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Ob unsere Nationalelf bei der derzeitigen Europameisterschaft, auf Reisen oder im alltäglichen Austausch mit Studien- und Arbeitskollegen oder unseren Freunden: Wir müssen uns regelmäßig auf fremde, neue Kulturen und deren Sitten und Gebräuche einstellen. Und das ist etwas Gutes! Denn der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Nationalitäten dieser Welt lässt uns voneinander lernen.

Auch in der Öffentlichkeitsarbeit gehört das richtige Gespür für fremde Kulturen und Medienlandschaften zum alltäglichen Geschäft der Berater. Denn dank der zunehmenden Globalisierung reichen die Ziele von Unternehmen schon längst weit über die jeweiligen Ländergrenzen hinaus. Doch dass jedes Land anders tickt und dadurch auch die Kommunikation mit und in selbigen nicht überall gleich abläuft wissen vor allem die Leute, die mit den PR-Kollegen aus unterschiedlichsten Ländern zusammenarbeiten.

Internationale PR richtig machen

Sprache, Kultur, Kommunikationsstil, Medienlandschaft – erfolgreiche, internationale Unternehmenskommunikation setzt sich aus einer Vielzahl von Gesichtspunkten zusammen. Wichtig dabei ist, länderspezifische Eigenheiten und kulturelle Unterschiede nicht zu unterschätzen. Denn B2B-Kommunikation, die in Deutschland funktioniert, erreicht nicht automatisch die Zielgruppe beispielsweise in einem asiatischen Land. Es ist sehr wichtig, länderspezifische Kampagnen zu konzipieren und redaktionelle Inhalte an die regionalen Anforderungen anzupassen.

Wir bei Maisberger haben durch viele unserer Kunden täglich Kontakt zu PR-Kollegen in Amerika, England, Spanien, Italien & Co. Bei der Zusammenarbeit fällt dem ein oder anderen schon mal auf, welche Unterschiede zu anderen Ländern sich herauskristallisieren.

Ich habe mit drei meiner Kollegen gesprochen und sie gefragt, was ihnen bei dem Stichwort „PR in anderen Ländern“ einfällt. Welche Unterschiede erkennen sie in der Pressearbeit oder auch in der Medienlandschaft? Welche Eigenheiten zeichnen sich ab? Eins ist dabei klar geworden: PR-Arbeit ist nicht gleich PR-Arbeit. Und nur wer seinen Markt kennt, kann zielgerichtete und erfolgreiche Kommunikationsarbeit betreiben.

 

csm_Szendzielorz_Edith_bc027203c2  Edith Szendzielorz, Account Director: „Drei kleine Worte machen den großen Unterschied. Und diese lauten: amazing, fabulous, brilliant. Wer in der Technologie-PR arbeitet, bekommt zuweilen viel Pressematerial von Kollegen in den USA oder Großbritannien zugeschickt. Und für die kann es an schmückenden Adjektiven nie genug sein. Amazing, fabulous, brilliant. Drei kleine Worte, die den Unterschied zwischen PR hierzulande und bei den Briten und Amerikanern nicht besser auf den Punkt bringen könnten. Während es in Deutschland verpönt ist, Pressearbeit mit Marketing im „We are the greatest“-Modus zu verwechseln, scheint dies in den USA und Großbritannien weniger zu gelten. Sensationalizing as much as possible heißt hier oftmals die Devise. Umso wichtiger ist daher das Stichwort: Localization. Jedem Land seine Sitten und seinen Pressecodex. Diesen sollte sich jeder Presseverantwortliche, der in Deutschland kommuniziert, zu Gemüte führen. Schließlich definiert er das Verhältnis zwischen PR und Journalismus und erklärt die publizistischen Grundsätze. Den Kollegen in den englischsprachigen Ländern bleibt unbedingt zu raten: „Don‘t just duplicate your communication overseas.“ Wer diesen Grundsatz befolgt, dessen Pressearbeit hat durchaus das Potential amazing, fabulous, brilliant zu sein.“

 

FullSizeRenderOliver Salzberger, Account Manager: „Vor meiner Zeit bei Maisberger war ich in einer Kommunikationsagentur für die Gaming-Branche tätig. Hier habe ich regelmäßig mit PR-Kollegen aus Spanien und Italien zusammengearbeitet. Mir schien es, als seien die Medienbeziehungen in diesen Ländern enger als bei uns, da der Markt kleiner und damit auch die Medienlandschaft übersichtlicher ist. Wenn wir in Deutschland beispielsweise vielleicht 20-25 Top-Medien haben, so sind es in Spanien und Italien maximal 5. Durch diese Mediennähe haben die Agenturen in Italien und Spanien oft einen besseren Einblick in die Meinung und Gestaltung der Medien. Außerdem hatte ich den Eindruck, als müssten sich die PR-Agenturen in Nischenbranchen wie Gaming den kleinen Markt nur mit weniger Konkurrenz teilen. Lokale Events wurden in Spanien und Italien sehr selten veranstaltet. Stattdessen wurden 2-3 Journalisten nach Deutschland, England oder Frankreich zu größeren Events gebracht.“

 

csm_Ljubas_Marina_fe842d7bd5Marina Ljubas, Account Manager: „Auch wenn dem ein oder anderen unsere Nachbarländer Österreich und Schweiz sehr „heimisch“ und vertraut vorkommen, unterscheidet sich die Kommunikationsarbeit doch ein wenig. Generell sind die Märkte und damit auch die Medienlandschaft in Österreich und auch in der Schweiz vergleichsweise kleiner – ganz gleich ob man in der Technologie- oder Industriebranche unterwegs ist. Hieraus ergibt sich aber ein durchaus persönlicherer Kontakt zu den Medienansprechpartnern: Interviews finden so zum Beispiel in Form von Redaktionsbesuchen statt; gerne werden auch Themen mit unterschiedlichen Vertretern aus der Branche in einem Roundtable diskutiert. Bei ihrer Berichterstattung legen Journalisten großen Wert auf länderspezifische Inhalte sowie auf Exklusivität.“

 

 

Und wie sieht es bei euch aus: Habt ihr Erfahrung im Austausch mit internationalen Kontakten oder gar mit PR- und Kommunikationsarbeit im Ausland? Lasst uns wissen, welche Eigenschaften ihr den verschiedensten Ländern und ihrer Medienlandschaft zuordnet. Wir sind gespannt und freuen uns auf eure Kommentare.

Verena Yimen

Verena Yimen

Hallo, mein Name ist Verena Yimen und ich komme ursprünglich aus dem schönen Allgäu. Im Rahmen meines dualen Betriebswirtschaftsstudiums mit Schwerpunkt Marketingkommunikation/Public Relations arbeite ich bereits seit 2012 bei Maisberger. Seit meinem Bachelor-Abschluss 2015 unterstütze ich das IT-Team als Trainee.
Verena Yimen