qooly

Messefrühling bei Maisberger

Messefrühling bei Maisberger

In Kürze stehen für einige der Kunden von Maisberger wieder wichtige Messen an. Dazu zählen beispielsweise für die Kollegen aus dem HR-Bereich die Personal Süd am 09. und 10. Mai, in der Industrie die Hannover Messe vom 24. bis 28. April oder die CeBIT als Leitmesse für Kunden aus der IT. Um ein Bild von den Aufgaben zu gewinnen, die Maisberger als PR-Agentur für die auf den Messen vertretenen Kunden übernimmt, habe ich jeweils einen Kollegen aus den Fachgebieten Industrie und HR gebeten, mir Rede und Antwort zu stehen.

Das Rundum-sorglos-Vorbereitungspaket für gelungene HR Messe-PR

Meine Kollegin Maren Pudimat ist im Human Resources Team bei Maisberger tätig. Folglich ist für sie derzeit die „Personal Süd“ von Interesse.

Allgemein bedeuten Messen für PR-Berater im Vorfeld einen hohen Organisationsaufwand. Welche Maßnahmen stehen für eure Kunden bei der Vorbereitung im Vordergrund und was gibt es bei der Messeplanung im Speziellen zu beachten?

Maren: Zu unseren Aufgaben zählt es, dass wir Journalisten und Multiplikatoren einladen, Interviewtermine vereinbaren und den Messeauftritt, beispielsweise mit einer Pressemitteilung, ankündigen. Besonders wichtig ist das passende Timing: Gerade Fachmagazine, die oft nur monatlich erscheinen, sollten frühzeitig über die Messepräsenz des Kunden informiert werden, damit das Medium seine Berichterstattung dementsprechend einplanen kann.

Welche Aufgaben nehmt ihr während der Messe für den Kunden wahr?

Auf der Messe selbst begleiten wir Interviews, dienen als Ansprechpartner für Journalisten und Kunden und unterstützen dabei, live auf den Social Media-Kanälen von der Messe zu berichten – sehr vielfältige Aufgaben also.

Alles kann, der Kunde sagt, was muss

Mein zweiter Ansprechpartner war Johannes Lossack. Mit ihm hab ich über die Messen gesprochen, deren Fokus auf der Industriebranche liegt. Im April 2017 wird zum Beispiel die ‚Hannover Messe‘ mit ca. 5.600 Ausstellern stattfinden.

Wie sieht die Planung vor einer Industriemesse wie der Hannover Messe aus und worauf ist dabei zu achten?

Bei der Messeplanung können wir auf ganzheitlicher Ebene unterstützen. Welche Maßnahmen hier im Vordergrund stehen, hängt von den Bedürfnissen und Zielen des jeweiligen Kunden ab. Von klassischer PR über Mediaplanung bis hin zu Digital Services. Bei letzterem helfen wir unseren Kunden etwa, auf der Messe gewonnene Kontaktdaten potentieller Kunden für E-Mail-Marketing-Kampagnen zu nutzen und den Vertrieb so noch präziser zu unterstützen.

Die Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen jederzeit im Blick zu behalten, keine Deadlines zu verpassen und die Zusammenarbeit mit Partnern zu koordinieren ist eine Herausforderung. Das Projektmanagement ist also ein wichtiger Punkt bei der Messevorbereitung.

Damit wäre geklärt, was vor und nach der Messe geschieht. Was passiert während der Messe?

Auch hier stehen die Ziele des Kunden im Vordergrund. Eine ganz klassische Aufgabe ist das Hosting der im Vorfeld vereinbarten Interviews vor Ort. Da wir unsere Kunden und ihre Produkte sehr gut kennen, können wir aber auch für Sales-Gespräche einspringen, wenn es erforderlich ist.

Auch wenn sich die Aufgaben meiner Kollegen im Rahmen der Messe-PR unterscheiden, eines wird deutlich: Die kundenspezifische Vorbereitung ist die halbe Miete. Nur wer gut vorbereitet ist, kann an den Messetagen einen Mehrwert für den Kunden generieren. Sei es die Organisation der Teilnahme eines Kundensprechers an einer Diskussion oder die Vereinbarung eines Interviews mit Journalisten. Ein fundiertes Projektmanagement ist bei Messen essentiell. Eine erfolgreiche PR-Arbeit im Vorfeld zeigt sich daran, dass der Otto-Normal-Messebesucher vor Ort nicht mitbekommt, welcher Aufwand tatsächlich hinter einem Auftritt steckt und wie umfassend eine Messebegleitung wirklich ist.

Wirst du dieses Jahr eine oder auch mehrere Messen besuchen? Wenn ja, welche und aus welchen Gründen?

Wir freuen uns über Kommentare und Meinungen!

Alternative Fakten – Die neue Kommunikation des Weißen Hauses

Alternative Fakten – Die neue Kommunikation des Weißen Hauses

Auf Twitter geistern seit dem 20. Januar zwei Bilder umher: Sie zeigen die Zuschauermassen bei den Amtseinführungen Obamas im Jahr 2009 und Trumps vor wenigen Tagen. Die Fragen, die damit verknüpft sind: Wie viele waren es denn nun wirklich, die bei der Amtseinführung von Donald Trump anwesend waren? Und wie viele haben weltweit zugesehen? Mehr oder weniger als bei Obamas? Eigentlich ist der Fall relativ klar. Auch wenn die genauen Zuschauerzahlen nahezu unmöglich zu bestimmen sind und sie auch von der Stadt Washington nicht veröffentlicht wurden, sprechen letzten Endes die Bilder Bände: Bei der Amtseinführung von Barack Obama im Jahr 2009 war der Platz auf dem Capitol Hill deutlich mehr gefüllt als dieses Jahr bei Donald Trumps Inauguration. So viel zum Hintergrund.

Fantastische Behauptungen und wo sie zu finden sind…

Für Sean Spicer, Trumps Pressesprecher, war die Sache ebenso klar – nur dass er die Vereidigung offenbar mit ganz anderen Augen gesehen hat. „Das war die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat. Punkt., verkündete er bei seiner ersten Pressekonferenz. Pressevertreter durften dabei übrigens nicht zu Wort kommen, dafür wurden „der Presse“, wie Spicer pauschalisierte, aber rechtliche Konsequenzen angedroht. Schließlich hätte diese versucht, negative Stimmung gegen das Event herauf zu beschwören. Insgesamt hatte er innerhalb von fünf Minuten vier Mal gelogen, beziehungsweise – wie Kellyanne Conway, Beraterin des Präsidenten, es nennt – „alternative Fakten verwendet“.

Betrachtet man die Pressekonferenz und die anschließende Reaktion von Conway darauf mit etwas Abstand, sieht es so aus, als ob das Weiße Haus in Zukunft auf eine neue Art der Kommunikation setzt. Diese zeichnet sich dadurch aus, die eigene Sichtweise erstmal rückhaltlos zu verlautbaren um in weiteren Schritten etwaige andere Sichtweisen zu unterdrücken und einen Geltungsanspruch für das eigens Gesagte mit Euphemismen wie „alternative Fakten“ künstlich herzustellen.

Fakt oder nicht Fakt?

Betrachtet man den Ausdruck „alternativer Fakt“ genauer, erkennt man auch dessen Absurdität: Wie kann es eine Alternative zu einem Fakt geben? Natürlich kann ein Glas Wasser halb voll und gleichzeitig halb leer sein aber am Ende ist doch das Wasservolumen gleich der Hälfte des vollen Glases, auch wenn jemand behauptet, es sei noch nie so viel Wasser in einem Glas gewesen. Unterstreicht man seine Unwahrheit im Anschluss noch mit einem „Punkt“ oder „Basta“ verkehrt sich diese immer noch nicht in die Wahrheit. Punkt. Und welche Frage nach wie vor offen bleibt: Zu was sind die „alternativen Fakten“ eine Alternative? Zur Wahrheit etwa? Darf man sich die Welt nun malen wie de wie de wie sie einem gefällt? Oder entsprechen die Medienberichte über den weniger gefüllten Platz bei der Amtseinführung gar parallel zu denen des Pressesprechers Spicer der Wahrheit? War der Platz also gleichzeitig voller UND leerer als von 8 Jahren? Kann man hier also von Schrödingers Platz reden? Fragen über Fragen.

Dass der Alltag zweifelsohne attraktiver wäre, könnten wir uns aus alternativen Fakten eine neue Realität schaffen, beweisen die sozialen Medien. Denn dort melden sich zahlreiche User mit Fake-Pressemeldungen à la Spicer zu Wort:

Verlässliche Aussagen waren gestern

Ob die Anzahl der Zuschauer bei besagtem Ereignis nun größer oder kleiner als die vor 8 Jahren war, spielt eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass die mächtigste Regierung der Welt Lügen als probates Mittel für Pressemitteilungen hält und ferner in peinlichen Rechtfertigungsversuchen daran festhält. Des Weiteren wird die Presse in der Kommunikation exkludiert – mehr noch: Ihr wird sogar mit Konsequenzen für ihre Arbeit gedroht. Ganz zu schweigen davon, dass es keinen einheitlichen Kommunikationstenor des Weißen Hauses gibt, sondern diverse Sprecher unterschiedliche Aussagen verbreiten. Während der Pressesprecher noch, wie zuvor schon erwähnt, unumstößlich von der „größte[n] Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat“ spricht, ist dies wenig später laut Trump-Spitzenberaterin Conway nur noch ein „alternativer Fakt“. Was Donald Trump selbst dann noch auf Twitter postet, darf laut Experten sowieso nicht ernst genommen werden. Alles in Allem steuert die Kommunikation der amerikanischen Regierung dank ihres Steuermannes mit voller Absicht in ein Meer aus Lügen – und das dürfte nicht nur für die USA, sondern für die ganze Welt ein unruhiges Gewässer werden.

Als Kommunikationsexperten fragen wir uns natürlich: Wie kann man diesem Trend der alternativen Fakten oder des postfaktischen Zeitalters entgegenwirken? Der Schlüssel ist, sich nicht anstecken zu lassen von dem Verfall der Kommunikation, obgleich das wohl der einfachste Weg ist. Aber der Respekt vor seinem Gegenüber, fundierte Recherche und die Ächtung der Lüge sind nicht nur ehrbare Werte, sondern absolute Notwendigkeit für eine vernünftige Kommunikation. Das hat auch einen Nutzen für die eigene Person, nämlich Glaubwürdigkeit.

 

Gerne würde ich wissen, wie sehr die US-Regierung in euren Augen an Glaubwürdigkeit durch diesen Presse-Fauxpas eingebüßt hat. Ich freue mich auf eure Kommentare!