutschen) Hashtag ihr verwenden könntet.
  4. Welche Hashtags sind heute Trend? Twitter zeigt links in der Leiste die täglichen Hashtag Trends. Daran orientiere ich mich oft und erfahre so, über was heute diskutiert wird und welches Thema gerade aktuell ist. So bekommst du meist einen guten Eindruck, wie die „Twitterstimmung“ ist.
  5. Quantität bedeutet nicht gleich Qualität: Wie oben bereits erwähnt, neigen vor allem Instagram User dazu, beim Einsatz von Hashtags zu eskalieren und fast schon jedes einzelne Wort zu „verhashtagen“. Lasst das bitte! Erstens, macht das Lesen dadurch gar keinen Spaß mehr und zweitens erreicht ihr damit zwar mehr Nutzer – jedoch meist welche, die ihr gar nicht erreichen wollt. Spam, olé! Wieder gilt: Weniger ist mehr!

Weitere Hashtag-Hilfen gefällig? Diese Tipps von erfahrenen Hashtag Profis solltest du dir zusätzlich zu Herzen nehmen.

Auflösung – was steckt hinter #fedidwgugl?

Durch Befolgung meiner persönlichen Ratschläge würde ich wohl niemals auf den Hashtag der CDU kommen. Und auch bei den Profis würde dieser Hashtag wohl durchfallen. ABER: Jeder, der von #fedidwgugl Wind bekommen hat, fragte sich erst einmal was denn überhaupt dahinter steckt. Die Auflösung folgte wenig später, mit der Vorstellung der Wahlplakate der CDU. Folgender Slogan zierte diese: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ – oder kurz #fedidwgugl. Aber vielleicht ist es auch kein Ausrutscher, im Sinne von „wie kriege ich meinen Slogan im Tweet unter?“. Denn hinter der Wahlkampagne steckt die allseits bekannte Werbeagentur Jung von Matt – und diejenigen, die sie kennen, wissen: Gute Hashtags sind deren täglich Brot. Und: In der Regel überlassen sie selten etwas dem Zufall. Erst kam der Hashtag, dann der Shitstorm der sozialen Netzwerke und dann die Aufklärung durch die Vorstellung der Plakate – klingt eher nach einer Strategie, als nach einem Versehen. Wenn es das Ziel war, Aufmerksamkeit zu generieren, ist ihnen das jedenfalls gelungen, wie diese  Twitterreaktionen zeigen. In diesem Sinne verabschiede ich mich mit den Worten Markus Kavkas: #hwwwgrhdfdaaw („Ham wir wieder was gelernt, recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit, auf Wiedersehen!“)

Was sind deine ganz persönlichen Hashtag Tipps? Oder hast du einen Link mit weiteren Ratschlägen, die dir geholfen haben?

Roundtable mal anders: Wie GoogleHangouts zum PR-Tool wird

Nicht nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein großer Fan von Diskussionsrunden in Form eines Roundtables, auch in der PR Arbeit wird man eher früher als später diesem Format begegnen. Und so hatte auch ich ziemlich schnell meinen ersten Kontakt mit dieser Art von Meinungsaustausch. Falls du dir dennoch unter diesem Begriff nichts vorstellen kannst, eine kurze Erklärung:

Definition Roundtable:

Eine Anzahl von Personen, die sich zu einer Konferenz oder Diskussion über ein Thema zusammenfinden meistens um einen runden Tisch herum.

Quelle: dictionary.com

Dieser namensgebende runde Tisch ist zwar nicht obligatorisch, ansonsten trifft diese Definition aber für Roundtables zu, mit denen wir es im PR Alltag zu tun haben. In der Regel versammeln wir Journalisten und Kunden am sprichwörtlichen Tisch, um über Neuigkeiten und Trends zu sprechen. Damit war ich bereits während meiner bisherigen Praktika und auch bei Maisberger in Berührung gekommen. Aber wie ich immer wieder feststelle: Man lernt nie aus! Denn seit kurzem organisiere ich eine für mich neue Art dieser Diskussionsrunde: den virtuellen Roundtable – ausgeführt via GoogleHangouts. Ein Tool welches es ermöglicht, Nachrichten zu schreiben, zu telefonieren und Video-Chats zu führen – und über weitere nützliche Features verfügt. Und was ich bisher aus der Organisation dieser virtuellen Diskussionen mitgenommen habe, verrate ich euch jetzt!

Warum GoogleHangouts?

Warum unsere Wahl auf GoogleHangouts für die Ausführung des virtuellen Roundtables fiel, ist ganz einfach zu erklären:

  • Einfach: Eine Live Übertragung ist via YouTube möglich – also die beste und einfachste Möglichkeit für Zuschauer, teilzunehmen. Der Link zum YouTube Event kann bereits vorab erstellt werden (wofür das sinnvoll ist, verrate ich später im Text).
  • Interaktiv: Via LiveChat können die Zuschauer Fragen stellen oder etwas kommentieren und der „Gastgeber“ kann direkt darauf reagieren.
  • Nachhaltig: Da die Diskussion auch aufgezeichnet wird, kann sie in der Nachbereitung super für weitere Promotion genutzt werden.

Wie ihr GoogleHangouts auch für euch und eure Events nutzen könnt erfahrt ihr hier. Und just good to know: eine GoogleMail Adresse wird benötigt 😉

Die Planung – was bleibt gleich?

Generell unterscheidet sich die Organisation eines virtuellen Roundtables kaum von der eines „realen“ Roundtables.

  1. Festlegung des Themas
  2. Auswahl des passenden Moderatoren
  3. Auswahl der Teilnehmer (von Kundenseite)
  4. Einladung der passenden Journalisten
  5. Erstellung eines Briefing Dokuments zum Event, das alle Teilnehmer erhalten
  6. Pre-Check: Funktionalitäten des Tools mithilfe eines Test-GoogleHangouts überprüfen

Ich möchte meinen, dass es eventuell sogar einfacher ist, Teilnehmer für ein virtuelles Event zu generieren, denn es bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Ort: Es kann vom Ort der Wahl ausgeführt werden. Teilnehmer benötigen nur einen Internetzugang und eine Google Email-Adresse.
  • Zeit: Somit entfallen An- und Abreise und der Roundtable lässt sich gut in den Arbeitsalltag integrieren.
  • Planungssicherheit: Sobald die Teilnehmer offline sind, haben Sie auch wieder ihre Ruhe. Es kann also wie ein Geschäftstermin eingetragen werden und wird auch kaum länger als ein normaler Termin dauern.

Die Planung – was ist anders?

  1. Location-Organisation: diese entfällt ganz. Es muss weder bedacht werden, wie die Stühle aufgestellt sind, noch ob die Versorgung passt. Den Kaffee müssen sich Zuschauer und Teilnehmer also selber organisieren – entspannt, oder? Und eine sehr große Zeitersparnis!
  2. Austesten des Tools: Bevor mein Team und ich uns überhaupt aktiv an die Themen- und Teilnehmerrecherche machten, war der erste Schritt, uns erst einmal mit GoogleHangouts auseinanderzusetzen. Beim ersten Mal ein zeitintensives Anliegen, falls man keine Vorkenntnisse hat. Und ich rate euch dringend das Tool, auf welchem das ganze Event letztendlich aufbaut, intensiv auf Herz und Nieren zu testen.
  3. Zuschauer generieren: Wie vorher angemerkt, ist es möglich den Link zur Live Übertragung auf YouTube im Voraus zu erstellen. Und genau diesen könnt ihr für eure Social Media Promotion nutzen. Denn – nicht wie bei einem Event, bei welchem der Roundtable meist in der Agenda aufgelistet ist und nur die Besucher des Events teilnehmen können – kann quasi jeder an dieser Diskussion teilnehmen bzw. dabei zuschauen. Der Link kann daher für die Promo perfekt genutzt und via Twitter, LinkendIn, Xing oder anderen sozialen Kanälen geteilt werden, um eure Zielgruppe zu erreichen.

Fazit

Als PR-Agentur ist es wichtig am Puls der Zeit zu bleiben und daher checken auch wir regelmäßig die neusten Tools – wie GoogleHangouts – und überprüfen, welche einen echten Mehrwert für unsere Arbeit und unsere Kunden bringen könnten. Denn im Wesentlichen gestaltet ein virtueller Roundtable einiges einfacher: Weder Teilnehmer noch Zuschauer müssen an einem Ort sein und auch die Location-Organisation fällt weg. Dennoch muss auch diese Art von Roundtable gut geplant werden: Welches Thema soll diskutiert werden, welche Teilnehmer passen zu dieser Diskussionsrunde und wie erreiche und generiere ich Zuschauer?

Zusammenfassend hat mir die bisherige Organisation gemeinsam mit meinem Team besonders viel Spaß gemacht. Es bereitet mir viel Freude, neue Dinge auszuprobieren und ich bin schon sehr gespannt auf weitere virtuelle Meetings und Gespräche – vielleicht werde ich meine Erfahrungen mit euch in meinem nächsten Blog teilen 😉

Ihr habt selber bereits Erfahrungen mit GoogleHangouts gemacht? Ich freue mich über eure Erfahrungen und Ideen, was das Tool noch alles kann.

Public Relations: Agentur vs. Unternehmen – wie soll ich mich entscheiden?

Als Berufseinsteiger im PR Bereich stellt sich meist die Frage: Agentur oder doch in die Presseabteilung eines Unternehmens? Ich dachte mir, warum nicht beides? Denn ich habe nicht nur fast 1,5 Jahre praktische Erfahrungen in der PR-Abteilung eines großen Unternehmens sammeln können, auch darf ich mich bereits seit drei Monaten Teil des Maisberger Teams „schimpfen“.

Die Arbeit im Unternehmen gefiel mir, dennoch hegte ich den Wunsch nach neuen Herausforderungen! Auch mein damaliger Vorgesetzter unterstützte das Streben nach der Agentur-Erfahrung. Denn es sei eine Bereicherung für das richtige PR-Feeling!

Auf zu neuen Ufer: Agenturarbeit bei Maisberger

Auch wenn ich kaum drei Monate mit anderthalb Jahren vergleichen kann, so sind mir doch bereits einige Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten, zwischen PR-Arbeit einer Agentur und eines Unternehmens aufgefallen.

Neue Erfahrungen habe ich vor allem mit Pitches und dem Schreiben von Artikeln oder Pressemeldungen gesammelt. Für den PR-Newbie: Unter Pitch versteht man eine Themenidee, die man einem Journalisten zum Beispiel in Form eines Artikels oder Interviews anbietet. Aufgaben wie diese kamen in meinem Unternehmensalltag wenig bis gar nicht vor. Pitches zum Beispiel werden von der Agentur meist direkt an den Journalisten versandt. Auch das Versenden von Pressemeldungen war ein neues Feld für mich und ich musste mich erst mit den Eigenheiten jedes Versandtools anfreunden.

Eine weitere Herausforderung, der ich begegnete, war das Managen von mehreren Kunden zur gleichen Zeit. Im Übrigen eine Herausforderung, der ich mich bewusst stellen wollte, als die Wahl auf eine Agentur fiel. Bisher war ich sozusagen nur für einen Kunden zuständig und somit lag der Fokus auch nur auf diesem einen Unternehmen. Der Vorteil: man kann sich intensiv z.B. mit Produkten des Unternehmens beschäftigen, kennt in der Regel die meisten Speaker und hat direkt Zugriff auf einen Informationspool an Sales Managern, um Input für einen möglichen Blogbeitrag zu erhalten. Dennoch war mir das damals nicht genug – ich wollte die Challenge, mehrere Kunden gleich intensiv zu betreuen und zufrieden zu stellen. Und jetzt habe ich den Salat! Nein, Spaß – genau das war mein Wunsch und er wurde mir von Maisberger erfüllt. Und ich habe gemerkt: Mit ein bisschen Übung und Geschick für Projektmanagement gelingt es, auch mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten. 🙂

Back to the Roots: die Begegnung mit alten Bekannten

Direkt an meinen ersten Tagen bei Maisberger wurde ich mit Coverage-Reports konfrontiert. Na, wer von meinen PR-Kollegen kennt und liebt es nicht, Online- oder Print-Artikel zu archivieren? Hier clippen, da clippen (der „Fachbegriff“ für das Sammeln von Artikeln im PR-Bereich)! Kannte ich bereits zu Genüge, da diese Aufgabe auch im Unternehmen gerne an mich übertragen wurde. Des Weiteren waren mir weekly, monthly oder quarterly Reports keine Fremdbegriffe. Diese informieren Kunden, oder im Falle eines Unternehmens, das Management, in regelmäßigen Abständen über die Erfolge der Pressearbeit. Es sind klassische und regelmäßige PR-Aufgaben – ob nun Unternehmen oder Agentur! Und wer bereits im PR-Bereich tätig ist und noch keinen einzigen Artikel eingescannt hat, dem muss ich leider sagen: Du bist noch kein waschechter PRler!

Ein weiteres Aufgabenfeld, welches mir im Unternehmen und auch bei Maisberger begegnete: Interviews organisieren, begleiten und nachbereiten. Bei Events sind nicht nur die Sprecher der Kunden gefragt, auch der Schedule eines Journalisten ist meist voll mit Key-Notes, die sie sich ansehen möchten. Dazu kommen Presse Roundtables, Pressekonferenzen und Abendveranstaltungen. Alles Events, die bei der Organisation von Interviews berücksichtigt werden müssen. Auch die Erstellung von Pressemappen, Moderationskarten oder Namensschildern sind Aufgaben, die mir sowohl in der Agentur, als auch bei meinem vorherigen Unternehmen begegneten.

Nach knapp drei Monaten Agenturarbeit sind mir bereits einige alte Bekannte der PR-Arbeit untergekommen und ich bin davon überzeugt: das werden nicht die letzten bleiben.

Agentur oder Unternehmen?

Diese Frage kann und möchte ich nach drei Monaten bei Maisberger nicht beantworten. Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile und beide Seiten mag ich. Durch das Kennenlernen der zwei Bereiche, erfährt man erst, wer überhaupt welchen Input leistet und wann welche Unterstützung benötigt wird – eine Erfahrung die ich als sehr wertvoll betrachte. Daher ist mein Rat: setzt euch nicht unter Druck, bei eurer Wahl Agentur oder Unternehmen. Praktika oder eben ein Traineeship geben gute Einblicke in die zwei Aufgabenfelder. In beiden Bereichen hast du die Chance unterschiedliche, aber auch sehr wertvolle Erfahrungen zu machen und jeder muss für sich selbst entscheiden, welches Umfeld ihm besser gefällt. Den Schritt zu Maisberger zu gehen habe ich an keinem Tag bereut, denn die Berufserfahrungen, die ich hier sammle, ergänzen tagtäglich mein PR-Know-How. Eine tolle Chance, die ich nicht missen möchte. Und durch den Kontakt zu verschiedenen Kunden, kommen auch immer wieder Abwechslung und neue Herausforderungen mit ins Spiel 🙂

Also liebe angehenden PR’ler: ob Agentur oder Unternehmen – es ist niemals die falsche Wahl! Dennoch möchte ich euch die Gelegenheit eines Traineeprogrammes bei Maisberger besonders ans Herz legen: Es ist ein super Einstieg in die Arbeitswelt einer Agentur und lehrt euch das PR-ABC rauf und runter!

Was sind Deine bisherigen Erfahrungen mit PR? Hast Du vielleicht schon beide Seiten kennengelernt und Dich bereits entschieden?

Wir freuen uns auf Deine Meinung!

How not to PR: Journalisten auf die Barrikaden bringen

Letztes Wochenende habe ich mich mit einem Freund getroffen, einem Journalisten, der in München zur Journalistenschule gegangen ist. Lebend in New York ist er nur noch selten in München, weshalb Freunde ganz gemischt aus seinem „alten“ Leben in München in einer gemütlichen Runde zusammenkamen. Unter anderem natürlich auch Mitleidende der Journalistenschule. Als Trainee der PR lauschte ich da natürlich besonders hellhörig – denn meine Zielgruppe saß mir offen gegenüber und das ganz privat. Perfekt also, um Input für meinen ersten Blogbeitrag zu sammeln. Es wurde nämlich ehrlich über die Arbeit eines Journalisten geredet – die lustigsten Erfahrungen, aber auch die negativen Eindrücke. Eine Aussage des Abends blieb mir besonders in Erinnerung: „Ich gehe in der Redaktion gar nicht mehr ans Telefon, ich bin einfach nicht mehr erreichbar.“ Puh, ein harter Brocken! Was soll man da sagen? Tätig in einer PR Agentur, die darauf aus ist sich regelmäßig mit Journalisten auszutauschen und auf einen regen Kontakt angewiesen ist? Doch wie sich herausstellte, hatte dieses Verhalten auch seine Gründe.
Es wäre also doch unfair, meine Informationen aus erster Hand nicht mit Euch zu teilen, oder? Daher folgen zwei der absoluten No-Gos, die an diesem Abend von Journalisten besonders hervorgingen, aber scheinbar heute immer noch viel zu oft auftreten.

1. Journalisten sind keine Werbefiguren
Bezugnehmend auf das Mäuschen Spielen vom Wochenende, schnappte ich folgende Story auf: einer der Anwesenden wurde zu einem Produkttest ins Mittelmeer eingeladen, selbstverständlich mit einer Rundumversorgung – natürlich nur, um die Qualitäten des Produktes zu prüfen. In der Tat gab es – als Ergebnis – auch einen „Artikel“ über eben benanntes Produkt. Jedoch war der Gastgeber des schönen Ausfluges nicht sehr zufrieden. Die Anzeige sei ja viel zu klein, die Einladung ans Mittelmeer hätte sich somit nicht rentiert. Eine Aussage, die bis heute negativ in Erinnerung ist. Und wie auch schon mein Kollege Patrick Seidel in seinem BlogPost über richtiges Pitchen vermerkte: ein Artikel soll zum einen Nachrichtenwert besitzen und zum anderen keine Werbung für den Kunden beinhalten. Ein redaktionelles Anliegen sollte also nicht mit Anzeigenschaltung verwechselt werden. Und man bedenke: Journalisten reagieren in solchen Angelegenheiten sehr verärgert – kein guter Ansatz für zukünftige Beziehungen.

2. Telefonischer Kontakt als zusätzliches Kommunikationstool
Wie bereits erwähnt machte mich die Aussage, dass einer der Anwesenden gar nicht mehr ans Telefon geht, besonders stutzig. Er sei schlicht genervt von den vielen Anrufen. Dies führte mich zu der Frage ob ich auch weiterhin versuchen sollte, Journalisten telefonisch zu erreichen? Natürlich hatte ich bereits telefonisch Kontakt mit Journalisten. Und in der Tat sind die meistens schwierig oder gar nicht zu erreichen. Mein Tipp an dieser Stelle: Der Erfolg, Journalisten an die Strippe zu kriegen, ist vormittags größer. Ganz auf die Kommunikation per Telefon zu verzichten wäre ein falsches Angehen. Meiner Meinung nach sollte man Mails so verfassen, dass Journalisten vorweg alle relevanten Informationen erhalten – Stichwort: gute Vorarbeit leisten. Denn wie so viele von uns, bekommen auch Redakteure sehr viele Mails am Tag. Eine Mail, die nur halbe Informationen enthält, könnte auch schnell links liegen bleiben oder für den Journalisten Mehraufwand verursachen.
Aber zurück zum Wesentlichen: der Kommunikation mit dem Telefon. Es lässt sich manchmal einfach nicht vermeiden, hinterher zu telefonieren, denn durch die große Anzahl der Mails verschwindet manches im Bermudadreieck des Posteingangs. Falls also zu einem bestimmten Beitrag schon Kontakt bestand oder der Journalist sogar bereits Interesse bekundet hat, ist dieser oft sogar sehr glücklich darüber, eine telefonische Erinnerung zu erhalten. Und weiterhin sollte immer das Angebot stehen, Details auch per Telefon zu klären, denn ein kurzes Telefonat klärt in der Regel schneller Angelegenheiten, als eine lange E-Mail Konversation.

Wenn man also besagte No-Gos bei der PR Arbeit beachtet bzw. unterlässt, ist schon einmal ein guter Grundstein gelegt. Dennoch möchte ich kurz darauf eingehen, wie der Kontakt denn noch besser laufen könnte: Mein Kollege Patrick Seidel hatte in seinem Blogbeitrag über erfolgreiches Pitchen bereits wichtige Elemente aufgelistet, die für die Kommunikation mit einem Journalisten grundlegend sind. Dazu zählt nach wie vor die Hintergrundrecherche zu Medium und Journalist auf Basis der Datenbanken, über welche PR-Agenturen meist verfügen. Denn – das haben wir schon in der Schulzeit gelernt – wenn man gut vorbereitet in eine Klausur startet, ist das natürlich schon die halbe Miete. So lernte ich bereits zum Start des neuen Jahres bei Maisberger: Vorarbeit heißt Schwerpunktthemen prüfen. Welche Medien und welche Ausgaben könnten thematisch dieses Jahr interessant werden? So können die Journalisten zielgenau angegangen werden mit einem Thema, das für diesen Zeitraum für sie interessant sein sollte. Auch das ist ein weiterer Punkt, den ich an diesem Abend gelernt hatte: Interessante Themen müssen zum richtigen Zeitpunkt kommuniziert werden, umnicht in Vergessenheit zu geraten.
Mein Fazit aus dem Abend mit Journalisten: Ich habe nicht nur Input für meinen ersten Blog-Beitrag erhalten, sondern auch erkannt, dass es wichtig ist, den richtigen Journalisten mit interessanten Themen zum richtigen Zeitpunkt anzugehen. Recherche ist hier das A und O. Zudem sollte man sich im Hintergrund halten und als Partner für weitere Informationen fungieren. Druck auszuüben ist ein falscher Weg, der nur dazu führt, dass eine Geschäftsbeziehung im Sande verläuft. Und ganz nebenbei: Präsenz bei Twitter und Co. ist wichtig. Es sind Informationsquellen, die gerne genutzt werden – ständig wurden die Apps auf dem Smartphone aktualisiert. Wobei ich gerne noch einmal auf den Blogbeitrag von Patrick verweise – das schließt nämlich Punkt 5 mit ein.

Du hast weitere Tipps, die man unbedingt bei der Kommunikation mit Journalisten beachten sollte? Was sind Deine persönlichen Tabus beim Umgang mit den Vertretern der Medien?